Teure Elektrosensible: bis zu 14-mal höhere Behandlungskosten (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Freitag, 24.02.2012, 23:37 (vor 2846 Tagen)

A. Die sogenannte Mainzer-Studie

Es wurden 130 elektrosensible Personen im Vergleich zu 101 Kontrollen untersucht. Erfasst wurden die psychiatrische und somatische Komorbidität sowie klinisch-chemische, toxikologische und immunologische Laborparameter. Die vorliegenden Daten zu den Begleitfaktoren legen kein einheitliches Erklärungsmodell zur Erklärung des Phänomens der Elektrosensibilität nahe. Dies gilt auch für das in Betroffenenkreisen vielfach favorisierte umweltmedizinische Erklärungsmodell. Auch ließ sich die Hypothese, dass fehlgedeutete somatische Erkrankungen einen großen Teil der Beschwerden erklären, nicht erhärten, obwohl Elektrosensible im Durchschnitt mehr Erkrankungen in der Anamnese angeben als Kontrollen. Ein großer Teil der Betroffenen macht in Erhebungsinstrumenten Angaben, die für Individuen typisch sind, die an somatoformen Störungen leiden. Insgesamt ist die Gruppe der Elektrosensiblen eine inhomogene Gruppe. Im Einzelfall können recht unterschiedliche Faktoren zur Entstehung bzw. Aufrechterhaltung von Symptomen beitragen. Diese Information ist für Betroffene bedeutsam, die planen an Therapien teilzunehmen oder diese vornehmen zu lassen.

B. Somatoforme Störungen laut Wikipedia
Als Somatoforme Störungen werden körperliche Beschwerden bezeichnet, die sich nicht oder nicht hinreichend auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen. Dabei stehen neben Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit und Erschöpfung Schmerzsymptome an vorderster Stelle, gefolgt von Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magen-Darm-Beschwerden, sexuellen und pseudoneurologischen Symptomen.
[...]
Patienten mit somatoformen Störungen gelten traditionell als schwierig beim Hausarzt und als unmotiviert beim Psychotherapeuten. Die Kosten für die Behandlung dieser Personengruppe sind immens und liegen bis zu 14 mal höher als die durchschnittlichen Pro-Kopf-Behandlungsausgaben.

Fazit

A + B = überzeugte Elektrosensible sind eine Herausforderung für die Krankenkassen. Würde die Anzahl der überzeugten Elektrosensiblen das Ausmaß erreichen, das Sprachrohre der Betroffenen häufig und gerne verkünden, würden die Kassen die Belastung vermutlich nicht mehr tragen können. Eine denkbare Reaktion wäre, die Großzügigkeit in der Behandlung somatoformer Störungen aufzugeben und restriktive Regelungen einzuführen. So gesehen müssen unsere überzeugten Elektrosensiblen froh sein, dass sie nur eine handvoll sind, und deshalb ihre hohen Behandlungskosten von der Solidargemeinschaft der Versicherten (noch) ohne Murren getragen werden.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Mainzer-Studie, Krankenkasse, Dahmen, Somatoforme Störung, Psyche, Therapeuten, EMF-Forschungsprogramm


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