2G zugunsten von 5G aufgeben: keine Lösung für die Schweiz (Technik)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 26.09.2018, 14:54 (vor 361 Tagen) @ H. Lamarr

Aufgrund der äußerst strengen Grenzwerte und des rigiden Vollzugs, so Lehmann weiter, bleibe für 5G aktuell jedoch nicht mehr viel Leistung übrig, obwohl 5G-Systeme sehr wohl mehr davon liefern könnten. Grund für diesen Engpass seien die bestehenden Systeme. Besonders 3G- und 4G-Antennen müssten nach wie vor weiter betrieben werden und konkurrierten mit 5G um Sendeleistung, weshalb für 5G teilweise nur sehr geringe Leistungswerte zur Verfügung stünden. Gerade eben so viel, dass die Grenzwerte noch eingehalten werden.

Müsste nicht mit der Stilllegung von 2G-Standorten das Gerangel um Sendeleistung zugunsten von 5G zufriedenstellend und ohne Lockerung der Anlagegrenzwerte zu lösen sein? Wegen der schlechten Bandbreiteneffizienz GMSK-modulierter Träger müsste die Aufgabe von 2G doch mehr als genug Sendeleistung für 5G bringen. Da vermutlich kaum noch 1-Band-Mobiltelefone in Gebrauch sind und UMTS/LTE das bisschen Datenvolumen durch reinen Sprechverkehr nebenbei noch mit abwickeln könnten, wüsste ich jetzt nichts, was der Lösung "2G wird (mit Übergangsfrist) zugunsten von 5G aufgegeben" im Wege stünde, um trotz Anlagegrenzwert genug Sendeleistung für eine 5G-Flächenversorgung zu bekommen.

Soweit die Überlegungen eines Leichtmatrosen aus dem Münchener Trockendock. Doch was sagen die sturmerprobten Gebirgsmatrosen von Swisscom dazu? Hugo Lehmann (Technical Lead Mobile Access) und Jürg Studerus (Senior Manager Public Communications) geben Auskunft:

So einfach ist die Sache nicht.

1. Ein GSM-Träger ist 200 kHz breit während man bei 5G mit 100 MHz startet und bis 800 MHz Bandbreite gehen wird.

2. In unserem Netz haben wir in den letzten Jahren schon massiv GSM-Leistungen reduziert. Was auch verständlich ist, da fast nichts mehr über GSM läuft. 2G beansprucht auf Mobilfunksites der Swisscom gegenwärtig nur noch zirka 10 Prozent der gesamten Sendeleistung. Diese wenigen verbliebenen Prozent von GSM reichen nicht aus, eine breitbandige 5G-Versorgung zu realisieren.

3. 5G wird auch höhere Frequenzen nutzen (zuerst 3,5 GHz, später 26,5 GHz). Diese Frequenzen breiten sich schlechter aus als tiefere. Daher braucht man grössere Antennengewinne, die sich in höherer ERP niederschlagen.

Päng!

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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