ZDF-Doku: Krankmacher Handy? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 17.03.2017, 23:56 (vor 969 Tagen)

Die dubiose Doku über den "elektrosensiblen" Mann im Märchenwald ist noch gar nicht fertig kritisiert, da rollt schon der nächste Angriff einer öffentlich rechtlichen TV-Anstalt auf den gesunden Menschenverstand: Diesmal ist es das ZDF, das am 2. April 2017 von 16:30 Uhr bis 17:00 Uhr in der Reihe Prisma die Dokumentation "Krankmacher Handy?" ausstrahlen möchte. Die Vorankündigung verheißt nichts Gutes, wieder werden dem Publikum angebliche "Elektrosensible" vorgeführt, als stünde nicht seit geraumer Zeit mit hoher Sicherheit fest, dass diese filmreife "Modekrankheit" keine des Körpers ist. Auszug aus der Vorankündigung:

Mario Babilon spürt die gesundheitlichen Auswirkungen von Elektrosmog am eigenen Leib. Die Leidensgeschichte des Stuttgarter Physik-Professors begann vor mehr als zehn Jahren. Damals litt er vor allem nach langen Meetings an starken Kopfschmerzen. Für den Physiker begann eine Odyssee von Arzt zu Arzt, keiner konnte helfen.

Erst ein Zeitungsartikel brachte Mario Babilon auf die Idee, es könne sich um EHS handeln und um eine Reaktion auf das neu installierte WLAN-Netzwerk in den Besprechungsräumen. Daran glauben wollte der Wissenschaftler zunächst nicht, doch schon bald merkte er: Ohne WLAN-Netze in seiner Umgebung geht es ihm deutlich besser. Der Physik-Professor ist kein Einzelfall. Laut einem Bericht des Bundesumweltministeriums an den Deutschen Bundestag bezeichnen sich in Deutschland etwa eine Million Menschen als elektrosensibel.

Hanna ist 15 Jahre alt. Die Gymnasiastin litt vor zwei Jahren plötzlich an starken Schmerzen und Atemnot. Im vergangenen Jahr konnte das Mädchen kaum zur Schule gehen.

Mittlerweile ist sie bei dem Umweltmediziner Dr. Harald Banzhaf in Behandlung, der als Ursache für die Beschwerden Elektrosmog vermutet.

Wie dem auch sei, inhaltlich erwarte ich mir von diesem Streifen keine neuen Erkenntnisse. Schon interessanter finde ich, was eine kurze Recherche über die Entstehung dieses Werks erbracht hat. Misstrauisch machten mich die Reizwörter "Stuttgart" (Sitz des schrägen Anti-Mobilfunk-Vereins Diagnose-Funk) und der mit diesem Verein verbandelte Dr. med. Harald Banzhaf. Zu den kommerziellen Aspekten der Anti-Mobilfunk- und "Elektrosensiblen"-Szene brauche ich hier keine Links zu setzen, dieses Forum ist voll davon (Beispiel). Es stellen sich daher mMn die üblichen Fragen: Wieso gibt es diesen Film überhaupt, welche Botschaft verbreitet der Streifen und wer hat den größten Nutzen davon.

Verantwortlich für diese Doku zeichnet nicht das ZDF, sondern Jenny Roller-Spoo, eigenen Angaben zufolge freie Journalistin, Regisseurin und Sprecherin. Produziert wurde der Film von der Bilderfest GmbH, München. Dies sieht alles noch ganz unverdächtig aus, von einer Seilschaft keine Spur. Doch bei Bilderfest arbeitet als Jungredakteurin Verena Ziegler, sie dürfte den Anstoß gegeben haben: Klingelt's? Unklar ist nach wie vor, was Ziegler umtreibt, das Thema "Elektrosensible" unkritisch in die Öffentlichkeit zu tragen. Ungewöhnlich an ihrem Film von 2015 war der Auftritt des Ex-Tabaklobbyisten Franz Adlkofer, der sich vor rd. zehn Jahren in der Anti-Mobilfunk-Szene niedergelassen hat und Insidern zufolge inzwischen dort die Fäden zieht und die Puppen tanzen lässt.

Hintergrund
Altvorderer unter den Anti-Mobilfunk-Kriegsfilmemachern ist Klaus Scheidsteger. Das Medium "Film" wird von der hiesigen Szene der kommerziell orientierten Mobilfunkgegner seit etwa zwei Jahren verstärkt genutzt (in USA gibt es diesen Trend schon ein paar Jahre länger), denn Film bietet beste Möglichkeiten, unter dem (seriösen) Deckmantel "Dokumentation" arglose Zuschauer einer "Gehirnwäsche" zu unterziehen. Leichtgläubige Zuschauer sind suggestiven Bildern und Tönen wehrlos ausgesetzt, für Rückfragen oder kontroverse Diskussionen gibt es in aller Regel keine Gelegenheit. Schlimmstenfalls sitzen Kinogänger, z.B. wie bei Scheidsteger, 90 Minuten lang in der Falle.

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ZDF füllt Sendezeit mit Desinformation

KlaKla, Samstag, 18.03.2017, 09:29 (vor 969 Tagen) @ H. Lamarr

Wessen Handschrift dahinter steckt, ist doch klar zu erkennen. ;-)
Hier wird der zweite Schritt vor dem ersten ausgeführt. Man behauptet einfach EHS sei eine Krankheit, die in Deutschland nicht anerkannt ist. Dass sie nirgendwo anerkannt ist, auch nicht in Schweden, wie gerne aus einschlägigen Kreisen behauptet wird unterschlägt man.

planet e: … Denn in Deutschland ist die Krankheit nicht anerkannt. Das für den Schutz der Bevölkerung zuständige Bundesamt für Strahlenschutz hat jahrelang versucht, das Phänomen EHS in Studien nachzuweisen, ohne Erfolg...

In der Vorankündigung wird behauptet, dass die Ergebnisse der Studien ohne Erfolg waren. Richtet man den Erfolg daran aus, EHS als Krankheit anzuerkennen, ist die Aussage zutreffend. Es kommt also darauf an, welches Ziel definiert man. Wenn hier schon das Bfs ins Spiel gebracht wird, sollte man das Ziel des BfS dem Zuschauer erkennbar machen. Andernfalls gehe ich davon aus, dass man hier bewusst täuschen will. Denn das Ziel des Bfs wurde erreicht, Siehe hier …, nur das Ergebnis gefällt den EHS und Nutznießern nicht.

Längst klar ist, dass an den EHS-Geschichten viele Geschäftemacher angekoppelt sind. Ob es nun Mediziner wie der Banzhaf, Baubiologen wie der Gutbier oder Filmemacher wie Scheidsteger sind. Das Spektrum ist vielfältig. Wenn nun Broschüren und Flyer von DF und der KO-Ini nicht mehr ausreichen, dann müssen eben Filme her. Da kannste dann auch eine Überzeugte Einzelmeinung eines "Mitstreiters" der anerkannten Wissenschaft gegenüber stellen. Der unbedarfte Zuschauer erkennt die Manipulation nicht aber die verantwortlichen Einkäufer beim ZDF wohl auch nicht mehr.

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ZDF-Doku: Spinner vs. Physik-Professor

H. Lamarr @, München, Samstag, 18.03.2017, 12:04 (vor 969 Tagen) @ H. Lamarr

Die Leidensgeschichte des Stuttgarter Physik-Professors begann vor mehr als zehn Jahren. [...] Der Physik-Professor ist kein Einzelfall. Laut einem Bericht des Bundesumweltministeriums an den Deutschen Bundestag bezeichnen sich in Deutschland etwa eine Million Menschen als elektrosensibel.

Überzeugte Elektrosensible klagen darüber, von Mitmenschen als Spinner betrachtet zu werden. Eine nur zu berechtigte Einschätzung, denn bislang gelang es weltweit keinem seriösen Wissenschaftler, auch nur einen einzigen "Elektrosensiblen" zu finden. Unter strengen wissenschaftlichen Versuchsbedingungen versagten alle Probanden, die zuvor behaupteten, sie können schwache elektromagnetische Felder spüren.

Dieses Gewicht lastet schwer auf der einen Schale der Balkenwaage, auf der Pro- & Kontra-Argumente über "Elektrosensibilität" angehäuft werden. Mit belastbaren Sachargumenten ist diese Waage nicht ins Gleichgewicht zu bringen, also wird ein alter Propagandatrick aus der Kaiserzeit eingesetzt, gemeint ist die Titelgläubigkeit der Deutschen. Der Verfasser des oben zitierten Textes weiß über das Spinner-Image des Stuttgarters, deshalb legt er zur Kompensation in die andere Waagschale den Titel "Physik-Professor". Denn üblicherweise sind Physik-Professoren keine Spinner. Bei den meisten Menschen dürfte dieser Trick funktionieren und Zweifel hervorrufen, ob der Betroffene nicht vielleicht doch an "Elektrosensibilität" leidet, diese Krankheit also kein Luftgeist der Psyche ist, sondern real. Sollte dies zutreffen, hätte der Film sein Ziel aus Sicht kommerziell orientierter Mobilfunkgegner bereits erreicht, denn ein über schreckliche biologische Folgen des Elektrosmogs Verunsicherter ist potentieller Kunde für das Heer der Profiteure, die nur darauf warten, den Verunsicherten unnötige Produkte und Dienstleistungen anzudrehen. Der Film leistet so erfolgreich subtile Beihilfe zur Geschäftsanbahnung, besser bekannt unter dem Begriff Schleichwerbung.

Der tendenziöse Text der Vorankündigung lässt vermuten, der Film haut in dieselbe Kerbe. Ein Beispiel ist die tendenziöse Behauptung, laut einem Bericht des Bundesumweltministeriums an den Deutschen Bundestag bezeichnen sich in Deutschland etwa eine Million Menschen als elektrosensibel. Wer es nicht besser weiß muss glauben, hierzulande würde es von "Elektrosensiblen" nur so wimmeln, warum sollte man sich nicht zwanglos dazu gesellen, wenn einem nach einem längeren Handy-Telefonat das Ohr glüht? Seit mindestens 15 Jahren versuchen "Elektrosensible" und organisierte Mobilfunkgegner dieses Zerrbild der Realität ins Bewusstsein der Bevölkerung zu tragen. Tatsächlich ist die genannte Anzahl lediglich eine Hochrechnung, gestützt auf Umfragen. Die realen Zahlen zeigen ganz andere Dimensionen im dreistelligen Bereich, so hat der mit Abstand größte Verein für Elektrosensible mit Sitz in München gerade einmal rd. 140 Mitglieder, wie viele davon Profiteure sind (dem Verein angeschlossene Baubiologen), ist nicht bekannt. Auch alle anderen Indikatoren weisen ausnahmslos auf eine winzige Randgruppe hin und nicht auf ein Millionenheer von Betroffenen. Die Diskrepanz beruht a) auf Schwächen einer Hochrechnung und b) aus einer unscharfen Fragestellung.

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1,5% der Deutschen würden sich als elektrosensibel bezeichnen

KlaKla, Samstag, 18.03.2017, 13:54 (vor 968 Tagen) @ H. Lamarr

Der tendenziöse Text der Vorankündigung lässt vermuten, der Film haut in dieselbe Kerbe. Ein Beispiel ist die tendenziöse Behauptung, laut einem Bericht des Bundesumweltministeriums an den Deutschen Bundestag bezeichnen sich in Deutschland etwa eine Million Menschen als elektrosensibel. Wer es nicht besser weiß muss glauben, hierzulande würde es von "Elektrosensiblen" nur so wimmeln, warum sollte man sich nicht zwanglos dazu gesellen, wenn einem nach einem längeren Handy-Telefonat das Ohr glüht. Seit mindestens 15 Jahren versuchen "Elektrosensible" und organisierte Mobilfunkgegner dieses Zerrbild der Realität ins Bewusstsein der Bevölkerung zu tragen.

Wer nur im Dunstkreis der lieben Mitstreiter recherchiert, wird fündig beim Verein der EHS aus München, der Linkschleuder von DF. Siehe hier ...

Gehen sie nicht über Los, ziehen sie sich zurück zur Blödelprognose von Hallberg/Oberfeld.
Also nix Neues, nur alter Wein in neuen Schläuchen.

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ZDF-Doku: Schwarzwälder Bote springt bei

H. Lamarr @, München, Freitag, 31.03.2017, 14:40 (vor 955 Tagen) @ H. Lamarr

Die dubiose Doku über den "elektrosensiblen" Mann im Märchenwald ist noch gar nicht fertig kritisiert, da rollt schon der nächste Angriff einer öffentlich rechtlichen TV-Anstalt auf den gesunden Menschenverstand: Diesmal ist es das ZDF, das am 2. April 2017 von 16:30 Uhr bis 17:00 Uhr in der Reihe Prisma die Dokumentation "Krankmacher Handy?" ausstrahlen möchte.

Wie durch Wunderhand gelenkt bringt der Schwarzwälder Bote rechtzeitig vor dem großen Ereignis heute einen Beitrag, der den TV-Mitspieler Dr. med. Harald Bantzhaf so gut in Szene setzt, dass der Herr Doktor sich nicht wundern wird, wenn ab 2. April sein Privatpatentenstamm einiges an Umfang gewinnen wird.

Und wieder einmal herrscht Rätselraten, wer die Initialzündung zu verantworten hat: Waren es die Autoren Jörg Wahl und Julia Brenner von der Zeitung, die den Doktor beglücken wollten oder war es der Doktor (bzw. ein Strohmann), der die Zeitung diskret auf seinen großen TV-Auftritt hingewiesen und um eine angemessene Würdigung in dem Blatt ersucht hat? Wir werden es ganz sicher nicht erfahren.

Bei ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit habe ich zuweilen in den Redaktionen nachgefragt, wer zuerst die Idee für einen Bericht hatte, Antwort habe ich keine bekommen. Über Filz reden Journalisten nur dann gerne und investigativ, solange sie nicht selbst davon betroffen sind. Auch wenn es im konkreten Beispiel nur ein Filzchen ist, eine kleine Gefälligkeit und ein bisschen Hofberichterstattung.

Meine Einschätzung: Was Dr. Banzhaf der Zeitung als "Wirkmodell" von Elektrosmog angedreht hat ist auf dem Niveau von Kaffeefahrt-Experten und für mich vollendeter Stuss, der nicht weiter erörtert werden muss. Und weil der Beitrag auch sonst mit wenig Aufwand, Esprit und Recherche zusammengeschustert wurde, gehe ich davon aus, die beiden Autoren sind nicht die Initiatoren, sie mussten ihn schreiben.

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ZDF-Doku: Krankmacher Handy? Note "mangelhaft"

H. Lamarr @, München, Sonntag, 02.04.2017, 21:38 (vor 953 Tagen) @ H. Lamarr

Die Vorankündigung verheißt nichts Gutes, wieder werden dem Publikum angebliche "Elektrosensible" vorgeführt, als stünde nicht seit geraumer Zeit mit hoher Sicherheit fest, dass diese filmreife "Modekrankheit" keine des Körpers ist.

Der Streifen hat die Vorbehalte aus meiner Sicht voll bestätigt, er wäre besser am 1. April ausgestrahlt worden. Prof. Lerchl und Dr. Ziegelberger durften die Gegenmeinung insoweit vertreten, dass der Vorwurf der Einseitigkeit nicht uneingeschränkt zutrifft. Insgesamt ist der Film tendenziös, die Großformat-Schleichwerbung für einen in Bayern beheimateten Messgeräte-Produzenten beschämend. Von einem öffentlich-rechtlichen Sender hatte ich mir im Stillen bessere Qualität erhofft, dies scheint jedoch immer dann ein unerfüllbarer Wunsch zu sein, wenn sich sogenannte Filmemacher an das Thema "Elektrosmog/Elektrosensible" heranmachen. Denn dann hat hohles Geschwurbel Priorität und unaufgeregte Sachinformation das Nachsehen.

Das ZDF hat die Chance verpasst, sich vom Boulevardjournalismus über dieses ohnehin schon arg strapazierte Thema zu distanzieren und verantwortungsbewusste Aufklärung über "Nessy" unserer Tage zu leisten. Stattdessen wird einem entgegen aller ernsthaften wissenschaftlichen Befunde untergeschoben, "Elektrosensibilität" sei keine psychische, sondern eine physische Erkrankung. Die u.a. als Beleg vorgebrachten Selbstversuche des elektrosensiblen Physikers sind wertlos, der Mann verstößt gegen das erste Grundgesetz klinischer Versuche: Er testete sich selbst ohne jede Verblindung. Die vermeintlich überzeugende Botschaft des Physikers ist deshalb nur hübsch verpackte Desinformation. Für mich ist der Film nicht nur schlecht, sondern sogar schädlich. Der Streifen entfremdet Betroffene, vor allem aber an Modekrankheiten interessierte Neuzugänge, vom Besuch bei einem qualifizierten Psychotherapeuten (heißt: kein Heilpraktiker). Zugegeben, die Phobie "Elektrosensibilität" ist schwierig zu behandeln und bei restlos überzeugten "Elektrosensiblen" hilft voraussichtlich überhaupt nichts mehr, bei allen anderen aber hat sich eine kognitive Verhaltenstherapie als das bislang wirksamste Heilmittel erwiesen. Andere gepriesene "Heilmethoden" wie Feldentzug oder Hokuspokus wie Akupunktur und Verabreichung von Antioxidanzien erwiesen sich als wirkungslos.

Ich schätze die Anzahl der Beanstandungen, die mir bei der ersten Betrachtung des Films in den Sinn gekommen sind auf ungefähr 30. Leider werde ich kaum die Zeit haben, systematisch darauf einzugehen, vielleicht gelingt es mir wenigstens, den einen oder anderen Kritikpunkt zu konkretisieren.

Verantwortlich für die Sendung ist Volker Angres, Leiter der ZDF-Redaktion Umwelt. Was er zu dem Streifen "Krankmacher Handy?" zu sagen hat, kann man sich <hier> ansehen – eigentlich ein ganz sympathischer Mann ...

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„ZDF-Doku“ für die Naturheilkunde und deren Quacksalber

KlaKla, Dienstag, 04.04.2017, 12:36 (vor 952 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von KlaKla, Dienstag, 04.04.2017, 12:53

Dies mVn Werbe ähnliche Doku erinnert mich an die WDR Doku „Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern“. Auch die öffentlich rechtlichen Fernsehsender sind daran interessiert, möglichst viele Zuschauer zu gewinnen. Hier eine Werbe ähnliche Doku und da der kritische Faktenbericht. Stichwort ausgewogen. Unterm Strich sind auch hier immer die Gleichen, uns bekannten Netzwerker am Ball.

Wie verändert sich die Glaubwürdigkeit derartiger Dokus wenn dem Zuschauer auch bekannt gegeben wird, dass Dr. H. Banzhaf Mitglied des Lobbyvereins Open Mind Academy (O.M.A.) ist! Eine Lobbyvereinigung für Ärzte, u.a. zur Vermarktung von esoterisch beeinflussten alternativ- und pseudomedizinischer Behandlungen sowie pseudowissenschaftlicher Themen.

Weitere uns schon bekannte Mitglieder des Vereines OMA sind z.B. John Gruia Ionescu, Dietrich Klinghardt, Joachim Mutter, Juliane Sacher, João de Deus, und Dr. Ulrich Volz.

Zur Doku gibt es hier noch Fragen an Dr. Banzhaf,

  • Ist Heilung möglich?
  • Was hilft Betroffenen Ihrer Meinung nach?
  • Warum ist Elektrohypersensibilität nicht als einzelne Krankheit zu betrachten?
  • Welche Symptome zeigen EHS-Patienten?
  • Was fordern Sie als Umweltmediziner?

Ein klaren Ja oder Nein zur ersten Frage umschifft der Herr Doktor elegant. Dem Patienten ist schon geholfen wenn er relativ gut mit seiner Krankheit leben kann. Er muss wachsam und achtsam sein, und zusehen dass er sich möglichst wenig der Belastung aussetzt. Wohn.-/Arbeitsumfeld sollte abgeschirmt werden. Und eine drastische Senkung der Grenzwerte. Wer hätte das gedacht! Längst bekannte unrealistische Forderungen.

Zufällig bietet Dr. Banzhaf Seminar zur Achtsamkeit an, ist Buchautor und kooperiert mit dem Stuttgarter Baubiologenverein Diagnose-Funk. Kommerzielle Interessen nicht ausgeschlossen!

Längst bekannt ist, dass sogenannte IGEL-Leistungen von den Krankenkassen aus gutem Grund nicht bezahlt werden.

Seiner Aussage zur Folge sollte die Krankheit EHS von den Krankenkassen, Berufsgenossenschaften etc. anerkannt werden. Es sollte auch ein ICD-Diagnose für diese Krankheit bereit gestellt werden. Und weiter, die Wohn/Arbeitsräume, sollten abgeschirmt werden. Funkfreie Zonen für Betroffene weil EHS ein Teil einer Chronischen Erkrankung (Multisystemerkrankung) sei. Kieferstörherde (Amalgam Füllungen) und Vitalstoffmangel (unausgeglichene Ernährung), Zellstressreaktionen (Oxidativer Stress) spielen dabei häufig eine Rolle. Und man höre und staune, häufig sind es auch psychische Probleme.
Es sprach zu ihnen der Lobbyist. :clap:

Den Patienten wird die Krankheit EHS von Ärzten wie Dr. Banzhaf mMn eingeredet. Banzhaf sagt: Patienten kommen meist gar nicht mit der Verdachtsdiagnose EHS sondern sie kommen mit sogenannten unspezifischen Symptomen. Allen voran klagen die Meisten über Kopfschmerzen, über Druck im Kopf, Druck in den Ohren, sind häufig Müde und abgeschlagen, haben Konzentrationsstörungen und leiden nicht selten an Schlaflosigkeit und diffuser Schmerzen. Typisch ist, dass die Beschwerden diffus sind und die Beschwerden wechseln sehr häufig. :no:

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Von Bisingen ins Gesundheitszentrum Villa-Vida nach Ibiza

KlaKla, Dienstag, 04.04.2017, 15:31 (vor 951 Tagen) @ KlaKla
bearbeitet von KlaKla, Dienstag, 04.04.2017, 16:15

Und vom Tageskurs Angebot 2014 Mutter/Banzhaf , geht es direkt ins Gesundheitszentrum nach Ibiza zum Entgiften.

Die Fachärzte, die Personal Trainer, die Masseure, die Köche, die Service-Kräfte und natürlich unsere Experten Dr. Mutter und Dr. Banzhaf, die besten Spezialisten Deutschlands in den Bereichen Entgiftung und Burnout-Prävention – Gesundheit, Freude und Genuss wird hier von allen geatmet und gelebt.

Über die Preise, was der Spaß kostet, schweigt man. Auch die Anfrage von Annegret Wittmann, 1. April 2016 wann Eröffnungstermin ist scheint unbeantwortet zu bleiben. ;-)

Es ist ein leichtes, eine derartige Villa auf Ibiza zu buchen. Vorausgesetzt man hat genügend zahlungskräftige Interessenten gefunden die den Spaß finanzieren. Aber daran scheint es wohl auch heute noch zu mangeln. ;-)

Die Preise für ein Seminar bei Dr. Mutter/Banzhaf steigt. 2014 kostete ein Tagesseminar 200,- Euro heute macht er daraus zweit Tage und verlangt 450,- Euro. Erfreulich, diesmal keine Empfehlung zur Vorbereitung auf seine Bücher. Damals wie heute im Kurhaus Kirchzarten.

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ZDF-Doku: Gift im Klassenzimmer?

KlaKla, Donnerstag, 06.04.2017, 12:59 (vor 950 Tagen) @ H. Lamarr

Unterricht an Deutschlands Schulen kann gefährlich sein: Asbest, PCB und Formaldehyd belasten die Luft in den Klassenzimmern. Für über 30 Milliarden Euro müssten die Schulen saniert werden. Nov.2017

Film ZDF-Doku "Gift im Klassenzimmer"

In dieser Doku wird das Problem der Eduard-Spranger Schule mVn nur als Einstieg genutzt um Umweltmediziner und MCS den Zuschauer näher zu bringen.

Die MCS-Betroffene Lehrerin aus Eggenfelden (seit 1986 Mitglied der ödp) , ist seit Anfang 2014 im Ruhestand, siehe hier. Am Anfang des Beitrags wird noch Ehem. Lehrerin eingeblendet. Am Ende wird so getan als ob die Lehrerin noch in der Schule arbeitet. So heißt es, extra für sie richtet die Schule ein zweites Lehrerzimmer her, nach ihren Bedürfnissen. :no: Oder, Sie hat Glück, dass die Schulleitung ihr Problem ernst nimmt, ... :no: Das für das Wohlbefinden einer einzigen Lehrerin die in absehbarer Zeit in den wohl verdienten Ruhestand geht, extra ein Zimmer hergerichtet wurde erachte ich als skandalöse Geldverschwendung. Kein Wunder, das kein Geld da ist um belastete Schulen zu sanieren wenn wie in diesem Beispiel dringend benötigtes Geld so verschwendet wird.

Die Messvorführung der Mitarbeiter vom TÜV-Rheinland erscheint mir als unseriös. Dem Zuschauer werden Messwerte gezeigt, die sofort nach dem Einsatz der Substanzen zu messen sind. Es wird nicht gewartet, bis z.B. der Fugenfüller oder die Farbe abgebunden ist und sich die Dämpfe verflüchtigt haben. Dann würde das Ergebnis sicher anders aussehen.

Inszeniert wirkt auch der Besuch des Besorgten Vater samt Tochter bei Dr. Frank Bartram, der ca. 130 km von München entfernt seine Praxis hat. Gibt es in München keine fähigen Umweltmediziner? Nein, das ist Quatsch, aber Dr. Frank Bartram gehört zu den uns bekannten Verein dbu, VHUE oder IGUMED. Und hier schließt sich der Kreis der Akteure, immer wieder die Gleichen, die verstärkt in die Öffentlichkeit drängen.

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Wie sich das ZDF narren lässt: ein Erfahrungsbericht

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 20.04.2017, 12:45 (vor 936 Tagen) @ H. Lamarr

Die dubiose Doku über den "elektrosensiblen" Mann im Märchenwald ist noch gar nicht fertig kritisiert, da rollt schon der nächste Angriff einer öffentlich rechtlichen TV-Anstalt auf den gesunden Menschenverstand: Diesmal ist es das ZDF, das am 2. April 2017 von 16:30 Uhr bis 17:00 Uhr in der Reihe Prisma die Dokumentation "Krankmacher Handy?" ausstrahlen möchte.

Wie die Sendung "Krankmacher Handy?" zeigt, ist es nicht sonderlich schwierig, dem ZDF einen Bären aufzubinden. Das Problem sitzt mMn in den Redaktionen der Sender, wenn dort der kritische Geist allzu behäbig ein Nickerchen hält und zugleich der "Quotendruck" seichte Boulevardkost für den Zuschauer ins Programm presst.

Im Vergleich zu der schrägen Elektrosmog-Story mit dem angeblich "elektrosensiblen" Professor hat das ZDF freilich schon ganz andere Dinger einstecken müssen. In der Sendung "Wetten, dass ...?" narrte 1988 ein Redakteur des Satire-Magazins Titanic ganz Deutschland. Der an diesem Ostersonntag verstorbene Bernd Fritz gab seinerzeit wider besseren Wissens vor, er können die Farbe von Buntstiften allein durch Schlecken an einem Stift erkennen. In einem Spiegel-Interview gab Fritz Einzelheiten seines Coups preis, die ich hier in Auszügen wiedergebe:

Fritz: Ich hatte damit gerechnet, dass die Fachleute fragen, ob es überhaupt möglich ist, Buntstifte am Geschmack zu erkennen. Oder dass sie Faber-Castell anrufen. Deren Chemiker hätte ihnen sofort gesagt: Man schmeckt nur das Leinöl, das dem Tonmehl beigemischt wird, und das ist bei allen Farben gleich. Aber die Redaktion prüfte das offensichtlich nicht weiter. Da realisierten wir, dass das große ZDF im Detail eigentlich armselig, unprofessionell und unbedarft war.

einestages: Sie wurden ohne weiteren Test zur Sendung eingeladen?

Fritz: Nein, ich wurde noch zu einer Vorprüfung von einer Redakteurin und ihrer Assistentin eingeladen. Die besaßen noch nicht mal ihren eigenen Buntstiftkasten, weil ihr Budget so knapp war! Ich musste meinen eigenen mitbringen. Eigentlich hatte ich mich so vorbereiten wollen, dass ich die Stifte mit Geschmacksstoffen präpariere. Aber ich habe bei meinen Proben festgestellt: Ich könnte mir noch nicht mal das merken. Und dann dachte ich: Ist völlig wurscht, ich fahr da einfach mal hin. Die hatten noch nicht einmal etwas, um mir die Augen zu verbinden, ich musste selbst ein Küchenhandtuch organisieren und es mir eigenhändig umbinden. Das hab ich natürlich so gemacht, dass ich drunter durchgucken konnte.
[...]
einestages: Warum wollten Sie denn das ZDF bloßstellen?

Fritz: Wir sahen uns bei der "Titanic" als eine Art Elite von unten. Das ZDF dagegen war eine große Institution, die ungeheure Souveränität und Seriosität ausstrahlte. Wir wollten das vermeintlich Große und Großartige vorführen und zeigen, wie wenig dahintersteckt. Wir wollten es in die menschliche Sphäre runterholen.

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