Ideologische Qualifikation des Diagnose-Funk-Personals (Allgemein)

Lilith, Mittwoch, 15.01.2014, 07:27 (vor 1988 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Lilith, Mittwoch, 15.01.2014, 08:09

Herr Dinger ist mWn kein Deutscher, sondern Schweizer mit Wohnort Dornach (bei Basel). In der Schweiz ist das Führen der Berufsbezeichnung Dipl.-Astrologe zulässig (siehe Hintergrund). Ich konnte bei Google allerdings nur noch Sekundärquellen finden, die behaupten, Uwe Dinger sei Dipl.-Astrologe. Man muss andere Quelle nutzen, um diese frühere Tätigkeit heute noch belegen zu können.

Herr Dinger firmierte bis 2008 als Dipl.-Astrologe und Compens-Bioenergetiker unter "AstroVita - Praxis für astrologische Beratungen".

Dornach?

Das ist nicht irgendein Kaff in der Schweiz. Einer bekannten esoterischen Denkschule gilt das als eine Art Mekka.

Dinger wurde auf dem Flyer zur schiefgegangenen Kundgebung München-Odeonsplatz (2012) mit dieser Adresse als V.i.S.d.P. aufgeführt:

..........[image]

Diese Adresse liegt direkt am "Goetheanum", dem Sitz der "Anthroposophischen Gesellschaft" in Dornach. Sofern diese Adressangabe korrekt ist, mag ich da an einen Zufall nicht so recht glauben:


..........[image]


Die Anthroposophische Gesellschaft hat sich gemäß den Lehren ihres Gründers Rudolf Steiner der Forschung in der übersinnlichen Welt verschrieben. Auf Grundlage dieses versponnenen und anti-wissenschaftlichen Weltbildes werden z.B. die bekannten Waldorfschulen und -kindergärten betrieben.

Die Schriften Steiners sind den im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Teilen des Bürgertums einigermaßen populären "theosophischen", esoterischen und idealistischen Zirkeln zuzuordnen. In diesen Zirkeln frönte man damals allerlei esoterischem Glaubensgut über die "geistige", übersinnliche Welt, verwob das mit Fernöstlichem wie auch mit schnödem Erbgut-Nationalismus; auch das Herbeirufen von Toten in sicherlich spannenden Seancen soll vorgekommen sein. Aus heutiger Sicht rassistische, wissenschaftsfeindliche und fundamentalchristliche Elemente lassen sich zuhauf entdecken. Aus ähnlichen Gründen werden auch die Lehren Steiners schon lange kritisiert.

Die Waldorf-Kindergärten und -Schulen der Anthroposophen erfreuen sich dennoch einiger Beliebtheit, nicht zuletzt wohl auch deswegen, weil ihnen ein exclusives Image im wahren Wortsinn anhaftet: Weil die Eltern Schulgeld dazuzahlen, gibt es dort einen geringeren Anteil an Schülern aus ärmeren, bildungsfernen Schichten.

Zum ideologischen "Rüstzeug" der anthroposphischen Geistesrichtung gehört denn auch die Astrologie. Sollte Dinger also tatsächlich der anthroposophischen "Denkrichtung" entstammen und möglichweise auch die Gründung der Schweizer "Diagnose-Funk"-Sektion von Anhängern dieser "Philosophie" beeinflusst sein, dann wäre mir erklärt, warum "Diagnose-Funk" Schweiz nie etwas vom Verein "Gigaherz" und seinem rabiaten Präsdenten wissen wollte. Das bei "Gigaherz" zum Markenzeichen gehörende, primitiv-dumme Getrampele und Gepoltere ist jedenfalls die Sache der Anthroposophen nicht. Dort zählt man durchaus auf gute Manieren, und das öffentliche Auftreten ist eher leisetreterisch.

Anthroposophische Affinitäten zu den Mobilfunkgegnern dürfte es gleichwohl geben. Smartphone-Kids sind an Waldorfschulen ein No-Go, aber noch viel mehr dürfte dem anthroposophischen Gedankengut zuwiderlaufen, dass die Frequenzen von UMTS & Co. den Kontakt zur übersinnlichen "geistigen Welt" stören könnten. Die üblichen Vortragsreisenden haben übrigens in Personal und Elternschaft der Waldorfschulen bereits eine willige Klientel für sich entdeckt.

.
Bild Quelle: Google Maps
.

--
Meine Beiträge sind als Meinungsäußerungen aufzufassen. Die Meinungsäußerungsfreiheit ist ein in allen zivilisierten Ländern gesetzlich geschütztes Grundrecht.

"Wer die Dummbatzen gegen sich hat, verdient Vertrauen." (frei nach J.-P. Sartre)

Tags:
BUND, Esoterik, Diagnose-Funk, Astrologe, Ideologie, Schweiz, Waldorfschule, Rudolf-Steiner, Anthroposophie, Dinger, 150448, Energetiker


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum