November 2014: Gutes Beispiel für schlechten Journalismus (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 19.03.2016, 10:52 (vor 1338 Tagen) @ H. Lamarr

Am 7. November 2014 schrieb die Journalistin Isabel Klaas in RP Online:

Weil es in Erkrath ein Mobilfunk-Konzept gibt, das die Bürger vor ungesunder Strahlung schützen will, weigern sich Anbieter wie Telekom, O2/Telefonica, E-Plus und Vodafone das Netz auszubauen.

Leider hat Frau Klaas ein entscheidendes Wörtchen vergessen, mit dem sie sich als neutrale (objektive) Berichterstatterin hätte profilieren können. So aber macht die Frau Stimmung gegen Mobilfunkbetreiber. Mit ordentlichem Journalismus hat das nichts mehr zu tun, egal ob Frau Klaas das Wörtchen absichtlich weggelassen hat oder nur aus Schusseligkeit. Denn was soll ein Leser des Satzes anderes denken, als dass geldgierige Mobilfunker rücksichtslos ein Segen spendendes Mobilfunkkonzept in Erkrath boykottieren?

Achso, fast hätte ich's vergessen: das fehlende Wörtchen, das dem Satz so gut getan hätte, lautet "angeblich" (... das die Bürger vor angeblich ungesunder Strahlung schützen will ...).

Seit Jahrzehnten zerbrechen sich Wissenschaftler den Kopf, ob schwache Funkfelder Menschen zusetzen können. Außer ein paar verschwommenen Hinweisen wurde nichts Greifbares gefunden, geschweige denn ein Beweis. Und weil noch nicht einmal Klarheit darüber herrscht, ob starke Funkfelder gesundheitsschädlich sind, stuft kein geringerer als die WHO schwache Funkfelder, mit denen Mobilfunk-Basisstationen Anwohner beglücken, als harmlos ein. Dass der einsame Gutachter, der für Erkrath vor Jahren das Mobilfunkkonzept ersann, aus Sicht eines anerkannten Experten fachlich nicht unumstritten ist, dürfte Frau Frau Klaas ebenfalls nicht bekannt sein. Dennoch formuliert sie so, als wüsste sie all das besser. Für mich ein gutes Beispiel für schlechten (tendenziösen) Journalismus.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum