Klaus Buchner wurde wahrscheinlich von Niels Kuster inspiriert (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 04.05.2019, 21:29 (vor 222 Tagen) @ Alexander Lerchl

Klaus Buchner: Und jetzt ist das Interessante dabei, dass bei diesen hohen Frequenzen die Eindringtiefe in den Körper geringer wird, das heißt, die Energie wird in der äußeren Haut verbraten. Und da spielt dann die Erwärmung tatsächlich eine Rolle und die Erwärmung ist so groß bei den vorgeschlagenen Grenzwerten, dass da tatsächlich Verbrennungen entstehen können. Und das ist kritisch. Ich mein‘, Hautkrebs ist vorprogrammiert dann.

Das ist ja ultra-peinlich und erzeugt starke Gefühle des Fremdschämens. Wie kann jemand, der einigermaßen bei Verstand ist, so einen ausgemachten Schwachsinn verbreiten? Wenn solche Leute uns als "Volksvertreter" in der EU vertreten, verstehe ich diejenigen, die da rauswollen, völlig. Unfassbar.

Ich habe ihm per E-Mail geschrieben, am 17. April, aber bislang keine Antwort erhalten:
[...]
Was veranlasst Sie dazu, solche Schauermärchen zu verbreiten, der die Bevölkerung verängstigen könnte?

Aller Voraussicht nach wurde Klaus Buchner inspiriert von Niels Kusters Studie "Systematic Derivation of Safety Limits for Time-Varying 5G Radiofrequency Exposure Based on Analytical Models and Thermal Dose". Aus Sicht von Kuster sei es bei Frequenzen größer 10 GHz möglich, dass 5G-Impulsspitzen zu kurzen Temperaturspitzen in der Haut von Menschen führen können. Daraus könnten bereits nach kurzer Einwirkzeit dauerhafte Gewebeschäden resultieren.

Buchner ist nicht der einzige, der auf Kusters 5G-Brand-Prognose abfährt. Auch eine Schweizer Nationalrätin (Nationalrat: große Kammer im Schweizer Parlament) tut das und sogar die Rauchbrandmelder von Diagnose-Funk haben inzwischen die Kuster-Studie für ihre Zwecke entdeckt. Alle drei sind jedoch offensichtlich mit der Interpretation der Studie überfordert.

Kriegt Buchner damit dennoch seinen Kopf aus der Schlinge? Wohl kaum. Denn a) gilt Kusters 5G-Brand-Prognose für Frequenzen über 10 GHz, die mit öffentlichem Mobilfunk vorläufig nichts zu tun haben werden und b) hat Niels Kuster mutmaßlich übersehen, dass ICNIRP die Empfehlungen von 1998 derzeit überarbeitet. Der Entwurf der neuen Empfehlungen, den auch Kuster kennen müsste, entzieht seinen Bedenken mit ziemlich hoher Sicherheit die Grundlage. Mehr dazu in diesem Posting.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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