Und es stimmt doch: jeder Meter an Höhe zählt (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 12.04.2006, 00:33 (vor 5486 Tagen) @ Blauer Engel

Betrachtet man die Graphik: (www.munlv.nrw.de/sites/arbeitsbereiche/immission/pdf/immission_final.pdf), so ist deutlich zu erkennen, dass die Strahlungsdichte bis mehrere 100 m Abstand von der Antenne sehr chaotisch durch Nebenzipfel und Reflexionen verläuft. Spürbare Verbesserungen würde eine Erhöhung des Mastes erst von mehr als 50 m bringen.

Einspruch, Euer Ehren - und zwar von Dr. Bornkessel höchstpersönlich. Denn der hat die von Ihnen erwähnte Grafik "Verlauf der Immissionen in Abhängigkeit vom lateralen Abstand" noch dahingehend ergänzt, dass der Höhenunterschied zwischen Emissionsquelle (Antenne) und Immissionsort (Messpunkt) mit aufgenommen wurde. Was dabei herausgekommen ist, zeigt die folgende Grafik (die im Original-IMST-Zwischenbericht "Analyse der Immissionsverteilung" auf Seite 37 zu finden ist).

[image]

Hier ist nun sehr schön zu sehen, dass im Umkreis von mindestens 100 m um eine Antenne herum jeder Meter Höhengewinn fast immer deutliche Verbesserungen für die dort lebenden Anwohner bedeutet (Anmerkung: die olivgrün eingetragene Kurve ist die Bezugskurve für 0 m Höhengewinn). Wenn wir jetzt bei unserem Beispiel bleiben, und ein Mast nicht 10 m, sondern 20 m lang ist, bedeutet dies, dass in der Grafik anstelle der schwarzen Kurve (10 m) die rote Kurve (20 m) gültig ist. Einverstanden?

Im Entfernungsbereich von 10 m bis etwa 300 m ist zu erkennen, dass die rote Kurve - wenn auch nicht immer, so doch zumeist - deutlich unter der schwarzen Kurve verläuft. Bei 30 m Abstand zur Antenne ist der Vorteil der größeren Höhendifferenz am deutlichsten: statt etwa 3 mW/qm kriegen dort Wohnende nur knapp 10 µW/qm ab. Ganz erstaunlich finde ich die Tatsache, dass die größere Höhendifferenz nicht ausnahmslos von Vorteil ist, sondern im Entfernungsbereich zwischen 10 m und 25 m stellenweise sogar von Nachteil sein kann. Da kann es dann tatsächlich von Nutzen sein, z. B. ein Bett um 1 m zu verrücken, um aus so einer ungünstigen Position dauerhaft herauszukommen ;-).

Die Grafik ist natürlich nicht allgemeinverbindlich, sondern repräsentiert lediglich das Beispiel einer von vielen möglichen Abstrahlcharakteristiken von Mobilfunkantennen. Bei einer anderen Antenne können die Kurven durchaus anders verlaufen. Mir kommt es deshalb hier mehr auf die Trendaussage der Grafik an, die doch recht eindeutig zeigt, dass die Höhendifferenz zwischen Emissionsort und Immissionsort eben doch maßgebende Auswirkung auf die Funkfeldbelastung der Anwohner im näheren Umkreis hat (bis zu 1 000 m bei 50 m Höhendifferenz) und die Faustregel rechtfertigt, dass jeder Meter Höhengewinn von Vorteil ist.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Abstand, Leistungsflussdichte, Bild, Feldstärke, Immission, Bornkessel, Emissionsminimierung, Mobilfunkmast


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