Murray vs. Motorola: Vorgeschichte Newman vs. Motorola (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 11.11.2022, 22:10 (vor 80 Tagen) @ H. Lamarr

Gemäß der Quelle haben diesmal auch die Beklagten zwei Sachverständige in die Anhörung geschickt, warum nur zwei weiß ich nicht:

Meir Stampfer
John Laterra

Stampfer und Laterra sind erfahrene und erfolgreiche alte Hasen. Sie waren bereits vor 20 Jahren Sachverständige der Verteidigung in dem 800-Mio.-Dollar-Hirntumorfall Christopher Newman et al. vs. Motorola et al.. Die Kläger hatten Lennart Hardell und Henry Lai als Sachverständige verpflichtet. Nach der Daubert-Anhörung der Sachverständigen traf die Richterin Catherine C. Blake am Ende der Beweisaufnahme die Entscheidung, wegen unzureichender Beweisführung der Klägerseite kein Verfahren gegen die Beschuldigten zu eröffnen. Forumteilnehmer "KlaKla" hat das entscheidende Memorandum der Richterin gefunden. Dort ist indirekt nachzulesen, dass Hardell und Lai bei der Anhörung durchgefallen sind, denn die Richterin gab dem Antrag der Beklagten statt, die Zeugenaussage der Klägerseite auszuschließen. In Gegenrichtung versuchte die Klageseite die Aussage bestimmter Sachverständiger der Verteidigung einzuschränken und/oder auszuschließen. Diesem Antrag gab die Richterin nicht statt. Die Aussagen von Stampfer und Laterra behielten somit Gültigkeit, die von Hardell und Lai nicht. Möglicherweise ist diese Niederlage vor Gericht im Jahr 2002 mit ein Grund dafür, dass Hardell und Lai sich für die Demütigung rächen wollen und 20 Jahre später selbst im Rentenstand noch immer für die Belange von Mobilfunkkritikern stark machen.

Die Ausführungen von Richterin Blake haben zwar schon viele Jahre auf dem Buckel, bekommen von mir jedoch eine Leseempfehlung. Denn das Memorandum der Juristin deckt einige Zusammenhänge und Stellungnahmen aus der Jungsteinzeit der Mobilfunkdebatte auf, wie sie nie und nimmer auf den Websites überzeugter Mobilfunkgegner zu lesen sind.

Spekulative Ergänzung: Der Neuseeländer Neil Cherry muss mit seiner heftigen Kritik an den Icnirp-Empfehlungen von 1998 für alle Kläger mit Hirntumoren in den USA und der Mobilfunkbranche als Prozessgegner um das Jahr 2000 herum eine äußerst willkommene Erscheinung gewesen sein. Wahrscheinlich ist der zeitliche Zusammenhang zwischen Cherrys Kritik und den frühen Hirntumorprozessen nur Zufall, gänzlich ausschließen möchte ich eine z.B. von George Carlo eingefädelte Inszenierung zur gezielten Orchestrierung der Hirntumorprozesse zugunsten der Klägerseite jedoch nicht. Den Anstoß für diesen unbelegten Verdacht gab das seltsame Duo Carlo/Scheidsteger und dessen Aktivitäten.

Wie trotzig die Bürgerwelle vor 20 Jahren auf die Pleite in Sachen Newman vs. Motorola reagiert hat, lässt sich hier erfahren. Angestrengtes Schönreden saftiger Niederlagen ist demzufolge keine Erfindung des Stuttgarter Vereins Diagnose-Funk, sondern bereits um die Jahrtausendwende typisch für die Szene gewesen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Motorola, Hardell, Cherry, USA, Murray, Henry Lai, Stampfer, Newman, Baltimor, Hirntumorklage, Blake


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