Anzahl Fachartikel: kein Maß für die Überzeugungskraft (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 13.11.2022, 15:14 (vor 79 Tagen) @ H. Lamarr

Schauen wir mal nach, welche Spuren die Sachverständigen im EMF-Portal hinterlassen haben. Hypothese: Je mehr Treffer ein Sachverständiger vorweisen kann, desto gewichtiger muss seine Aussage sein. Ob sich die gefundenen Treffer Fachveröffentlichungen zuordnen lassen oder anderen weniger prestigeträchtigen Aktivitäten wurde nicht weiter geprüft, anhand der Links kann dies jeder selbst erforschen:

► Wilhelm Mosgöller: 5 Treffer
► Michael Kundi: 46 Treffer
► Abraham Liboff: 45 Treffer
► D. John Panazoboulos: 0 Treffer
► Igor Belyaev: 56 Treffer

► Meir Stampfer: 1 Treffer
► John Laterra: 0 Treffer

So weit, so gut. Und jetzt noch ein Rückblick ins Jahr 2002. Im Rechtsstreit Newman vs. Motorola traten aufseiten der Beklagten Stampfer und Laterra schon einmal an. Aus Sicht der Richterin waren sie damals in der "Daubert-Anhörung" überzeugender als die folgenden vier Sachverständigen der Kläger. Ergebnis: die Klage wurde bereits nach der Beweisaufnahme abgewiesen, es kam also gar nicht erst zu einer Verhandlung. Da diese Entscheidung 2002 fiel, wurden bei der folgenden Auswertung nur bis dahin anfallende Treffer berücksichtigt.

► Lennart Hardell: 16 Treffer (bis 2002)
► Henry Lai: 33 Treffer (bis 2002)
► Neil Cherry: 4 Treffer (bis 2002)
► Jerry Phillips: 31 Treffer (bis 2002; Ergebnis wegen Namensähnlichkeiten uneindeutig)

Fazit: Die Hypothese konnte durch die Treffer-Recherche nicht bestätigt werden. Stampfer und Laterra können, was die Anzahl der im EMF-Portal dokumentierten Fachveröffentlichungen anbelangt, mit den Sachverständigen der Kläger in keiner Weise mithalten. Dennoch waren sie 2002 überzeugender als ihre Kontrahenten. Die Anzahl der Fachveröffentlichungen eines Sachverständigen ist deshalb gemäß der vorliegenden (sehr begrenzten) Auswertung kein verlässliches Maß für seine Überzeugungskraft bei gerichtlichen Auseinandersetzungen.

[Admin: Satz mit "Beweisaufnahme" geringfügig ergänzt am 03.12.2022]

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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