Gefährliche Gratwanderung (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 27.07.2014, 13:40 (vor 1963 Tagen) @ RDW

Mich wundert das alles nicht. Dariusz hat sich, wie schon gesagt, die falschen Freunde ausgesucht. Und dass dann die "Berichte" entsprechend ausfallen, ist nicht weiter verwunderlich.

Es ist schade, wenn ursprünglich vertrauenswürdige Wissenschaftler nach einem beruflichen Rückschritt oder im Pensionsalter ihre Anerkennung in unqualifizierteren Kreisen suchen.

Für mich war Dariusz Leszczynski lange einer, den ich nicht so recht zuordnen konnte, ergebnisoffen eben, unbequem für beide Seiten. Als er dann bekannt gab, dass Stuk sich von ihm trennen wollte, muss es bei ihm einen Knacks gegeben haben, seither schlägt er sich ziemlich offen auf die Seite der Alarmfraktion. Okay, als angeblich einziger von 20 Stuk-Wissenschaftlern vor die Tür gesetzt zu werden, ist nun sicher nicht dienlich, den tröstenden offenen Armen der Alarmfraktion zu widerstehen. Provozierend mag auch gewesen sein, dass die ICNIRP 2008 nicht ihn in ihre Main-Commission gewählt hat, sondern seinen Stuk-Kollegen Kari Jokela. So ein Stachel kann der Beginn einer hingebungsvollen Abneigung sein.

Wenn man sich überlegt, welchen Zirkus gemacht wurde, weil Ex-Bundespräsident Wulff angeblich einen geldwerten Vorteil von 700 Euro genutzt hat, dann verblüfft die Selbstverständlichkeit, mit der das Sponsoring Leszczynskis durch Pandora bekannt gegeben wird. Das einzig Gute daran ist, dass sie es freimütig selber einräumen. Sie müssen es, denn wenn es nachträglich herausgekommen wäre, müsste Leszczynski einpacken. Doch warum zum Teufel übernimmt nicht "Frontiers" die Kosten und schickt seinen frisch gebackenen Chefredakteur nach Kapstadt, sondern eine Stiftung, die nicht den allerbesten Ruf genießt? Ist überhaupt Geld geflossen? Der Texter der Stiftung schreibt dazu wunderbar unverfänglich "Professor Dariusz Leszczynski hat auf Einladung der Stiftung Pandora an der BioEM2014 in Kapstadt, Südafrika, teilgenommen ...", erst Leszczynski selbst nennt mit "... who sponsored my travel and participation in the meeting" das Kind deutlicher beim Namen. Was mir bei ihm abgeht ist die Distanz, sich überhaupt mit solchen dubiosen Geldgebern einzulassen. Denn es liegt doch offenkundig auf der Hand, was Pandora von der BEMS-Tagung berichtet haben wollte, die Stiftung weiß schon was sie will.

Ich würde jetzt gerne noch den Bericht eines unabhängigen Beobachters von der BEMS-Tagung lesen, nur wo ist der? Früher, als es noch die FGF gab, konnte man so etwas bekommen.

Kurios finde ich, wie Carl Blackman gleich am Anfang als Träger des D’Arsonval-Preises, der "höchsten Auszeichnung", die die BEMS zu vergeben habe, in den Olymp der Bioelektromagnetiker gehoben wird. Wenn Blackman dann etwas über EHS sagt wie „Personen, die elektromagnetisch hypersensibel sind, könnten in der Tat durch EMF beeinträchtigt werden", dann ist das nicht etwa irritierend trivial, sondern epochal wichtig, eben weil ein D’Arsonval-Preisträger dies sagt. Doch was ist diese Auszeichnung wert, wenn Leszczynski weiter hinten in seinem Bericht die BEMS erfrischend unverblümt als amateurhaft agierend Saftladen mit schlechtem Ruf charakterisiert? Ist dann ein D’Arsonval-Preis nicht eher etwas, was der Gewinner schnell verstecken muss? Schon 2010 merkte Forenteilnehmer "Sektor3" mir gegenüber einmal an, er hege nicht nur an der Integrität von Franz Adlkofer erhebliche Zweifel, sondern auch an der BEMS, die es seiner Einschätzung nach ebenfalls faustdick hinter den Ohren habe. Daraus schließen, "sektor3" sei Leszczynski, dürfen jetzt alle, die glauben Zitronenfalter würden Zitronen falten.

Noch sehe ich Leszczynski nicht als Irreführer, eher als Elefant im Porzellanladen. Er sieht bevorzugt die bösen industriellen Mächte, die ihm angeblich seinen Job bei Stuk gekostet haben, was ihn zwangsläufig in Richtung Alarmfraktion bewegt. Was er mMn viel zu wenig beachtet sind die anderen bösen Mächte, die sich bevorzugt unverdächtiger "nützlicher Idioten" bedienen, um ihre kommerziellen Interessen wahrzunehmen, die alle auf dem gemeinsamen Geschäftsmodell beruhen, gezielt "Ängste gegenüber Elektrosmog" zu schüren. Hätte er auch dieses Auge so wachsam offen, wie das andere, er wäre vielleicht nicht nach Kapstadt gereist, hätte dafür aber eine Beule weniger im Blech.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Opfer, Leszczynski, STUK, Zitronenfalter, Pandora, Täter, Geldgeber, Ausgeschieden, Sponsoring


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