Schweiz: Mobilfunk-Volksinitiativen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 01.12.2019, 16:35 (vor 694 Tagen)

In diesen am 1. Dezember 2019 nachträglich eingerichteten Sammelstrang wurde der besseren Übersicht wegen alles verschoben, was sich bis dahin im IZgMF-Forum über Schweizer Mobilfunk-Volksinitiativen angesammelt hat. Ein zweiten Strang zum Thema ist hier zu finden.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Schweiz: Mobilfunkgegner und EHS starten 1. Volksinitiative

H. Lamarr @, München, Dienstag, 15.10.2019, 22:46 (vor 741 Tagen) @ H. Lamarr

Initiiert von acht Mobilfunkgegnern und überzeugten Elektrosensiblen (darunter Hans Sturzenegger und Ursula Niggli), startete heute in der Schweiz die Volksinitiative "Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk".

Bei einer eidgenössischen Volksinitiative verlangen Schweizer Stimmberechtigte eine Revision der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Damit eine Volksinitiative auf Bundesebene zustande kommt, müssen innerhalb von 18 Monaten 100'000 Unterschriften von Stimmberechtigten gesammelt werden. Ist dies erreicht, so kann schliesslich – zumeist zwei bis drei Jahre später – das gesamte Schweizer Stimmvolk an der Urne zur entsprechenden Vorlage Stellung nehmen. Wie jede Verfassungsänderung erfordert auch die Annahme einer eidgenössischen Volksinitiative nebst der Zustimmung der Mehrheit der Abstimmenden ebenfalls das Ständemehr (Mehrheit der Kantone). Volksinitiativen gehen von Bürgern, Interessenverbänden und Parteien aus, nicht von der Regierung oder vom Parlament.

Dass das Schweizer Stimmvolk eine Volksinitiative annimmt, kommt eher selten vor: Seit deren Einführung 1891 wurden erst 22 angenommen. Seit 1966 kamen über 160 Volksinitiativen zustande, über 100 davon kamen zur Abstimmung, aber nur 15 davon wurden in der Volksabstimmung angenommen. In der direkten Demokratie der Schweiz sind Volksinitiativen jedoch ein wesentlicher Anstoss für Veränderungen. Schon die Androhung einer Initiative kann genügen, damit der Gesetzgeber tätig wird (Quelle).

Ziel der neuen Volksinitiative ist die Änderung von zwei Artikeln der Bundesverfassung.

Art. 118 Abs. 2 Bst. d

Der Bund erlässt Vorschriften über den den Schutz vor nichtionisierender Strahlung; das Gesetz regelt Folgendes in Bezug auf die Mobilfunk- respektive Mikrowellenstrahlung:

1. die gemäss der Verordnung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung geltenden Anlagegrenzwerte von 4-6 Volt pro Meter dürfen nicht erhöht werden, auch nicht infolge neuer Messverfahren,

2. die Versorgung mit Mobilfunk und Internet ist aufzuteilen in draussen und drinnen; die Leistung und folglich auch der Stromverbrauch von Mobilfunksendern und drahtlosen lokalen Netzwerken sind in dem Mass herabzusetzen, dass die Immissionen die Gebäudedämpfung nicht mehr durchdringen; im Gebäudeinneren sind die Daten funkfrei durch Glasfaser- oder Koaxialkabel zu übertragen,

3. das Gesetz hält in Bezug auf die nichtionisierende Strahlung ausdrücklich die Grundrechte auf Achtung der Wohnung sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit und auf Bewegungsfreiheit fest gemäss Artikel 13 Absatz 1 und Artikel 10 Absatz 2,

4. das Gesetz reglementiert auch die privaten hochfrequenten Strahlungsquellen im Gebäudeinneren mit dem Ziel, dass keinerlei Funkstrahlung in benachbarte Räume dringen kann,

5. der Bund klärt die Bevölkerung via Bildungseinrichtungen und das Gesundheitssystem umfassend über die Gesundheitsgefährdung durch nichtionisierende Strahlung, mögliche Schutzvorkehrungen und die Symptome einer Elektrosensibilität auf,

6. er erhebt hinsichtlich der nichtionisierenden Strahlung und des Krankheitsbildes einer Elektrosensibilität Daten gemäss Artikel 65 Absatz 1; diese Daten müssen angesichts der individuellen Symptomatik aussagekräftig sein,

7. die Standorte von nicht sichtbaren Sendestationen sind zu markieren, und die Daten der Sendestationen sind zu veröffentlichen,

8. wenn Fernmeldefirmen neue Anlagen, die elektromagnetische Strahlung emittieren, oder die Erhöhung der Leistung bestehender Anlagen planen, benötigen sie seitens der Einwohnerschaft in einem Umkreis von 400 Metern eine schriftliche Einwilligung,

9. unabhängige Fachleute sind befugt, unangemeldet die elektromagnetischen Immissionen zu messen und ihre Daten mit den Angaben der Fernmeldefirmen zu vergleichen; beide Daten sind in Wochenfrist auf einer Plattform des Bundes nebeneinander zu publizieren,

10. in allen öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine Gruppe gekennzeichneter Sitzplätze zur Verfügung zu stellen, an denen die Verwendung elektronischer Geräte untersagt ist,

11. Personen mit Symptomen einer Elektrosensibilität müssen unentgeltlich Zugang zu unabhängigen Beratungsstellen haben,

12. in öffentlichen Gebäuden wie Kindergärten, Schulen und höheren Bildungseinrichtungen, Kommunalgebäuden sowie Spitälern, Alters-, Behinderten- und Pflegeheimen sind die Räumlichkeiten frei von elektromagnetischer Strahlung einzurichten.

Art. 197 Ziff. 12

12. Übergangsbestimmung zu Art. 118 Abs. 2 Bst. d (Schutz der Gesundheit
vor nichtionisierender Strahlung)

Nach Annahme durch Volk und Stände ist Artikel 118 Absatz 2 Buchstabe d innerhalb zweier Jahre umzusetzen. An den Kosten für die angestrebte Umstellung beteiligen sich Bund, Fernmeldefirmen, Gerätenutzende und Kantone.

Hintergrund
Unterschriften-Sammelblatt des Initiativkomitees
Website des Initiativkomitees

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Schweiz: Mobilfunkgegner und EHS starten Volksinitiative

Gustav, Dienstag, 15.10.2019, 23:18 (vor 741 Tagen) @ H. Lamarr

Es gab 2003 schon mal eine Initiative Moratorium für Mobilfunkantennen, sie scheiterte im Sammelstadium. Die ersten 2000 Unterschriften sind wohl schnell beisammen aber es würde mich doch sehr überraschen wenn sie die 100'000 Unterschriften schaffen.

12. in öffentlichen Gebäuden wie Kindergärten, Schulen und höheren Bildungseinrichtungen, Kommunalgebäuden sowie Spitälern, Alters-, Behinderten- und Pflegeheimen sind die Räumlichkeiten frei von elektromagnetischer Strahlung einzurichten.

"frei von elektromagnetischer Strahlung", also auch kein Licht, kein Strom und keine Heizung - da werden Nägel mit Köpfen gemacht. :no:

Lustig finde ich auch

2. die Versorgung mit Mobilfunk und Internet ist aufzuteilen in draussen und drinnen; die Leistung und folglich auch der Stromverbrauch von Mobilfunksendern und drahtlosen lokalen Netzwerken sind in dem Mass herabzusetzen, dass die Immissionen die Gebäudedämpfung nicht mehr durchdringen; im Gebäudeinneren sind die Daten funkfrei durch Glasfaser- oder Koaxialkabel zu übertragen

Mein Smartphone noch keine Glasfaser oder Koaxialkabel Buchse, vielleicht kommt das noch.

Mobilfunk-Volksinitiativen im Vergleich 2003 vs. 2019

H. Lamarr @, München, Freitag, 18.10.2019, 20:25 (vor 738 Tagen) @ Gustav

Es gab 2003 schon mal eine Initiative Moratorium für Mobilfunkantennen ...

Initiativkomitee 2003
1. Rhyner Andreas, Schönfels, 9620 Lichtensteig
2. Christen Hegglin Franziska, Hedwigstrasse 16, 8032 Zürich
3. Bengoechea Bianchi Esther, Karl Stauffer-Strasse 19, 8008 Zürich
4. Styger Anton, Schneitstrasse 70, 6315 Oberägeri
5. Guntersweiler Emil, Trichtenhausenstrasse 39, 8053 Zürich
6. Wyss Christof, Heidenmösliweg 29, 8713 Uerikon
7. Day Stefan, Balgriststrasse 70, 8008 Zürich
8. Rais Christian, Via Travesagn, 6986 Novaggio

Initiativkomitee 2019
1. Bryner Sabine, Hauptstrasse 29, 9126 Necker
2. Gerig Zita, Busskirchstrasse 90, 8645 Jona
3. Grob Monika, Mürtschenstrasse 5, 8640 Rapperswil SG
4. Maurer Mary, Obere Seestrasse 30, 8272 Ermatingen
5. Niggli Ursula, Sommerwiesstrasse 6, 8200 Schaffhausen
6. Sturzenegger Hans, Gusslistrasse 30, 8404 Reutlingen
7. Widmer Ronald, Rigacher 21, 5420 Ehrendingen
8. Widmer Ruth, Rigacher 21, 5420 Ehrendingen

► Keiner der Initianten von 2003 ist 2019 wieder mit dabei. Das bestätigt die These, der Szene läuft regelmäßig das Personal weg (üblicherweise nach spätestens zwei Jahren) und wird durch Neuzugänge ersetzt.
► Kein Wohnort von 2003 taucht 2019 wieder auf. Kamen 2003 noch vier aus Zürich, kommen 2019 faktisch alle aus unterschiedlichen Wohnorten. Dies spricht dafür, 2019 sind vernetzte Einzelkämpfer am Werk.
► Keiner des Initiativkomitees 2019 kommt aus Zürich, dennoch nennt die Adresse des Initiativkomitees ein Postfach in Zürich. Dies deutet darauf hin, das Initiativkomitee sind Marionetten, die von einem Strippenzieher aus Zürich gesteuert werden (mutmaßlich der Anti-Mobilfunk-Verein "Schutz vor Strahlung").
► Für das Initiativkomitee hätten sieben Personen genügt (maximale Anzahl 27). Einer der beiden Widmers wäre so gesehen verzichtbar gewesen. Da die Widmers Schirmprodukte verkaufen, also kommerziell von der Angst vor Elektrosmog profitieren, könnte die eher unnötige doppelte Namensnennung werblich motiviert sein.
► Unter den Initianten von 2003 ist kein einziger, der in der Anti-Mobilfunk-Szene einen wahrgenommen Fußabdruck hinterlassen hat. 2019 sind zwei bekannte Namen mit dabei: Ursula Niggli, "elektrosensible" Buchautorin (kommerzielles Interesse) und Hans Sturzenegger (seit 2006 Mobilfunkgegner, war 2010 als Wanderprediger gegen Mobilfunk in Deutschland unterwegs). Was "KlaKla" zu den übrigen gefunden hat steht <hier>.
► Gleich geblieben ist 2003 und 2019 nur eines: Eine winzige gesellschaftliche Minderheit (2003: aktive Mobilfunkgegner, 2019: überzeugte Elektrosensible) versucht mit hanebüchenen Forderungen ihre subjektiv empfundenen individuellen Probleme mit schwachen elektromagnetischen Feldern auf Kosten der Eidgenossenschaft zu sozialisieren.

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Erste 5G-Volksinitiative zeigt ersten Erfolg

H. Lamarr @, München, Dienstag, 05.05.2020, 00:43 (vor 539 Tagen) @ H. Lamarr

Initiativkomitee 2019
1. Bryner Sabine, Hauptstrasse 29, 9126 Necker

Auszug aus der Website von Frau Bryner (abgefragt am 5. Mai 2020)
[image]

:wink:

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Schweizer Mobilfunkgegner erfinden das Rad neu

KlaKla, Mittwoch, 16.10.2019, 07:03 (vor 740 Tagen) @ H. Lamarr

3. das Gesetz hält in Bezug auf die nichtionisierende Strahlung ausdrücklich die Grundrechte auf Achtung der Wohnung sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit und auf Bewegungsfreiheit fest gemäss Artikel 13 Absatz 1 und Artikel 10 Absatz 2,

In Anbetracht dessen, dass bis heute Mobilfunkstrahlung keinen nachweislichen Schaden unterhalb der Grenzwerte verursacht, ist die Forderung unsinnig. Die selbst ernannten EHS sind immer noch in der Beweispflicht. Da es innerhalb der Seifenblase Mediziner gibt, die alles besser zu wissen scheinen, sollten diese dann auch mal ernsthaft an ihren Thesen arbeiten. Test mit EHS entwickeln, ihre Thesen einem fachlich qualifizierten Publikum vorstellen. Damit man über ihre Thesen, ihre Versuchsmodelle etc. sprechen kann. Andernfalls muss man davon ausgehen, dass es ihnen nicht ernsthaft um die Belange der EHS geht sondern das sie lediglich ihre Profilneurose ausleben. Sie züchten EHS andere Rosen.

Kläglich gescheiter sind diese Mediziner schon 2006 im Fachgespräch beim BfS, wie man hier nachlesen kann. Seit dem soweit mir bekannt, haben diese Mediziner ihre Strategie nicht verbessert. Sie demonstrieren im kleinen Kreis, referieren und verunsichern bevorzugt die Landbevölkerung.

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Schweiz: 5G-Gegner können Unterschriftensammlung starten

Gast, Freitag, 18.10.2019, 09:01 (vor 738 Tagen) @ H. Lamarr

5G-Gegner können ab sofort mit dem Sammeln von Unterschriften für eine entsprechende Volksiniative beginnen. Die Bundeskanzlei hat den Iniativtext vorgeprüft und veröffentlicht.

Die Gegner von 5G wollen den neuen Mobilfunkstandard mit einer Volksinitiative stoppen. Die Bundeskanzlei hat den Initiativtext vorgeprüft und am Dienstag im Bundesblatt veröffentlicht. Damit ist der Startschuss für die Unterschriftensammlung gefallen.
Die Initiative «Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk» will die Erhöhung der Anlagegrenzwerte für nichtionisierende Strahlung verbieten. Dieses Verbot soll auch nicht durch neue Messverfahren umgangen werden können.

Zudem soll die Versorgung mit Mobilfunk und Internet in draussen und drinnen aufgeteilt werden. Die Leistung von Mobilfunksendern und drahtlosen lokalen Netzwerken müsste bei einer Annahme so herabgesetzt werden, dass die Strahlung die Gebäudehülle nicht durchdringen kann. Im Gebäudeinneren sollen Daten funkfrei durch Glasfaser- oder Koaxialkabel übertragen werden. Mehr ...

Die Sammelfrist läuft bis am 15. April 2021.

Zur Sache bewirbt die Initiative das Buch „Land im Strahlenmeer“. Ihrer Meinung nach, erlaubt es Interessierten, ihre Fragen zum Gesundheitsrisiko der Strahlung zuverlässig abzuklären. Dazu bieten sie die Rezension von Rainer Frentzel-Beyme an. Das Initiativkomitee: Sabine Bryner, Zita Gerig, Monika Grob, Mary Maurer, Ursula Niggli, Hans Sturzenegger, Ronald Widmer, Ruth Widmer

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Schweiz, Elektrochonder, Netzwerk, Kommerz, Niggli, Unterschriftensammlung, Widmer

Anti-5G-Volksinitiativen: Neues Ablaufdatum der Sammelfristen

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 29.10.2020, 16:32 (vor 361 Tagen) @ Gast

Die Sammelfrist läuft bis am 15. April 2021.

Nein, wegen Corona durfte in der Schweiz 72 Tage nicht gesammelt werden, deshalb wurden die Sammelfristen um diese Pause verlängert.

Von den ursprünglich angekündigten fünf Volksinitiativen gegen 5G sind nach heutigem Stand zwei übrig geblieben, die sich auch im Sammelstadium befinden. Gegenwärtig werden in der Schweiz für 14 Volksinitiativen Stimmen gesammelt.

Neues Ablaufdatum für die beiden Anti-5G-Volksinitiativen:

26. Juni 2021: Volksinitiative "Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk"
03. Juli 2021: "Mobilfunkhaftungs-Initiative"

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Anti-5G-Volksinitiativen: Neues Ablaufdatum der Sammelfristen

hans, Freitag, 30.10.2020, 23:13 (vor 360 Tagen) @ H. Lamarr

26. Juni 2021: Volksinitiative "Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk"

Dazu braucht es doch keine Initiative, das kommt, sofern man den Fortschritt nicht aufhält, von selber!

Wie wirkt sich 5G auf das Klima aus?

Die neue Mobilfunkgeneration breitet sich immer weiter aus. Das ist gar nicht so schlecht für die Umwelt, zeigen Forschende der Universität Zürich und der Empa.

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Hunde die bellen beissen nicht. Wuff.
Ein Gnadenschuss wäre eine schnelle und menschliche Lösung (Zitat Eva Weber, München)

5G ist für die Umwelt gar nicht so schlecht

H. Lamarr @, München, Samstag, 31.10.2020, 10:13 (vor 359 Tagen) @ hans

Die neue Mobilfunkgeneration breitet sich immer weiter aus. Das ist gar nicht so schlecht für die Umwelt, zeigen Forschende der Universität Zürich und der Empa.

Hmmm ... Was diese Quelle nicht sagt: An der Studie war Personal von Swisscom beteiligt und auch die Finanzierung übernahm Swisscom. Das sollte man bei der Interpretation der Arbeit (Volltext) nicht aus den Augen verlieren.

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Mobilfunk-Volksinitiative: Unterschriftenliste lebte nur 2 Tage

H. Lamarr @, München, Freitag, 18.10.2019, 22:06 (vor 738 Tagen) @ H. Lamarr

Unterschriften-Sammelblatt des Initiativkomitees

Die "Unterschriftenliste", wie sie amtlich heißt, ist heute nicht mehr dieselbe wie gestern. Gestern wurde noch ungeniert für das dilettantisch recherchierte Buch von Ursula Niggli geworben (Land im Strahlenmeer) und für die auf Alarmstudien kastrierte Studiendatenbank des Vereins Diagnose-Funk. Beides fehlt in der heutigen Ausgabe der Liste, die auf 1 Seite geschrumpft ist, und nur noch die Forderungen, ein Feld für Unterstützer-Unterschriften und formale Angaben enthält.

Kaum anzunehmen, dass dieser Verzicht auf Beeinflussung ohne Druck von oben erfolgte. Offensichtlich entsprach die bis gestern abrufbare Liste nicht den rechtlichen Anforderungen. Das aber hätte eigentlich gar nicht passieren dürfen, denn das Initiativkomitee war vorab verpflichtet gewesen, bei der Bundeskanzlei einen Musterbogen ihrer Unterschriftenliste zur Prüfung einzureichen. Ohne das Okay der Bundeskanzlei vom 1. Oktober hätte die Sammlung nicht am 15. Oktober starten können.

Für das Mysterium, dass die Unterschriftenliste nur zwei Tage der Sammlung überstand und heute am dritten Tag in stark veränderter Form unter gleichem Dateinamen angeboten wird habe ich nur die Erklärung, die zuerst angebotene Liste stimmte nicht mit dem Musterbogen überein, den die Bundeskanzlei zuvor freigegeben hat.

Das ist spekulativ, würde aber nahtlos zu allen bisherigen Großoffensiven der Mobilfunkgegner passen, die mir reihum mit Peinlichkeiten in Erinnerung geblieben sind. Die Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie startete 2005 mit der Petition zur Absetzung von Mike Repacholi als WHO-EMF-Koordinator. Der Erfolg war durchschlagend, ein Jahr später musste Repacholi gehen – er hatte 2006 die bei der WHO gültige Altersgrenze von 65 Jahren erreicht und wurde feierlich verabschiedet. Bei Mobilfunkgegnern liegt diese Altersgrenze höher, in etwa bei 112 Jahren :-).

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Volksinitiative, Niggli

Mobilfunk-Volksinitiative: Unterschriftenliste lebte nur 2 Tage

Gustav, Samstag, 19.10.2019, 23:54 (vor 737 Tagen) @ H. Lamarr

Interessant ist auch das die französische und italienische Version anders sind, zumindest das Layout ist anders.

Über zwei Volksinitiativen lasten braune Wolken

H. Lamarr @, München, Sonntag, 03.05.2020, 00:09 (vor 541 Tagen) @ H. Lamarr

Schaffhausen (Kanton in der Schweiz) hat nicht nur den Rheinfall zu bieten, sondern ist auch Ursprung der ersten beiden Schweizer Volksinitiativen gegen 5G. Die eine wurde von Ursula Niggli initiiert (Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk), die andere von Felix Hepfer (Mobilfunkhaftungs-Initiative). Im April 2021 endet die Sammelfrist für diese beiden Initiativen, dann entscheidet sich, ob sie erfolgreich sind.

Momentan ist die Sammlung von Unterschriften für die Initiativen wegen der Coronakrise seit 21. März bis mindestens 31. Mai verboten. Und als ob das für die Initianten nicht schon schlimm genug wäre, macht der Journalist Mattias Greuter eine bestürzende Entdeckung. Er schreibt am 30. April in dem Lokalblatt Schaffhauser AZ:

Bei den Schaffhauser Mobilfunkgegnern gibt es Verbindungen zum rechten Rand – und sogar zu Sektenprediger Ivo Sasek.

In einem 6-minütigen Radio-Interview teilt Greuter mit, was er recherchiert hat. Da der Schweizer Dialekt in Deutschland nicht überall verstanden wird, nachfolgend Auszüge aus Greuters Zeitungsartikel:

[...] «Ich bin ein Strahlenflüchtling», sagt Ursula Niggli, Initiantin des ersten 5G-kritischen Volksbegehrens der Schweiz. Die Rentnerin ist von Zürich an den äussersten Rand von Schaffhausen gezogen und lebt komplett ohne Internet und Mobiltelefon. [...]

Initiant der «Mobilfunkhaftungsinitiative» ist Felix Hepfer aus Thayngen. Selbst innerhalb der Anti-5G-Bewegung gibt es skeptische Stimmen zu seiner Initiative: Nicht wegen ihres Inhaltes, sondern wegen Hepfers Nähe zu Sektenprediger Ivo Sasek. [...]

Sasek hat neben religiösen Schriften auch das von drei seiner Kinder geschriebene Buch «Mama, bitte züchtige mich!» publiziert. Eines dieser Kinder, David Sasek, heiratete später die Tochter von Felix Hepfer. Die Ehe ist inzwischen geschieden. Hepfer betont, er erhalte von der Sasek-Gruppe keine Unterstützung für seine Initiative. «Die Initiative hat mit Ivo Sasek nichts zu tun», sagt er. Auf Nachfrage gibt er jedoch an, dass Personen im OCG-Umfeld «fast sicher» Unterschriften sammeln. Er selbst sei nicht OCG-Mitglied, habe aber auch schon Anlässe besucht*), sagt Felix Hepfer. Und: Er besuche die Anlässe der «Anti-Zensur-Koalition» (AZK). [...]

Ivo Sasek wirbt nicht direkt für Hepfers Volksinitiative. Die 5G-Gefahr ist aber auch bei «Klagemauer.TV» ein Schwerpunktthema in reisserischen Videos. Bei einem Beitrag heisst es es: «Unterstützen Sie z.B. eine der zahlreichen Bürgerinitiativen gegen 5G und informieren Sie Ihr Umfeld.» [...]

Ursula Niggli kennt die Verbindungen zwischen Hepfer und Sasek. Sie selbst habe Distanz signalisiert: «Ich habe mit der Sasek-Gruppe nichts zu tun, aber ich muss mich von diesen Leuten nicht abgrenzen. Politisch bin ich oft nicht einverstanden, und ich werde dort nie mitmachen. Aber sie machen beim Thema Mobilfunk einen guten Job.»
An einem weiteren Beispiel zeigt sich, dass sowohl Ursula Niggli als auch Felix Hepfer Kontakte zum rechten Rand nicht scheuen. Beide treten in einem Videobeitrag von «Bürger für Bürger» bei einer Standaktion dieser Gruppe auf und geben ein Interview. [...]


Video von "Bürger für Bürger" mit Felix Hepfer und Ursula Niggli


Ursula Niggli sagt über die Zusammenarbeit mit «Bürger für Bürger»: «Ich weiss, dass diese Gruppe rechts steht. Das stört mich nicht. Es gibt Themen, bei denen man sich trifft, und Themen, bei denen man sich nicht trifft.»
Innerhalb der Anti-5G-Bewegung wird die Unterstützung von Rechtsaussen kontrovers diskutiert. Mehrere wichtige Organisationen aus Deutschland haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme von Ivo Sasek und der Neuen Rechten distanziert. Schweizer Organisationen haben die Aufforderung, sich der Stellungnahme anzuschliessen, abgelehnt – eine vorauseilende Distanzierung sei kontraproduktiv, so die Begründung.
Dennoch befürchten einige Stimmen einen Reputationsschaden für die ganze Bewegung – gerade auch im Bezug auf Felix Hepfer, denn seine Nähe zu Ivo Sasek ist innerhalb der Bewegung bekannt und häufiges Gesprächsthema.[...]

