Mobilfunkversorgungskonzept Erkrath: sechs statt 17 (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 23.09.2011, 23:07 (vor 2982 Tagen)

Seit der Rat am 12. Juli darüber entschieden hat, gibt es in Erkrath ein städtisches Mobilfunkversorgungskonzept. Am Donnerstag wurde es im Bürgerhaus vorgestellt. Das öffentliche Interesse war nahezu verschwindend gering – nur gut ein Dutzend Menschen hörte sich den Vortrag von Diplomphysiker Peter Nießen an, der das Konzept erstellt hat, und stellte Fragen an Nießen und die Vertreter der Stadt. Unter den Zuhörern waren Aktivisten der Bürgerinitiative für umweltfreundlichen Mobilfunk (Bium).

Aus 17 Standorten sollen sechs werden

Ziel des Mobilfunkkonzeptes ist es, aus 17 Mobilfunkstandorten auf Erkrather Stadtgebiet nur noch sechs zu machen. Diese sechs Funktürme sollen die Versorgung von professionell nutzbarem Mobilfunk auch innerhalb von Gebäuden gewährleisten.

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Die Immissionen, die nach Einführung des Mobilfunkversorgungskonzepts entstehen würden, lägen allerdings voraussichtlich unter drei Milliwatt pro Quadratmeter. „Das ist drastisch unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes von bis zu 10 000 Milliwatt“, erläuterte Nießen.

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Kommentar: Dr. Nießen, das zeigt das Gutachten, ist sich der Problematik des schlechteren Handyempfangs bei einer wegen Ausdünnung an Basistationen größerer Entfernung zur nächstgelegenen Basistation durchaus bewusst. Ob es tatsächlich ausreicht, diesen negativen Effekt eines von 17 auf sechs Standorte reduzierten Netzes dadurch zu kompensieren, dass die Masten der sechs optimierten Standorte höher sind und deshalb in steilerem Winkel in die "Straßen- und Häuserschluchten" von Erkrath einfallen, wird die Praxis zeigen müssen. Ich habe Zweifel, dass diese Theorie in der Praxis mit (nur) 25 bis 48 Meter hohen Masten Bestand hat. Den Vergleich der prognostizierten maximal 3 mW/m² mit dem UMTS-Grenzwert hätte sich Dr. Nießen sparen können, interssanter wäre der Vergleich zur momentanen Situation vor Ort gewesen. Denn weil bei 17 Standorten (statt sechs) die Zellengröße aller Voraussicht nach merklich kleiner ist, könnte es durchaus sein, dass die momentane Situation nicht viel schlechtere oder sogar bessere Werte hervor bringt. Leider fehlt in dem Gutachten ausgerechnet das Kapitel (7), das über die Ist-Situation in Erkrath Auskunft geben könnte, aus Datenschutzgründen, wie es momentan auf der Website heißt. Evtl. wird die Dokumentation jedoch nachträglich doch noch komplettiert.

Bemerkenswert finde ich, dass die Stadt einen Haufen Geld für ihr Stanndortkonzept ausgibt, bei der Vorstellung der schon seit 2006 laufenden Arbeit dann aber nur eine handvoll Leute sich dafür interessiert. So wie es aussieht, befriedigt die Stadt mit der Investition im wesentlichen nur die Bedürfnisse der ortsansässigen Bürgerinitiative für umweltfreundlichen Mobilfunk (Bium).

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
BUND, Nießen, Gutachten, Standortkonzept, Wutbürger, Mobilfunkkonzept, Erkrath, EMF-Institut


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