Welche Presseerklärung? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 20.06.2008, 13:26 (vor 5337 Tagen) @ Doris

Ich gehe davon aus, dass die Recherchearbeit des ARD Teams in Stuttgart schon vor ein paar Tagen stattfand - also vor dem offiziellen Statement von Sigmar Gabriel.

Ja, davon ist auszugehen. Aber wieso gerade Stuttgart und wieso ausgerechnet diese BI und keine andere, was ist an dieser BI so wichtig? Nach dem Lesen der sogenannten Presseerklärung stelle ich fest, dass es nicht eine besondere Kompentenz oder ein besonders Maß an Durchblick sein kann, was diese BI für die ARD so interessant macht, denn dieses Papier erzählt mMn nur den üblichen "Schmäh", wie er tonnenweise auch anderswo zu finden ist: Vorwürfe, Behauptungen, Unterstellungen, Weglassungen - und nebebei wird auch noch ein bisschen Eigenwerbung gemacht - naja, meinetwegen. Also zurück zum Ausgangspunkt: Was ist an dieser BI so toll? Meine Meinung: Es ist das "Beziehungsgeflecht", dass diese BI aufgebaut hat und das sie von anderen BIs unterscheidet. Die Beziehungen reichen u.a. auch in die Redaktion eines öffentlich-rechtlichen ARD-Senders. Sie reichen aber auch ins Bildungswesen und in die Ärzteschaft des Ländles.

So, und damit die Beziehungen auch was bringen, spielen sich die fünf oder sechs Akteure dort die Bälle zu. Von außen ist dies kaum erkennbar, die räumliche Dichte der Vorkommnisse ist es, die das Geflecht sichtbar werden lässt. Im Grunde wird hier Lobbyismus versucht. Die Interessen der Kritiker raffiniert zu vertreten wäre ja auch nicht zu beanstanden. Nur, was wird denn bei Licht besehen gemacht? Es werden mit untauglicher Argumentation die eigenen Interessen (Sendemastengegner) vertreten, und darüber brauchen wir glaube ich nicht weiter zu diskutieren, dass dies eine Sackgasse ist und bleiben wird. Die Relevanz der sogenannten Presserklärung wird daher in freier Wildbahn gegen Null gehen und nur das gewohnte Kopfschütteln auslösen. Aus meiner Sicht sind solche Presseerklärungen das pure Gift für die Akzeptanz von Mobilfunkkritikern in der Öffentlichkeit. Wir können ja in ein paar Tagen mal nach der Resonanz im Online-Blätterwald googlen, dann werden wir's ja sehen ...

Achso, fast hätt' ich's vergessen: Wer glaubt, dass in dem Beziehungsgeflecht nur Mütter Theresas mit dabei sind, der möge weiter daran glauben, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Ich aber habe durchs Geflecht schon mal einen Baubiologen und einen "Umweltanalytiker" durchschimmern sehen - bis jetzt, es könnten noch andere zum Vorschein kommen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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