Einfluss der Anthroposophie bei den Mobilfunkgegnern (Allgemein)

KlaKla, Mittwoch, 19.03.2014, 10:16 (vor 2771 Tagen)
bearbeitet von KlaKla, Mittwoch, 19.03.2014, 11:14

[Überarbeitet von KlaKla um 17:20 Uhr vom Moderator eingestellt.]

Als Anthroposophie wird eine von Rudolf Steiner begründete, weltweit vertretene spirituelle Weltanschauung bezeichnet. Ihr erklärtes Ziel ist es, den Menschen in seiner Beziehung zum Übersinnlichen zu betrachten. Die Anthroposophie verbindet dabei Elemente des deutschen Idealismus, der Weltanschauung Goethes, der Gnosis, fernöstlicher Lehren sowie der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse ihrer Zeit. Sie versteht sich nicht nur als Lehre, sondern auch als eine Methode, eigenständige Forschung in der übersinnlichen Welt zu betreiben.

Die Impulse, die von der Anthroposophie ausgehen, wirken auf so unterschiedliche Lebensbereiche wie Pädagogik/Heilpädagogik (Waldorfpädagogik, Camphill), Medizin (anthroposophische Medizin), Landwirtschaft (biologisch-dynamische Landwirtschaft), Soziales (Dreigliederung des sozialen Organismus), Bewegungskunst (Eurythmie), Religion (Die Christengemeinschaft) und Finanzwesen (GLS Gemeinschaftsbank, Gemeinschaft für Leihen und Schenken, Freie Gemeinschaftsbank).

Ich habe immer mehr den Eindruck, dass viele Mobilfunkgegner der Ideologie der Anthroposophen nachhängen. Einige Hinweise/Bausteine habe ich hier zusammengestellt.

Der Geschäftsführer von Diagnose-Funk ist der Dipl. Astrologe Uwe Dinger, er wohnt in der Schweiz in Dornach. Nicht weit weg von ihm in Dornach, steht das Goetheanum (Gotteshaus) der Anthroposophen. 2005 schrieb Dinger hier, wie er sich vorstellt Einfluss zu gewinnen. Spendenkonto von Diagnose-Funk wird geführt bei der GLS-Gemeinschaftsbank.

Die Kompetenzinitiative e.V. (Ko-Ini) ist in fester Hand des Literaturprofessor Dr. Karl Richter. Ich denke, er ist ein Kenner des Goetheanismus. Zeitweise war auch Uwe Dinger im Vorstand der Ko-Ini.
Unterstützer ihrer Überzeugung werden als Beiräte in Dr. Karl Richter literarischen Werke zum Mobilfunk benennt. Detailliertere Informationen zu einzelnen Mitstreitern und ihren Vereinen findet man bei Psiram, Realismus als Chance
. Psiram versteht sich als kritischer Verbraucherschutz vor scheinheiligen, nutzlosen und wirkungslosen Produkten, Therapien und Ideologien.

Mitbegründer der Ko-Ini Dr. Markus Kern scharte die aktiven Mediziner um sich. Zu ihnen gehören Dr. H.-Ch. Scheiner, Dr. Cornelia Waldmann-Selsam, Dr. Joachim Mutter, Dr. W. Bergmann und Dr. Horst Eger.

Dr. Hans Christian Scheiner bezeichnete sich als Holistischen Arzt, der u.a. eine Krebstherapie favorisierte. Neue Wege in der Krebstherapie, half ihm jedoch nicht.
Dr. Joachim Mutter wollte in Brasilien eine Holistic Detox Clinic aufziehen, wo man auch den Geistheiler João de Deus fand. Mit im Boot waren viele bekannte Mitstreiter.
Dr. Mutter ist Schüler von Dr. Dietrich Klinghardt. Er lehrt Pseudomedizin Verfahren und orientiert sich an der Kinesiologie.
Zuvor versuchten sich auch Dr. Scheiner, Dr. B. Stöcker und U. Weiner erfolglos an einer Funk freien Klinik/Erholungszentrum.

Aktuelles Ko-Ini Vorstandsmitglied Ulrich Warnke ist ein deutscher Biologe, Buchautor und Erfinder diverser Therapie- und Diagnosegeräte, die der Alternativmedizin zuzuordnen sind. Seine Bücher sind der Esoterik zugeordnet.

Der Altnazi Werner Georg Haverbeck, ehemaliges ödp-Mitglied und Berater war viele Jahre als Pfarrer der Christengemeinschaft tätig. Er verstand es die Menschen zu beeinflussen (Collegium Humanum). Über die Öko-Szene, Naturfreunde und Kirchengemeinschaften versuchte man Mitstreiter zu gewinnen. Nach diesem Vorbild, agiert man in der Szene mVn heute noch.

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Dr. Scheiner und Dr. Mutter vertraten ihre Überzeug bei der Anti-Zensur Koalition. Die Anti-Zensur-Koalition (AZK) ist die propagandistische Initiative eines Personenkreises um den Schweizer Sektengründer Ivo Sasek, welcher der Meinung ist, aufgrund einer Verschwörung nicht näher genannter mächtiger Kreise mit eigenen Ansichten nicht ausreichend in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden und daher auch wirtschaftlich benachteiligt zu sein.

Der Funkamateur und Vorzeige EHS Ulrich Weiner tat ebenfalls bei der AZK auf und vertrat seine Überzeugung/Ideologie. Er versucht den Eindruck zu erwecken, dass er an Schulen mit seinen Vorträgen erfolgreich ist. Bei genauer Betrachtung stellt sich heraus, das er an Waldorfschulen aktiv war. Dr. Joachim Mutter bescheinigte ihm, dass er vermutlich EHS sei. Ein Gutachten, welches die Glaubwürdigkeit von Weiner erhöhen sollte.

Über Gerrit Krause vom LIMES NRW, der auch zu Diagnose-Funk gehört, wurde die finanzielle Förderung des Projekts FunkySchool über die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW abgewickelt. So dass Kinder und Eltern leichter zu beeinflussen sind. Der smarte Baubiologe Dr. Marco Danscheid, Schüler von Dr. D. Klinghardt steht den Schulpersonal/Schüler/Eltern als Referent kostenpflichtig zur Verfügung. Sein "Lehrmaterial" sind Flyer und Broschüren der Ko-Ini und Diagnose-Funk.

Der BUND warb für das Schulprojekt Funkyschool. Zuvor legte der BUND mit einschlägigen Vereinen (Ko-Ini, Stiftung Pandora, Stiftung BAU,) einen tendenziösen Flyer inkl. fehlerhafter Aussagen zum Thema auf, der direkt über das Kultusministerium in die Schulen einziehen sollte. Später entfernte das Kultusministerium diesen Flyer von seiner Webseite.

Vorstandsmitglied Peter Hensinger von Diagnose-Funk versucht über seine BUND-Mitgliedschaft politischen Einfluss zu gewinnen über Dritte durch falsch verstandene Behauptungen.

Ein anderes Vorstandsmitglied von Diagnose-Funk, auch grüner Stadtrat von Herrenberg verweigert sich wie viele andere vor Ihn den Dialog. Siehe auch die risikoscheuen Vorstandsmitglieder der Ko-Ini Buchner & Richter.

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Einfluss der Anthroposophie bei den Mobilfunkgegnern

Trebron, Mittwoch, 19.03.2014, 17:35 (vor 2771 Tagen) @ KlaKla

Also ich belächele die von sich selbst so überzeugten Edel-Esoteriker eher. (Aber Hut ab vor deren Arbeit mit Schwerstbehinderten!) An eine mächtig wirkende Ideologie der Anthroposophen glaube ich weniger. Von einer Handvoll 150%iger abgesehen, wühlt sich niemand mehr durch das gewaltige Werk des Großen Meisters. Dabei kämen zu viele verunsichernde krause Sachen zum Vorschein ;-). Die gemeinsame Klammer sind meiner bescheidenen Meinung nach die von diesen Leuten besuchten Waldorfschulen. Das ergibt, vor allem wenn auch schon die Eltern Waldörfer waren, einen bestimmten „Stallgeruch“, an dem man sich auch nach der Schulzeit wiedererkennt und –findet. Eine Erscheinung aller privaten / besonderen Schulen, egal welcher Ausrichtung. Das ergibt einfach Seilschaften der Ehemaligen. Der Korpsgeist wird gepflegt. Wenn man jetzt ein paar gängige spirituelle Waldorf-Schlagworte mit der dort gehätschelten Technik-Ferne verbindet, ist der Weg zur Angst vor bösen Strahlen schon gefunden. Auch die Resistenz der Glaubenden gegen Sach-Argumente und Fakten erklärt sich aus der „höheren Logik“ die dort vermittelt wird. Steiner mochte Darwin mW. nicht so sehr ;-).
Der „Nachschub“ für diese „alternative Denkweise“ ist übrigens gesichert. Auch anthroposophisch gänzlich unbeleckte Eltern schicken ihre Kinder an die „Freien Schulen“, denn dort bleibt niemand sitzen.

