Mobilfunkgegners Gordischer Knoten: Das BioEM2014-Paradoxon (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 29.07.2014, 22:33 (vor 2000 Tagen) @ H. Lamarr

Ich fragte die, die Geld haben – GSMA und MMF –, ob sie bereit wären, eine Ethik-Session auf der BioEM2014 finanziell zu unterstützen. Die Antwort war nur: Nein danke.

Das waren möglicherweise deshalb die falschen Adressaten für die Anfrage, weil GSMA und MMF ohnehin schon zu den Sponsoren der BioEM2014 gehören. Wenn sie zusätzlich exklusiv Leszczynski unterstützt hätten, mit welcher Begründung hätten Sie dann andere Bittsteller ablehnen sollen?

Auch das muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen: Der Bericht von Dariusz Leszczynski wird in der Anti-Mobilfunk-Szene mit wachsender Begeisterung herumgereicht. Man ist augenscheinlich hoch zufrieden mit dem, was der Finne da abgeliefert hat. Doch den aus Sicht von Mobilfunkgegnern unverzeihlichen Schönheitsfehler, der in dem Bericht steckt, den übersehen sie mit beklemmender Kurzsichtigkeit.

Grübel, Rätsel, Grübel: Verdammt, was mag "Spatenpauli" nur meinen?

Es ist geradezu grotesk: Bei Studien mit unerquicklichen Resultaten geben sich Mobilfunkgegner bekanntlich große Mühe, diese Studien zu entwerten. Die einfachste Methode, auch der Dümmste begreift sie sofort, ist: Versuche zu beweisen, dass diese Studie von der Industrie finanziert wurde, denn allein dies genügt schlichteren Gemütern, die Ergebnisse einer Studie in Pausch und Bogen als unglaubwürdig abzuqualifizieren. Ja?

So, das müsste bis jetzt eigentlich für jeden nachvollziehbar gewesen sein. Doch nun zeigt ein Blick auf die Sponsorenliste der BioEM2014, dass sich diese wie ein Who's Who (nicht: wo ist die WHO) der Mobilfunkindustrie liest. Und was passiert? Kein Aufschrei der vereinigten Mobilfunkgegner, kein Gezeter – es bleibt mucksmäuschenstill! Wahrscheinlich ist der intellektuelle Kraftakt nicht zu meistern, plausibel zu erklären, warum ein Bericht von der Veranstaltung Mobilfunkgegner in Entzücken versetzt, obwohl das Event doch zu 100 Prozent von der Mobilfunkindustrie gesponsert wurde!

Dariusz Leszczynski war so klug, seinem Bericht einen Zungenschlag zu geben, dass Mobilfunkgegner sich mit wohlgefälligem Nicken selbstzufrieden zurücklehnen können. Der finnische Bud Spencer bedient die Erwartungen, er spendet Regen auf die vertrockneten Äcker der Gegner. Täte er es nicht, auch er würde gesteinigt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Finanzierung, BioEM, Sponsoren, Paradoxon


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