Adlkofers Interview mit Diagnose-Funk war keines (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 14.02.2021, 14:16 (vor 159 Tagen) @ H. Lamarr

Der Stuttgarter Verein übertraf sich im Desinformieren selbst, als er am 4. Februar 2021 ein Interview mit Adlkofer veröffentlichte ...

Wer glaubt, dieses Interview sei ein prestigeträchtig echtes gewesen, bei dem sich ein Diagnose-Funker und Adlkofer von Angesicht zu Angesicht gegenüber gesessen sind und ein Aufzeichnungsgerät das Interview zum späteren Abtippen speicherte, der irrt. Dieses Interview fand live nicht statt, sondern Diagnose-Funk legte Adlkofer wahrscheinlich zuvor verabredete Fragen vor, die der Ex-Tabaklobbyist dann in aller Ruhe schriftlich beantworten konnte. Erkennbar ist dies an den typischen Merkmalen eines Ferninterviews, die in Live-Interviews per se nicht vorkommen können. Als da beispielsweise zu nennen sind die vielen verräterischen Links im Text, in Klammern gesetzte Ergänzungen, Zahlenwerte und noch ein paar Auffälligkeiten mehr, etwa der Umstand, dass keinerlei Nachfrage des "Interviewers" zu lesen ist.

Schlimm ist so ein Ferninterview nicht, auch das IZgMF praktiziert hin und wieder diese effiziente Interviewform zur Klärung von Sachfragen, Diagnose-Funk aber trägt einmal mehr dick auf und täuscht mit der Verabschiedung "Herr Prof. Adlkofer, wir danken Ihnen für die Bereitschaft zu diesem Interview" ein Live-Interview vor. Die gequälte Danksagung ist ein weiteres Indiz für ein schriftliches Ferninterview. Wären sich die Interviewpartner gegenüber gesessen, Diagnose-Funk hätte uns garantiert großformatige Fotos des Gesprächs serviert und sich am Schluss artig für das Gespräch bedankt.

Den Drang der Stuttgarter, sich wichtig zu machen, dokumentiert noch ein winziges anderes Detail. So behauptet Diagnose-Funk, das Interview mit Adlkofer vom 4. Februar sei am 10. Februar aktualisiert worden. Aktualisierungen sind stets positiv, zeigen sie doch, dass da jemand dicht am Ball bleibt. Ein Vergleich der beiden Interview-Versionen zeigte mir heute jedoch: Die beiden Versionen sind inhaltlich zu 100 Prozent identisch, es gab keinerlei Löschung, keine Änderung oder Ergänzung. Die verkündete Aktualisierung ist damit nur ein nicht eingehaltenes Versprechen.

Die Form, wie Diagnose-Funk Adlkofer interviewte, ist eine unrühmliche Spielart des Journalismus, die sich Verlautbarungsjournalismus nennt: kritiklose Berichterstattung in den Medien zu mehr oder weniger vorgegebenen Themen in mehr oder weniger vorgegebener Darstellung (Duden). Etwas anderes ist von dem selbsternannten "Verbraucherverein" auch nicht zu erwarten gewesen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Stuttgart, Hensinger, Blendwerk, Illusion, Sprachrohr, Verlautbarungsjournalismus, Diagnose:Funk, Interview, Anstifter, Spiritus Rector


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