*) Nachtrag vom 16.08.2020: OCG-Aussteiger widersprichen der Darstellung von Felix Hepfer energisch.

Hintergrund
Sasek-Projekte Organische Christus-Generation (OCG) und Anti-Zensur-Koalition (AZK)

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AZK, Sasek, Volksinitiative, Niggli, 5G-Tea-Party, Hepfer, OCG, Mobilfunkhaftungsinitiative

Gigaherz-Jakob nimmt Ivo Sasek in Schutz

H. Lamarr @, München, Montag, 04.05.2020, 22:28 (vor 539 Tagen) @ H. Lamarr

Bei den Schaffhauser Mobilfunkgegnern gibt es Verbindungen zum rechten Rand – und sogar zu Sektenprediger Ivo Sasek.

Die braunen Wolken über den Schaffhauser Volksinitiativen haben Gigaherz-Jakob auf den Plan gerufen. In einem – wie bei ihm inzwischen üblich – wirren Artikel versucht er, a) den Schaffhauser Regierungsrat in Misskredit zu bringen, b) Hepfer und Niggli zu rehabilitieren und c) Ivo Sasek in Schutz zu nehmen :surprised:.

Ein Motiv, warum Jakob sich für Sasek einsetzt, lässt sich hier finden. Sasek schmeichelte Jakob ungemein, weil er dessen technischen 5G-Stuss von der Gigaherz-Website abgriff, und ohne Jakob zu fragen in einem seiner Desinformationsfilmchen verwurstete. Da Funk-Laie Sasek Jakobs dämliche technische Faktenverdrehungen im Film beließ wie sie sind, erkennt Funk-Laie Jakob, dass "technischen Daten und Fakten dort richtig wiedergegeben" werden – und duldete gebauchpinselt Saseks Urheberrechtsverletzung widerspruchsfrei :no:.

Minus x Minus = Plus. Aber: Zwei Idioten ergeben noch lange kein Genie.

Jakobs Beziehung zu Ursula Niggli: Der GHz-Präsident durfte für das Strahlenmeer-Märchenbuch der "Elektrosensiblen" das Vorwort schreiben. Diese "Ehre" verpflichtet auf ewig.

Hintergrund
Das 90-V/m-Märchen

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Es läuft nicht so gut mit der 1. Volksinitiative

Gustav, Sonntag, 21.06.2020, 19:32 (vor 491 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Gustav, Sonntag, 21.06.2020, 19:54

Bei dieser Volksinitiative läuft es mit den Unterschriften sammeln wohl nicht so rund. Anders kann ich mir die absurden Wünsche nicht erklären:

Um die demokratischen Grundrechte für die derzeit hängigen Volksinitiativen zu wahren, wurden dem Bundeskanzler am 7.5.2020 drei Bitten unterbreitet: Halbierung der Anzahl erforderlicher Unterschriften, 50’000 statt 100’000; Verlängerung der Sammelfrist um ein halbes Jahr sowie Beilage der Unterschriftenbogen sämtlicher laufender Volksinitiativen bei der Volksabstimmung vom 27.9.2020. Eine Antwort steht noch aus.

eine ideologische Berichterstattung der Medien lässt sich mehr über Personen aus, die nicht das Geringste zu einer der beiden Initiativen beitrugen, anstatt deren Forderungen sachlich auf den Grund zu gehen

Gemeint ist damit vermutlich dieser Artikel: https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=68817

haben uns dankenswerterweise auch die Organisation „Bürger für Bürger“ und der Feng-Shui-Experte und Buchautor Dominik F. Rollé ihrer Unterstützung versichert, vgl. die drei Youtube-Videos unter „Bürger für Bürger 5G“;

Krass, das Video haben sich in 3 Monaten ganze 71 Leute angesehen.
Zum Vergleich, das Video Farbe beim Trocknen zuschauen haben 2'173 Leute gesehen. Wenn man das gleiche Video werbemässig ein wenig "optimiert" sahen es sogar 111'710 Menschen.


Ausserdem heisst es in der Mitteilung:

Versand unserer Unterschriftenbogen durch die beiden wichtigsten Schweizer Schutzorganisationen Gigaherz und Bürgerwelle

Seltsam, weder Gigaherz noch Bürgerwelle erwähnen die Initiative auf ihren Webseiten mit einer einzigen Silbe. Bei Bürgerwelle Schweiz kann ich das durchaus verstehen, deren Chef Peter Schlegel ist schliesslich Präsident von Frequencia und die plante für diesen Frühling ihre eigene Volksinitiative.

Schweiz: Frequencia will 3. Volksinitiative Q1/2020 starten

H. Lamarr @, München, Dienstag, 22.10.2019, 13:07 (vor 734 Tagen) @ H. Lamarr

[Admin: Strang abgetrennt am 23.10.2019; Absprung hier]

Initiiert von acht Mobilfunkgegnern und überzeugten Elektrosensiblen (darunter Hans Sturzenegger und Ursula Niggli), startete heute in der Schweiz die Volksinitiative "Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk".

Maßhalten war noch nie Sache von Mobilfunkgegnern. Kaum haben acht vernetzte Einzelkämpfer ihre Volksinitiative am 15. Oktober 2019 auf den Weg gebracht, greift der Anti-Mobilfunk-Klub Frequencia (kein Verein) die Idee auf und kündigt eine weitere ähnlich gelagerte Volksinitiative für Frühjahr 2020 an. Wäre ich Schweizer, die Aufdringlichkeit einer Minderheit, ihr Problem mit Elektrosmog erbarmungslos zu sozialisieren und den Vorteil zu privatisieren, würde mich stören und – unabhängig von den seichten egozentrischen Begründungen – zu einer Verweigerungshaltung animieren.

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Dinger, Volksinitiative, Niggli, Schibler-Ulmann, Frequencia

Volksinitiative von Frequencia lässt auf sich warten

H. Lamarr @, München, Samstag, 02.05.2020, 19:56 (vor 541 Tagen) @ H. Lamarr

Maßhalten war noch nie Sache von Mobilfunkgegnern. Kaum haben acht vernetzte Einzelkämpfer ihre Volksinitiative am 15. Oktober 2019 auf den Weg gebracht, greift der Anti-Mobilfunk-Klub Frequencia (kein Verein) die Idee auf und kündigt eine weitere ähnlich gelagerte Volksinitiative für Frühjahr 2020 an. Wäre ich Schweizer, die Aufdringlichkeit einer Minderheit, ihr Problem mit Elektrosmog erbarmungslos zu sozialisieren und den Vorteil zu privatisieren, würde mich stören und – unabhängig von den seichten egozentrischen Begründungen – zu einer Verweigerungshaltung animieren.

Das erste Quartal 2020 endete am 31. März 2020. Heute haben wir den 2. Mai 2020 und von Frequencias angekündigter Volksinitiative ist weit und breit nichts zu sehen. Eine Erklärung für den Verzug liefert die Website von Frequencia nicht. Deshalb hier zwei Erklärungsvorschläge:

► Wegen der Covid-19-Kontakteinschränkungen wurde der Start verschoben, um den vollen Sammelzeitrum ohne Einschränkungen nutzen zu können.
► Auch die Initianten haben inzwischen kapiert, fünf Volksinitiativen gegen Mobilfunk nehmen sich gegenseitig die Stimmen weg, denn es ist der Bevölkerung kaum zu vermitteln, dass einer, der eine Initiative befürwortet hat, seine Unterschrift noch unter vier weitere setzen soll.

Momentan laufen von den fünf angekündigten Volksinitiativen gegen Mobilfunk erst zwei, die bis 15. bzw. 22. April 2021 je 100'000 Unterstützer haben müssen, damit später das gesamte Schweizer Stimmvolk über die Forderungen der Initiativen abstimmen kann. Bislang wurden erst 22 Volksinitiativen vom Volk angenommen, die erste im Jahr 1893, die jüngste 2014.

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Volksinitiative von Frequencia lässt auf sich warten

Gustav, Samstag, 02.05.2020, 22:31 (vor 541 Tagen) @ H. Lamarr

Volksinitiativen sind wegen Corona aktuell pausiert: Verordnung über den Fristenstillstand bei eidgenössischen Volksbegehren

Mir ist jedoch nicht ganz klar ob man eine Volksinitiative einreichen dürfte. Unterschriften sammeln ist jedenfalls verboten, das wird auch klar auf den Webseiten der beiden laufenden Initiativen kommuniziert.

Ankündigungsfrist abgelaufen

Gustav, Sonntag, 21.06.2020, 19:40 (vor 491 Tagen) @ H. Lamarr

Und noch ein Flop. Der Frühling 2020 ist seit 20. Juni 23:43 Uhr Geschichte.

Der meteorologische Sommeranfang war sogar schon am 1. Juni.

Bitte keine Ausrede wegen Corona. Im Februar wurden 2 andere Initiativen eingereicht, es wäre also möglich gewesen.

SaferPhone Initiative - es tut sich was

Gustav, Montag, 30.11.2020, 09:43 (vor 329 Tagen) @ H. Lamarr

Zu der Initiative von Frequencia gibt es Neuigkeiten, d.h. eine neue Webseite.

Ich finde die Seite enthält recht viel Text, bei Initiativen sind die Informationen in den meisten Fällen "kurz und knackig". Es handelt sich jedoch um die üblichen Falschaussagen.

Das Initiativkomitee besteht immerhin aus 10 Personen, das sind drei mehr als gesetzlich nötig wären. Darunter sind auch vier Politiker, genauer gesagt zwei ehemalige Nationalräte und zwei Mitglieder von Kantonsparlamenten - also eher die "2. Reihe"

Interessant finde ich den präsentierten Zeitplan:

  • September 2019: Start des Initiativprojekts
  • Juni 2020: Vor­prüfung des Initiativ­textes durch die Bundes­kanzlei
  • Oktober 2020: Start zur Registrierung für die Unterschriften-Sammlung
  • 2021: Start der Unter­schriften­sammlung

Ergeht es dieser Initiative ebenso wie Volksinitiative Nr. 4?

Dort dauert die Vor­prüfung des Initiativ­textes durch die Bundes­kanzlei schon mehr als 12 Monate. Laut Klischee sollen Bundesbehörden ja nicht die schnellsten sein aber so langsam sind die Beamten nun auch wieder nicht.

Zum Vergleich, bei anderen Volksinitiativen ist die Vorprüfung der Bundeskanzlei eines Sache von 1-2 Wochen!


Es gab mal eine Initiative zur Einführung der Todesstrafe. Die Initianten wollten jedoch nur mediale Aufmerksamkeit erreichen und zogen ihre Initiative zurück, kurz nachdem die Sammelfrist anlief und die Zeitungen darüber berichteten. So kompliziert kann es also nicht sein, eine Initiative auf die Beine zu stellen.

Tags:
Schweiz, Schlegel, Hofmann, Volksinitiative, Wüthrich, Hardegger, Nationalrat, Frequencia, Schneider-Schüttel

SaferPhone-Initiative versteigt sich mit Santini-Studie (I)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 01.12.2020, 00:27 (vor 329 Tagen) @ Gustav

Zu der Initiative von Frequencia gibt es Neuigkeiten, d.h. eine neue Webseite.

Ich finde die Seite enthält recht viel Text, bei Initiativen sind die Informationen in den meisten Fällen "kurz und knackig". Es handelt sich jedoch um die üblichen Falschaussagen.

Wenn Uwe Dinger etwas kann, dann schöne Websites gestalten. Die Website der SaferPhone-Initiative ist aus meiner Sicht optisch sehr gut gelungen. Sein Talent zum Designen hat Dinger schon bei seiner ersten Anti-Mobilfunk-Website (Kombas) gezeigt und später bei Diagnose-Funk. Die Verpackung ist bei allen Dinger-Websites erstklassig, der Inhalt hingegen ist indiskutabler Stuss. Ich kenne keine anderen Anti-Mobilfunk-Websites, bei denen Schein und Sein so weit auseinander liegen.

Folgende Grafik von der SaferPhone-Website will diesen Vorwurf exemplarisch belegen:

[image]
Grafik: SaferPhone-Initiative

Schon der Titel der angstschürenden Grafik ist irreführend, denn zu sehen sind nicht "Symptome nach Entfernung zur Mobilfunkantenne", dies suggeriert, mit der Entfernung würden sich die Symptome ändern, sondern man sieht die Häufigkeit von zwölf Symptomen abhängig vom Abstand zu einer Mobilfunkantenne. Doch dies ist nur der kleinste Haken an dieser Grafik.

Schon gewichtiger ist: Die Grafik steht ohne jede weitere Erklärung auf der Seite, auch eine Quelle wird nicht genannt. Ein Betrachter hat also keine Möglichkeit, sich z.B. durch eine Internetrecherche der bösartigen Bildbotschaft zu entziehen:

Je näher du an einer Mobilfunkantenne wohnst, desto mehr Gesundheitsbeschwerden warten auf dich!

Mir aber ist die Quelle der Grafik bekannt. Es handelt sich um die berühmt-berüchtigte Santini-Sendemastenstudie aus dem Jahr 2002/2003. Damals waren wir noch glühende gutgläubige Mobilfunkgegner und von dieser Studie begeistert. Doch das sollte sich bald ändern, als sich die gar nicht begeisterte Sicht der Wissenschaft auf diese Studie bis zu uns herumsprach.

Roger Santini († 2006) war ein französischer Wissenschaftler, der zwischen 2001 (in manchen Quellen auch 2002) und 2003 eine Serie von drei Mobilfunkstudien publizierte (alle drei waren Fragebogenstudien):

2001: Santini R, Seigne M, Bonhomme-Faivre L, Bouffet S, Defrasne E, Sage M (2001): Symptoms experienced by users of digital cellular phones. Pathologie Biologie; 49, 222-226.

2002: Santini R, Santini P, Danze JM, Le Ruz P, Seigne M (2002): Enquête sur la santé de riverains de stations relais de téléphonie mobile : I/Incidences de la distance et du sexe. Pathologie Biologie (Paris); 50, 369-373.

2003: Santini R, Santini P, Le Ruz P, Danze JM, Seigne M (2003): Survey study of people living in the vicinity of cellular phone base stations. Electromagn Biol Med 2003; 22 (1): 41-49

In seiner Studie von 2001 fragte Santini bei 161 Probanden mit und ohne Mobiltelefon diverse Symptome ab, konnte bei der Symptomhäufigkeit jedoch keinen Unterschied zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern von Mobiltelefonen feststellen. Diese Studie wird deshalb von der Anti-Mobilfunk-Szene ausnahmslos ignoriert. Die beiden jüngeren (weitgehend identischen) Studien behandeln Sendemasten, und dies alarmierend, deshalb wurden und werden sie von der Szene ausgenommen wie eine Weihnachtsgans.

Doch weil Santini 2002 eine falsche Anzahl von Probanden nannte, musste er ein Erratum nachreichen. Statt 205 Männer und 215 Frauen hatte er bei Tabelle 2 im Original irrtümlich 270 Männer und 260 Frauen genannt.

Wesentliche Unterschiede zwischen den Studien von 2002 und 2003 konnte ich bei einer Schnellprüfung nicht feststellen, insbesondere Tabelle 1, auf der auch die Grafik oben beruht, ist identisch. Mutmaßlich handelt es sich bei der 2003er-Studie nur um eine Zweitverwertung vorhandenen Datenmaterials.

Fortsetzung in Teil II

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

SaferPhone-Initiative versteigt sich mit Santini-Studie (II)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 02.12.2020, 00:55 (vor 328 Tagen) @ H. Lamarr

zurück zu Teil I

Wer sich die Mühe macht, einen Blick in die verlinkten beiden Sendemastenstudien von Santini zu wagen, der wird die Grafik der SaferPhone-Initiative dort nicht finden. Da die Initiative Laien ansprechen will, wurden die dürren Originaldaten der Tabelle 1 in die anschaulichere Form der Grafik gebracht. Doch dabei hat der Grafiker eine Fünf gerade sein lassen.

Zeigt die Tabelle noch je zwei Spalten für "häufig" und "sehr häufig" genannte Symptome, listigerweise hat Santini dort die Spalten für "nie" und "manchmal" genannte Symptome kurzerhand weggelassen damit Betrachter nicht auf unerwünschte Gedanken kommen, zeigt die Grafik nur die Werte einer der beiden Spalten, – nun raten Sie mal welche – richtig, es ist Spalte "sehr häufig". Zudem gaukelt die Grafik einen kontinuierlichen Abstandsverlauf vor, denn Santini arbeitete mit nur sechs Entfernungsbereichen von <10 Meter bis >300 Meter. Daraus hätte in der Grafik ein rechteckförmiger Kurvenverlauf resultiert, der dem Grafiker aber wohl nicht plakativ genug war. So treten in der Grafik fälschlich die häufigsten Symptome dann auf, sitzt eine Person auf den Antennen eines Funkmasten (Abstand: 0 Meter), was biologisch schlüssig, in der Praxis aber äußerst unbequem ist.

