Internationaler Ärzteappell 2012 mit drittklassiger Quelle (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 21.06.2013, 01:00 (vor 2338 Tagen) @ H. Lamarr

Auf der Startseite des Appells behaupten die Initiatoren:

Die deutsche Bundesärztekammer schloss sich den Forderungen der Salzburger Konferenz vom 7.-8. Juni 2000 an und forderte drastische Sendung der Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung.

Als Quelle wird nicht etwa auf die Bundesärztekammer verlinkt, sondern auf eine Meldung des Online-Magazins sinexx, die sich ihrerseits auf diese Presse-Information des SWR vom 22. August 2000 stützt. Augenscheinlich hatte der Sender in seiner Sendung "Report Mainz" vom 21. August Prof. Heyo Eckel interviewt, damals im Vorstand der Bundesärztekammer.

Eckel wurde 2006 pensioniert und aus den Quellen wird nicht deutlich, ob er seinerzeit seine persönliche Meinung über die Grenzwerte beim Mobilfunk äußerte, oder ob er tatsächlich für die Bundesärtzekammer sprach, wie es die Initiatoren des Internationalen Ärzteappells 2012 behaupten.

Auffällig ist, dass in dem Appell auf keine Primärquelle verlinkt wird, sondern auf einer Drittquelle. Eine Forderung nach drastischen Grenzwertsenkungen müsste jedoch auch bei der Bundesärtzekammer Spuren hinterlassen haben. Die Spurensuche dort ergab jedoch keinen einzigen Treffer, der auch nur halbwegs die Behauptung stützt.

So gibt es von der Bundesärtzekammer keine Stellungnahme zu den Themen "Mobilfunk" und "Elektrosmog".

Und auch die Suche nach dem Stichwort "Mobilfunk" brachte die Quelle nicht zum Vorschein. Zwar finden sich derzeit 31 Treffer, der gesuchte, nämlich die Forderung nach drastischer Grenzwertsenkung, ist jedoch nicht dabei.

Aufgrund dieser Recherche behaupte ich nun, die oben zitierte Textpassage aus dem Internationalen Ärzteappell 2012 ist falsch, sie entspricht nicht den Tatsachen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
SWR, Primärquelle, Aerztekammer, Presseinformation


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