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Waldorfschule, Darwin, Anthroposophie

Einfluss der Anthroposophie bei den Mobilfunkgegnern

KlaKla, Donnerstag, 20.03.2014, 07:43 (vor 2770 Tagen) @ Trebron

An eine mächtig wirkende Ideologie der Anthroposophen glaube ich weniger. Von einer Handvoll 150%iger abgesehen, wühlt sich niemand mehr durch das gewaltige Werk des Großen Meisters. Parawissenschaft

Ich glaube auch nicht an eine mächtig wirkende Ideologie der Anthroposophen. Eine Handvoll 150% reicht jedoch aus, Laien zu verunsichern. Ihnen ein ungutes Bauchgefühl zu implantieren. Keiner fällt mit der Tür ins Haus. Esoterik und Übersinnliches wird nicht auf der großen Bühne geoutet. Es wird unterschwellig eingewoben. Mediziner, Heiler und Baubiologen verdienen damit ihr Geld (Transformer, Quarzsand-Box, Elektrosmog neutralisierende Farbkarte oder Feng-Shui-Kurse). Auf die Mischung und Verbindungen kommt es an. Anke Kern und der Naturheilverein Kempten e.V. ;-)

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

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"Die Drei" Zeitschrift für Anthroposophie - Alptraum 5G

KlaKla, Freitag, 05.06.2020, 08:52 (vor 501 Tagen) @ KlaKla

Artikel: Mit 5G wird sich das in diabolischem Ausmaß weiter steigern von Claudius Weise

Auszug: Wer Ulrich Weiner persönlich treffen will, der muss entweder einen seiner Vorträge besuchen oder sich in ein entlegenes Waldstück im Schwarzwald begeben, das sich in einem der immer seltener werdenden Funklöcher befindet. Warum das so ist und warum es in Zukunft immer mehr Menschen geben dürfte, die ein solches Leben am Rand der Gesellschaft führen müssen, ist der Inhalt des folgenden Interviews, das aus naheliegenden Gründen schriftlich geführt wurde ...

Ulrich Weiner ist ausgebildeter Kommunikationselektroniker mit der Fachrichtung Funktechnik. Seit an ihm eine Elektrohypersensibilität (EHS) festgestellt wurde, betätigt er sich in der Aufklärung der Öffentlichkeit über diese Krankheit und die gesundheitliche Problematik des digitalen Mobilfunks ...

Kommentar: Weiner scheint eine Ausbildung als Kommunikationselektroniker gemacht zu haben. Gescheitert ist er dann mit seiner Idee sich Selbstständig zu machen. Anschließen hat er wohl keine weitere Anstellungen als Kommunikationselektroniker ausgeübt sondern sattelte um auf, ich bin Elektrosensibel. Es ist und war immer ein leichtes einfach mal die Behauptung aufzustellen, ich reagiere auf Funkfelder. Einer seriösen Überprüfung seiner angeblichen Fähigkeiten hat sich Weiner nie gestellt. Seine Selbstdarstellung findet man zu Hauf im Internet. Seine Nähe zur AZK, ist bekannt und so ist es nicht verwunderlich, was Weiner in dem "Interview" von sich gibt. Von Autodidakten zu Autodidakt. Herr C. Weise hat keine Journalisten Ausbildung.

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Hofberichte über Ulrich Weiner

H. Lamarr @, München, Freitag, 05.06.2020, 17:46 (vor 501 Tagen) @ KlaKla

Herr C. Weise hat keine Journalisten Ausbildung.

Das mag sein, dass das ein Grund für die huldvolle Hofberichterstattung über Ulrich Weiner ist, den ich nach wie vor für einen "unechten Elektrosensiblen" halte.

Es dürfte aber mehr dahinter stecken, denn mir ist von sämtlichen Medienberichten über den Vorzeige-EHS kein einziger in Erinnerung geblieben, der Weiner mit kritischen Fragen ins Schwitzen gebracht hätte. Huldvolle Hofberichterstattung aber hat für echte Journalisten einen Status noch unter dem eines Zuhälters, will heißen: Wer seinem Beruf Ehre machen möchte, lehnt Verlautbarungsjournalismus als unzumutbare niedere Tätigkeit ab. Der Duden fasst zusammen, was unter Verlautbarungsjournalismus zu verstehen ist: kritiklose Berichterstattung in den Medien zu mehr oder weniger vorgegebenen Themen in mehr oder weniger vorgegebener Darstellung.

Sehr wahrscheinlich ist es daher so, dass Ulrich Weiner Journalisten, die etwas von ihm wollen, vertraglich klipp & klar vorschreibt, was sie ihn fragen oder über ihn schreiben dürfen. Aller Voraussicht nach verlangt Weiner auch einen "Korrekturlauf", d.h. Journalisten müssen ihren Artikel oder Videoclip Weiner vor Druck/Ausstrahlung vorlegen und freigeben lassen, tun sie es nicht, greift eine Vertragsstrafe. Wer auf dieses Spielchen nicht eingeht, braucht bei ihm gar nicht erst anzureisen.

Journalisten mit Rang und Namen lassen sich darauf nicht ein. Dies erklärt, warum die Hofberichterstattung über Weiner nahezu ausnahmslos in bedeutungslosen Lokal-/Regionalmedien stattfindet, die Ausstrahlung eines Weiner-Clips im Nachtprogramm. Für die Regenbogenpresse gilt dies nicht, für die gelten ganz andere Regeln, die mit kritischem Journalismus nichts zu tun haben, Weiner kann dort theoretisch auch schon mal auf Seite 1 aufkreuzen.

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