Wissenschaftliche Kritiken an Santinis Sendemastenstudien

Kommen wir nun zum Kern der Sache, und das ist im konkreten Fall die vernichtende Kritik der Wissenschaft an Santinis Sendemastenstudie. Dass die SaferPhone-Initiative ihre Grafik trotz dieser Kritik auf der Website hat zeugt von einem unbändig starken Willen der 5G-Gegner zur Manipulation der Bevölkerung. Und sollte dies wider Erwarten nicht zutreffen, so zeugt die Grafik von einer bodenlosen Ahnungslosigkeit, die massive Zweifel an der fachlichen Qualifikation des Initiativkomitees rechtfertigt. Ob es außer den folgenden drei deutschsprachigen Studienkritiken noch weitere in Fremdsprachen gibt habe ich nicht geprüft.

Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal), Schweiz, 2003

SANTINI et al. 2002 publizierten eine Studie, die die Häufigkeit von unspezifischen Gesundheitssymptomen in Abhängigkeit von der Distanz zwischen Wohnort und Mobilfunkbasisstationen untersuchte. Dabei wurden 530 Fragebogen analysiert, mit denen Angaben zum Schweregrad und zur Auftretenshäufigkeit verschiedener Symptome erfragt wurden. Die Studienteilnehmer hatten zudem die Wohndistanz zur Mobilfunkbasisstation zu schätzen. Folgende Symptome traten in der Nähe von Mobilfunkantennen signifikant häufiger auf: Müdigkeit. Reizbarkeit. Kopfschmerzen. Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Neigung zu Depressionen, Unwohlsein, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisverlust, Hautprobleme, Sehstörungen, Hörstörungen, Schwindel, Störungen des Bewegungsapparates und Herz-Kreislaufprobleme. Die Studie erfüllt jedoch die grundlegendsten Anforderungen an eine wissenschaftliche Publikation nicht, da die angewandte Methode nur mangelhaft beschrieben wurde. Es ist beispielsweise nicht klar, welche Personen einen Fragebogen ausgefüllt haben, wie sie ausgewählt wurden, nach welchen Symptomen gefragt wurde, wie zuverlässig die Schätzung der Distanz zur Basisstation ist, etc. Zudem wurde schon mehrfach gezeigt, dass bei zufällig ausgewählten Punkten keine Korrelation zwischen der Feldstärke und der Distanz zur Basisstation besteht. Damit ist die Distanz zur nächsten Basisstationen ein ungeeignetes Expositionsmass. In dieser Form publiziert kann nur spekuliert werden, wie die Ergebnisse dieser Studie zustande kamen. Mögliche Erklärungen sind eine selektive Auswahl der Personen, die einen Fragebogen ausfüllten, systematische Fehler bei der Schätzung der Distanz zwischen Wohnort und Basisstation oder bei den Angaben zu den Symptomen.

Univ.-Prof. Dr. Norbert Leitgeb, Institut für Krankenhaustechnik, Graz, Österreich, 2007

Die Studie leidet unter erheblichen Methodischen Schwächen und erfüllt in wesentlichen Punkten die Mindestkriterien für eine wissenschaftliche Arbeit nicht. Es fehlen wichtige Angaben. So wird z. B. nicht angegeben, wie viele Fragebögen insgesamt ausgesendet wurden, aufgrund welcher Kriterien die Adressaten ausgewählt wurden und wie groß die Antwortraten in Abhängigkeit von den Entfernungszonen waren. Wie zwischenzeitliche Untersuchungen ergeben habe, sind die Entfernungsschätzungen von Betroffen extrem ungenau und hängen auch vom Umstand ab, ob eine direkte Sichtverbindung besteht. Da bereits die Entfernungsschätzungen als äußerst ungenau einzustufen sind und überdies nach übereinstimmender Meinung von Experten die Entfernung als Surrogat für die Immissionsverhältnisse ungeeignet ist, lassen sich aus der Studie keine belastbaren Schlüsse ziehen. Es ist vielmehr zu vermuten, dass ein Response-Bias wesentlich zu den unkritisch getroffenen Schlussfolgerungen beigetragen hat.

Berg et al. anlässlich einer DMF-Studie, Deutschland, 2007

In Frankreich wurden 530 Personen schriftlich nach Alter, Geschlecht, geschätzter Distanz zur Mobilfunksendeanlage und der Lokalisation der Wohnung zur Antenne befragt (Santini et al. 2002). Es fehlen Hinweise zur Art der Rekrutierung der Teilnehmer und zur Responserate. Alle abgefragten Beschwerden wurden einzeln ausgewertet, ohne dass Adjustierungen für Alter, Geschlecht und weitere mögliche Einflussgrößen durchgeführt wurden. Ob Personen negative gesundheitliche Einflüsse durch Mobilfunksendeanlagen erwarteten, wurde nicht abgefragt. Zur Bestimmung der Expositionshöhe wurden die Eigenangaben zum Abstand zwischen Wohnort und Mobilfunksendeanlage genutzt. Diese Methode ist als Maß der Exposition nicht geeignet. Aufgrund der unklaren Informationslage und der unzureichenden Qualität der Erhebung werden keine Ergebnisse dieser Studie präsentiert. Die Arbeit von Santini erfüllt nicht die Mindestanforderungen an eine wissenschaftliche Studie. Der methodische Ansatz ist nicht nachvollziehbar. Es mangelt an grundlegenden Informationen zur Rekrutierung der Teilnehmer sowie zur Sicherheit der Distanzschätzungen.

Betrachtet man alle drei Mobilfunkstudien Santinis zusammen, wird deutlich: Trotz der starken Immission durch die damaligen GSM-Mobiltelefone konnte er keine Symptomhäufung bei Nutzern dieser Technik finden. Symptomhäufungen gab es nur bei Anwohnern von Sendemasten. Dies kann als frühes Indiz für den Nocebo-Effekt gewertet werden, ausgelöst durch angstschürende unqualifizierte Medienberichte und pseudowissenschaftliches Hetzen von Mobilfunkgegnern der gleichen Qualifikation, wie sie heute z.B. bei der SaferPhone-Initiative zu erkennen ist.

Der Flurfunk der Anti-Mobilfunk-Szene berichtete um 2004 herum belegfrei, Roger Santini soll wegen seiner Sendemastenstudien seinen Job am Institut National des Sciences Appliquées in Lyon verloren haben. Postwendend wurde er daraufhin u.a. von einer deutschen "elektrosensiblen" Wissenschaftsjournalistin und von Michèle Rivasi zum Whistleblower erklärt. Santini war BEMS-Mitglied. Er starb am 14. Juni 2006 an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

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SaferPhone Initiative - "moving target"

Gustav, Donnerstag, 10.12.2020, 17:22 (vor 319 Tagen) @ Gustav

Interessant finde ich den präsentierten Zeitplan:

  • September 2019: Start des Initiativprojekts
  • Juni 2020: Vor­prüfung des Initiativ­textes durch die Bundes­kanzlei
  • Oktober 2020: Start zur Registrierung für die Unterschriften-Sammlung
  • 2021: Start der Unter­schriften­sammlung

Das war vor 1-2 Wochen noch so, heute steht dort:

  • September 2019: Start des Initiativprojekts
  • Juni 2020: Vor­prüfung des Initiativ­textes durch die Bundes­kanzlei
  • Dezember 2020: Start zur Registrierung für die Unterschriften-Sammlung
  • 2021: Start der Unter­schriften­sammlung

Wer es nicht glauben mag: Cache von Google am 5.12.2020 17:09:56

Warten wir mal ab, was im Januar passiert.

SaferPhone Initiative - "moving target"

Gustav, Sonntag, 13.06.2021, 20:57 (vor 134 Tagen) @ Gustav

Ursprünglich war die SaferPhone Initiative mal für Frühling 2020 angekündigt. Also mehr oder weniger zeitgleich zu den noch laufenden Initiativen. Jetzt sind sie bei Herbst 2021.

Ich halte mich mal mit Prognosen zurück. Unbestritten ist jedoch, dass die Zeit gegen die Initianten arbeitet. Abgesehen von irgendwelchen Spezialgeräten oder exotischen Herstellern hat heute fast jedes neue Smartphone 5G. Im Herbst wird 5G der Normalzustand sein, da wird es schwierig gegen anzukämpfen.

SaferPhone Initiative: Ein Schiff wird kommen ...

H. Lamarr @, München, Montag, 14.06.2021, 00:47 (vor 134 Tagen) @ Gustav

UIm Herbst wird 5G der Normalzustand sein, da wird es schwierig gegen anzukämpfen.

Na gut, wenn es mit den Dampfern 2G, 3G, Tetra, 4G und 5G nicht geklappt hat, denn ruhen die Hoffnungen der Szene auf Ankunft des Weltuntergangs nun eben auf dem Linienschiff 6G. In Bau isses ja schon :-).

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SaferPhone Initiative - es tut sich was

Gustav, Freitag, 26.03.2021, 23:41 (vor 213 Tagen) @ Gustav

Auf der Homepage gab es eine kleine Änderung. Der Zeitplan ist von der Hauptseite verschwunden, man findet ihn nur nur noch versteckt(?) auf der Registrieren Seite.

Sind das jetzt die Vorzeichen dafür, das es mit den Vorbereitungen nicht so rund läuft? Die Liste der Lokalkomitees ist doch recht ansehnlich und das Initiativkomitee ist auf 12 Leute angewachsen.

SaferPhone Initiative - Hysterisches in Bonbonpapier verpackt

H. Lamarr @, München, Samstag, 27.03.2021, 22:34 (vor 212 Tagen) @ Gustav

Sind das jetzt die Vorzeichen dafür, das es mit den Vorbereitungen nicht so rund läuft? Die Liste der Lokalkomitees ist doch recht ansehnlich und das Initiativkomitee ist auf 12 Leute angewachsen.

Nunja, stand heute sind es 620 Lokalkomitees. Wenn die Mehrzahl davon Einzelpersonen sind, ist Frequencias Sammelarmee noch immer ziemlich überschaubar. Ich könnte mir vorstellen, die warten auf einen Corona-Sommer, wenn die Leute (geimpft) wieder alle nach draußen strömen und von dann vielleicht 1000 oder mehr Sammlern besser abgefischt werden können. Zudem liefert im Sommer das Sammelergebnis der Haftungsinitiative einen Anhaltspunkt, was mit schlechterer Organisation schon in etwa drin ist.

Zweifellos ist diese Initiative von den einst fünf angetretenen die mit Abstand am besten organisierte. Ich meine da die Handschrift von Uwe Dinger wiederzuerkennen. Und das Initiativkomitee zeigt, auch einige Schweizer Politiker rechnen sich etwas für sich aus und fahren auf dem Zug nach Nirgendwo mit.

Die Textfragmente für die Bundesverfassung halte ich indes für fürchterlich, als ob Elektrosmog-Hysteriker dort alles hineingepackt haben, was an wirren Phantasien in der Szene kursiert. Die Forderungen halte ich deshalb für maßlos überzogen und mit nichts Vernünftigem zu rechtfertigen. Allerdings sind diese Schnapsideen in Nadelstreifen so schwammig formuliert wie Patentanmeldungen, so dass die Forderungen mMn gar nicht exakt zu benennen sind. Frequencia will sich mit den Verklausulierungen anscheinend alle Interpretationsmöglichkeiten offen lassen. Da frage ich mich, wer von den Opfern der Sammler das Kauderwelsch inhaltlich kapieren und spontan unterschreiben soll. Anscheinend hat auch die Initiative dieses Problem erkannt, denn zu jedem Textfragment gibt es ellenlange Erklärungen, die freilich allein die verstörte Sichtweise der Initianten in Bonbonpapier eingewickelt wiedergibt. Erfahrungsgemäß werden einige teils dennoch unterschreiben, nur um ihre Ruhe von einem drängelnden Sammler zu haben. Ob das für 100'000 Unterschriften reichen wird weiß der Himmel.

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Astrologe, Dinger, Frequencia

SaferPhone Initiative - es tut sich was

Gustav, Sonntag, 28.03.2021, 16:06 (vor 211 Tagen) @ Gustav

Sind das jetzt die Vorzeichen dafür, das es mit den Vorbereitungen nicht so rund läuft? Die Liste der Lokalkomitees ist doch recht ansehnlich und das Initiativkomitee ist auf 12 Leute angewachsen.

Habe ich 12 geschrieben? Heute sind es bereits 14 Leute!

Heissen muss das nichts. Es gab Initiativen die wurden von grossen Parteien gestartet und das Sammelziel wurde nicht erreicht. Andere Initiativen wie Pädophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen wurden praktisch im Alleingang von ein paar sehr engagierten Leuten auf die Beine gestellt. Die hatten nicht einmal eine Homepage! Zugegeben, Im Jahr 2010 war das noch nicht ganz so verbreitet wie heute aber eine beachtliche Leistung bleibt es trotzdem.

Schweiz: 2. Volksinitiative bereits eingereicht

Gustav, Dienstag, 22.10.2019, 19:55 (vor 734 Tagen) @ H. Lamarr

[Admin: Strang abgetrennt am 23.10.2019; Absprung hier]

Initiiert von acht Mobilfunkgegnern und überzeugten Elektrosensiblen (darunter Hans Sturzenegger und Ursula Niggli), startete heute in der Schweiz die Volksinitiative "Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk".

Maßhalten war noch nie Sache von Mobilfunkgegnern. Kaum haben acht vernetzte Einzelkämpfer ihre Volksinitiative am 15. Oktober 2019 auf den Weg gebracht, greift der Anti-Mobilfunk-Klub Frequencia (kein Verein) die Idee auf und kündigt eine weitere ähnlich gelagerte Volksinitiative für Frühjahr 2020 an. Wäre ich Schweizer, die Aufdringlichkeit einer Minderheit, ihr Problem mit Elektrosmog erbarmungslos zu sozialisieren und den Vorteil zu privatisieren, würde mich stören und – unabhängig von den seichten egozentrischen Begründungen – zu einer Verweigerungshaltung animieren.

Langsam wird es absurd - dann wären es bereits 3(!) Initiativen

Eidgenössische Volksinitiative 'Mobilfunkhaftungs-Initiative'

[Admin: Postingtitel am 26.10.2019 umnummeriert, um den zeitlichen Ablauf besser abzubilden]

Ergänzung 30.10.2019: https://mobilfunkhaftung.ch/ueber-uns/initiativkomitee/

Tags:
Sturzenegger, Volksinitiative, Niggli, Schutz-vor-Strahlung, Hepfer, OCG

Schweiz: 4. Volksinitiative in Planung

Gustav, Samstag, 26.10.2019, 22:30 (vor 730 Tagen) @ H. Lamarr

http://initiative-5g.ch/de/text-der-initiative/

(Der Text wurde noch nicht von der Bundeskanzlei genehmigt, die französische Fassung gilt als Referenz)

I Die Bundesverfassung vom 18. April 1999 wird wie folgt ergänzt:

Art. 74a (neu) Nichtionisierende Strahlung

1 Die Bundesversammlung ergreift Massnahmen, um sicherzustellen, dass niemand einer nichtionisierenden Strahlungsintensität von Frequenzen über 110 MHz, allen Quellen und allen Frequenzbereichen zusammen ausgesetzt werden kann, die in der Durchschnittsberechnung 0,6 v/m und als Maximalwert 2 V/m übersteigt.

2 Für den Mobilfunk, einschließlich des mobilen Datenaustauschs, ist keine höhere Frequenz als 6 GHz zulässig.

3 Bei einem Verstoß gegen die Absätze 1 und 2 ist eine Geldstrafe von bis zu CHF 100’000 zu zahlen.

II Die Übergangsbestimmungen der Verfassung werden wie folgt geändert:

Art. 197, c. 12 (neu)

12. Übergangsbestimmung zu Art. 74a

Art. 74a muss innerhalb von zwei Jahren nach seiner Annahme durch das Volk und die Kantone umgesetzt werden.

Soll man darüber nun lachen oder einfach nur den Kopf schütteln? Vielleicht bekommen wir dieses Jahr das halbe Dutzend noch voll.

Tags:
Volksinitiative, Frequencia, Bodenmann

4. Volksinitiative in Planung: Folge mutwilliger Zerstörung

H. Lamarr @, München, Samstag, 26.10.2019, 23:23 (vor 730 Tagen) @ Gustav

http://initiative-5g.ch/de/text-der-initiative/
[...]
Soll man darüber nun lachen oder einfach nur den Kopf schütteln? Vielleicht bekommen wir dieses Jahr das halbe Dutzend noch voll.

Da hat offenbar einer ein Spielzeug entdeckt und spielt es jetzt so heftig, dass es kaputt geht.

