Buchner & Weiner: zwei Populisten erklären im EU-Gebäude 5G (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 07.04.2019, 18:35 (vor 244 Tagen) @ H. Lamarr

Kommen wir jetzt zum Kern der Sache, dem Inhalt des Videos. Da ich kein Schmerzensgeld bekomme, habe ich mir nur einen Bruchteil des Gesprächs angesehen und nachfolgend dokumentiert. Schon dieses kleine Fragment des 1-Stündigen Gesprächs ist erschütternd. Dass keiner der drei Akteure semantisch/grammatikalisch sinnvolle Sätze zustande bringt, darüber kann man beim gesprochenen Wort noch hinwegsehen. Doch was Buchner und Weiner an angeblichen Fakten auftischen, ist billigster Populismus. Beide geben ihre persönliche Meinung, die sie sich irgendwo zusammengegoogelt haben, als Tatsachen aus. Buchner warnt, bei den geltenden 5G-Grenzwerten könne es Verbrennungen und Hautkrebs geben, Weiner versucht ICNIRP in ein schräges Licht zu rücken. Belege oder Hinweise auf Quellen – Fehlanzeige. Qualifiziert ist nichts, was die beiden vortragen, sie schöpfen aus der Gerüchteküche der Anti-Mobilfunk-Szene, behaupten, unterstellen und ignorieren den nachprüfbaren Stand des tatsächlichen Wissens. Was Klaus Buchner vorbringt halte ich für verantwortungslos und eines EU-Abgeordneten für indiskutabel unwürdig, Weiners Ausführungen halte ich für kindisch. Die Mühe, meine Einschätzung zu begründen mache ich mir diesmal nicht, ich habe dies hier im Forum oft genug gemacht. Wer es genau wissen will, muss hier nur nach Buchner oder Weiner suchen.

Moderator [Minute 12:26]: Wenn ich jetzt mal hingehe und mal so ein bisschen in die Frequenzanalyse reingehe, im Moment benutzen wir ja so, kann man sagen, den 2,6-GHz-Bereich. Ungefähr. Man will ja sozusagen auf den – erst mal 3,5er GHz auf gehen und dann später in den sogenannten 6- bis 100-GHz-Bereich. Da gibt es ja sogenannte Empfehlungen und Richtlinien der EU über die Voltzahlen, die über die Keulen gebündelt ankommen, und da habe ich mit Erschrecken bei meinen Recherchen festgestellt, dass diese dann plötzlich von sechs auf bis zu 120…200 Volt pro Meter hochgehen. Was sind das für Folgen?

Klaus Buchner: Die ICNIRP, also diese privatrechtliche Vereinigung, die hat das Dogma, dass die einzigen Gesundheitsschäden durch Funk von der Erwärmung des Gewebes kommen. Und unterhalb der Schwelle, wo das Gewebe erwärmt wird, gibt es angeblich nichts mehr. Wir haben tausende von Arbeiten wo das Gegenteil bewiesen ist – aber das behaupten die einfach so. Und jetzt ist das Interessante dabei, dass bei diesen hohen Frequenzen die Eindringtiefe in den Körper geringer wird, das heißt, die Energie wird in der äußeren Haut verbraten. Und da spielt dann die Erwärmung tatsächlich eine Rolle und die Erwärmung ist so groß bei den vorgeschlagenen Grenzwerten, dass da tatsächlich Verbrennungen entstehen können. Und das ist kritisch. Ich mein‘, Hautkrebs ist vorprogrammiert dann.

Moderator: Könnte man sich jetzt vorstellen – ich meine das ist ja eine EU-Empfehlung, die da ausgegeben wird –, könnte man sich vorstellen, wenn man jetzt die Gefahr wirklich analysiert hat, wenn mal längere Zeit dieser Betrieb ist, ich meine im Moment, dieser sage ich mal 700er-Bereich ist ja noch nicht so intensiv […] aber der nächste Bereich ist ja noch extremer, der dann in ein paar Jahren erreicht wird. Wie kann es sein, dass die EU solche Empfehlungen gibt dann?

Klaus Buchner: Der Gesundheitskommissar oder besser gesagt seine Gruppe hat offiziell verlauten lassen, das Vorsorgeprinzip, das bei uns eine der Grundregeln aller Gesetze ist, das Vorsorgeprinzip dürfte man hier nicht anwenden, das wäre zu viel verlangt. Die Vorsorge für die Gesundheit wäre zu viel verlangt – ich weiß nicht, wo da die Werte der EU bleiben.

Moderator: Ja, unter anderem habe ich auch gelesen, in medizinischen Untersuchungen, dass extrem durch diese Bestrahlung auch die Kalziumwerte runter gehen. Vielleicht kannst du da was sagen, Ulrich?

Ulrich Weiner [Minute 15:11]: Also wir haben Kalziumionen in den Zellen zum Beispiel, das ist eine ganz alte wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 91, die das das erste mal entdeckt hat, ich sag‘ mal eine Zebrafinkenstudie – eine Studie der Telekom – und da beginnt eigentlich die ganze Geschichte mit, wo wir jetzt ja bei 5G waren, es ging damals nämlich um 2G, man wollte ja Mobilfunk 1992 einführen, und Ende 91 kam diese Studie heraus, dass es eben Kalziumionenausstöße gibt. Und jetzt hatte die Industrie damals ein Problem eben, sie musste etwas, sie wollte etwa das Vorsorgeprinzip nicht wahrhaben und die Sender standen schon im Bau. So hat man dann in München diesen Verein gegründet, wo der Professor Buchner schon angeschnitten hat, der heißt, der hat einen schönen Namen Internationale Strahlenschutzkommission für nichtionisierende Strahlung aber e Punkt V Punkt – eingetragener Verein im Vereinsregister München. Und ich würde mal sagen, der hat eine gewisse in sich unabhängige Struktur – vielleicht flapsiger gesagt eine Sektenstruktur, nur Mitglieder, die da drin sind, können neue Mitglieder reinwählen – und man hat damals eben entschieden, um dieses Kalziumproblem, was ja wissenschaftlich durch mehrere Universitäten ging, in den Griff zu kriegen, dass man nur den Blick eben auf die Hitze macht. Also man sagt Mobilfunkstrahlung macht nur heiß und nicht krank. Das ist genauso wie wenn ich zu einem Atomkraftwerk gehe und nur noch Temperatur messe. Da habe ich kein Problem mit radioaktiver Strahlung, ich messe ja nur die Temperatur. [...]

Hintergrund
Nervenärztin spricht von verbrennungsartiger Hautveränderung
Begünstigt 5G Hautkrebs?
Kalzium und elektromagnetische Felder: Stand des Wissens
Mike Repacholi über die Geschichte der ICNIRP

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum