Dr. med. C. Aschermann wirbt für EMF-Leitlinie (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 01.11.2018, 11:58 (vor 401 Tagen) @ KlaKla

Die nun hoch bejubelte EMF-Leitlinie findet außerhalb der Seifenblase keine Beachtung.

Steter Tropfen höhlt den Stein, heißt es. In der Tropfsteinhöhle der Anti-Mobilfunk-Szene höhlt im Oktober 2018 die nicht mehr praktizierende Nervenärztin Frau Dr. Aschermann den Stein der EMF-Leitlinie mit einem Leserbrief in der Süddeutschen Zeitung.

Wlan ausschalten

"Einfach die Hölle" vom 1. Oktober: Die Autorin des Artikels behauptet, es würden Computer und Smartphone schnell als Grund dafür vermutet, dass immer mehr Kinder und Jugendliche an Kopfschmerzen und Migräne litten. Wäre es so, ließe sich dies ja relativ leicht und mit Erfolg beheben! (Vorausgesetzt, es besteht keine Smartphonesucht.) Häufig sind es Wlan von Router und Notebook, die Beschwerden auslösen, oder die Strahlung von Mobilfunkmasten - mit LTE plus wurde im vergangenen Jahr deutschlandweit aufgerüstet. Auch der Funk, der direkt vom Smartphone ausgeht, könnte Schmerzen verursachen. Kopfweh, Gliederschmerzen, Herzklopfen und Schlafstörungen sind heutzutage verbreitete Symptome. Die Therapie: Wlan ausschalten, Kabel anschließen, Handynutzung einschränken, ggf. zum Sender hin abschirmen.

Die genannten Störungen und viele andere sind seit mehr als 80 Jahren als Folgen von Funktechnik bekannt und keineswegs neu (siehe Literaturübersicht in der "EUROPAEM EMF‐Leitlinie 2016 zur Prävention, Diagnostik und Therapie EMF‐bedingter Beschwerden und Krankheiten", von Belyaev et al.). Die Gehirne von Kindern reagieren noch empfindlicher auf Funkstrahlung als die von Erwachsenen. Wie könnte die Zukunft aussehen für diese seit Geburt smartphonebelasteten jungen Leute? Der französische Hirnforscher Belpomme gab 2015 eine erschreckende Antwort. Er diagnostizierte an ca. 700 Menschen, die berichteten, unter Funk zu leiden, eine Minderdurchblutung bestimmter Hirnareale und stellte anhand von Laborbefunden ein erhöhtes Risiko fest für neurodegenerative Krankheiten, unter denen Morbus Alzheimer und Parkinson auch Laien bekannt sind. Schon jetzt zeichnen sich erhöhte "Schusseligkeit", reduziertes Leistungsvermögen, ungeschliffene, grobe und unsachliche Sprache in den verschiedenen Altersklassen ab, als vermutliche Anzeichen eines beginnenden geistigen Verfalls. Ich schreibe dies aus der Sicht einer sich sorgenden Nervenärztin.

Hintergrund
Dominique Belpomme (75) ist kein Hirnforscher, wie Frau Aschermann behauptet, sondern ein umstrittener Onkologe (Krebsarzt), der in Frankreich mit einem pseudowissenschaftlichen Diagnoseverfahren (Encephaloscan) gegen Bezahlung (angeblich 1800 Euro) wertlose Atteste für überzeugte "Elektrosensible" ausstellt.

Dominique Belpomme im IZgMF-Forum

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Alzheimer, Leserbrief, Aschermann, Belpomme, Pseudowissen


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