Ich gehe davon aus, dass die Inflation der Mobilfunk-Volksinitiativen kein Zufall, sondern geplant ist. Der Zweck der Überreizung ist mir nicht klar, mit der Anzahl werden die Mobilfunk-Volksinitiativen aus meiner Sicht jedoch zunehmend dümmer. Wäre ich Mobilfunker, ich würde ein paar noch dümmere drauflegen, um das taktische Manöver als Ganzes noch mehr ins Lächerliche zu ziehen und dem Schwert der Mobilfunk-Volksinitiativen die Schärfe zu nehmen.

Als die Volksinitiative 1891 in der Schweiz eingeführt wurde genügten noch 50'000 Unterstützer. Damals hatte die Schweiz 2,972 Mio. Einwohner. Wegen der Einführung des Frauenstimmrechts 1970 und, um die wachsende Lust an Volksabstimmungen zu bremsen, wurde 1977 die erforderliche Anzahl der Unterstützer, die noch heute gilt, auf 100'000 angehoben. Seinerzeit hatte die Schweiz eine Bevölkerung von 6,284 Mio. Heute hat die Schweiz 8,556 Mio. Einwohner.

Um den Bevölkerungszuwachs seit 1977 bei einer Volksinitiative zu berücksichtigen, müssten sich heute statt 100'000 Unterstützer gut 136'000 eintragen.

Wenn die Mobilfunk-Phobiker nicht innehalten und ihr Spielzeug weiter kaputt machen, wird das Parlament sich wohl oder übel mit dem Missbrauch dieses politischen Instruments durch extremistische/staatsfeindliche Interessengruppen beschäftigen müssen und die Hürde wahrscheinlich höher schrauben. Da heute die zuvor unbekannten Mittel des Internets zur Mobilisierung zur Verfügung stehen, scheinen mir 200'000 oder sogar 300'000 Unterstützer eine angemessen hohe Hürde zu sein. Nimmt man das Jahr 1891 als Maßstab und nimmt man weiter an, dass die damals allein wahlberechtigten Männer 50 Prozent der Bevölkerung waren, dann ergäbe dies auf heute umgerechnet rd. 288'000 erforderliche Unterstützer beiderlei Geschlechts.

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Schweiz: 4. Volksinitiative in Planung

Gustav, Dienstag, 17.12.2019, 16:21 (vor 678 Tagen) @ Gustav

Die oder den Urheber dieser Volksinitiative ausfindig zu machen ist nicht ganz einfach aber ich habe etwas in den Statuten gefunden.

Als Co-Präsidenten sind dort Olivier Bodenmann und Louisa Diaz genannt.

Interessant ist dabei das Olivier Bodenmann ebenfalls im Vorstand von frequencia sitzt. Nur zur Erinnerung, frequencia plant seine Volksinitiative im Frühling 2020.

Schweiz: 5. Volksinitiative in Planung?

Gustav, Dienstag, 29.10.2019, 21:13 (vor 727 Tagen) @ H. Lamarr

https://wirbestimmen.ch/index.php/de/initiativen/unterstuetzer-de/5g-moratorium-de

Die bisherigen Informationen sind zwar vage und unvollständig aber langsam kann man von einer Epidemie sprechen...

Tags:
Volksinitiative

Schweiz: 5. Volksinitiative in Planung?

H. Lamarr @, München, Dienstag, 29.10.2019, 22:24 (vor 727 Tagen) @ Gustav

https://wirbestimmen.ch/index.php/de/initiativen/unterstuetzer-de/5g-moratorium-de

Riecht ziemlich stark nach der SVP.

Doch wenn man diesen Artikel vom Mai 2019 gelesen hat "Fünfjährige Durst[st]recke: Volksinitiativen haben derzeit keine Chancen", scheint mir Gelassenheit statt Aufregung angesagt zu sein. Volksinitiativen werden dort als "Ventil für Minderheiten" beschrieben und wie es aussieht, derbröselt es Initiativen, die die 100'000-Unterstützer-Hürde genommen haben, später regelmäßig an der Urne.

Aus meiner Sicht strebt indes keine der Initiativen wirklich eine Verfassungsänderung an, das wahre Ziel ist der Weg dorthin. Und dieser Weg gibt reichlich Gelegenheiten, das wahre Ziel mit gewohnter Dramatik ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken, nämlich 1001 Desinformationen über angebliche Risiken des Mobilfunks zu verbreiten. Damit die materiellen und immateriellen Gewinne derjenigen sprudeln, die mit irrationalen Ängsten gegenüber EMF im Geschäft sind. Wer das ist sollte hier im Forum hinlänglich bekannt sein.

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Der schweizer Initiativ-Salat ist angerichtet

KlaKla, Samstag, 30.11.2019, 08:26 (vor 695 Tagen) @ H. Lamarr

Video Initiativenflut 5G von André Ruch

Auszug: Fünf verschiedene Volksinitiativen von fünf verschiedenen Komitees: Die Gegner von Mobilfunkstrahlung lancieren eine Initiativ-Flut.

Die Bewegung der Mobilfunkgegner erlebt derzeit einen Höhenflug. Überall in der Schweiz bilden sich Bürgerkomitees, die sich gegen 5G-Antennen zur Wehr setzen. «Es ist ein regelrechter Volksaufstand im Gange», frohlockt etwa ein Vorreiter der Antennengegner, Hans-Ulrich Jakob, seit 30 Jahren im Kampf gegen Mobilfunkstrahlung.

Nun wollen die 5G-Gegner den politischen Druck erhöhen. Gleich fünf Volksinitiativen sollen in den nächsten Monaten lanciert werden. Zwei der fünf Komitees sammeln bereits Unterschriften. Weiter ...

Kommentar: Die Koordination mit anderen Initiativen so P. Schlegel sei schwierig. Es gäbe ganz verschiedene Gruppen, die angeblich keinen Kontakt miteinander haben. Mobilfunkgegnern sollte man niemals glauben.
Siehe hier … .

Die Zutaten
1. Gigaherz > Hans Ulrich Jakob
2. Frequencia - Konsumentenschutz Organisation > Baubiologe Peter Schlegel
3. Mobilfunkhaftungs-Initiative > Felix Hepfer
4. Schutz vor Strahlung > EHS Martin Zahnd
5. Freiheitliche Bewegung Schweiz > Richard Koller, Neudorf
6. Initiative 5G > Unbekannt
7. Wir bestimmen > Unbekannt

1. Volksinitiative > EHS
2. Volksinitiative > Hepfer
3. Volksinitiative > Schlegel
4. Volksinitiative in Planung > Verantwortlich, unbekannt
5. Volksinitiative in Planung > Verantwortlich, unbekannt

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Jakob, Schlegel, Zahnd, Dinger, Volksinitiative, Schutz-vor-Strahlung, 5G-Tea-Party, Frequencia, Hepfer

Der schweizer Initiativ-Salat ist angerichtet

Gustav, Dienstag, 17.12.2019, 16:33 (vor 678 Tagen) @ KlaKla

Die Zutaten
5. Freiheitliche Bewegung Schweiz > Richard Koller, Neudorf
7. Wir bestimmen > Unbekannt

5. Volksinitiative in Planung > Verantwortlich, unbekannt

Das ist wohl alles das Gleiche.

wirbestimmen.ch ist einfach eine allgemeine Plattform die einem hilft wenn man einen Initiative starten möchte.

Schweiz: Mobilfunk-Volksinitiativen

Gustav, Sonntag, 21.06.2020, 19:46 (vor 491 Tagen) @ H. Lamarr

Bisher dachte ich, dass jeder einfach eine Volksinitiative einreichen kann aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Für eine eidgenössische Volksinitiative muss man ein Initiativkomitee aus mindestens 7 (max. 27) Stimmberechtigten bilden. Vermutlich ist diese Hürde bei den drei "geplanten" Initiativen bereits zu hoch.

Schweiz: Personalmangel bei Mobilfunk-Volksinitiativen?

H. Lamarr @, München, Montag, 22.06.2020, 13:16 (vor 490 Tagen) @ Gustav

Für eine eidgenössische Volksinitiative muss man ein Initiativkomitee aus mindestens 7 (max. 27) Stimmberechtigten bilden. Vermutlich ist diese Hürde bei den drei "geplanten" Initiativen bereits zu hoch.

Könnte tatsächlich zu sein. Mobilfunkgegner haben ja einen ziemlich schlechten Ruf, irgendwo zwischen dem von "Impfgegnern" und "Chemtrailverfolgten". Da lässt es sich unerkannt noch gut aufs Blech trommeln, nicht aber mit Name und Anschrift für verschrobene Ansichten gerade stehen. Teilnehmer "hans" hat auch Gigaherz-Jakob einmal an dieser niedrigen Hürde (Mindestanzahl von Unterstützern) stürzen gesehen.

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