Risiko für ungeborene Kinder (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 12.05.2011, 19:15 (vor 3725 Tagen) @ H. Lamarr

In der 3-seitigen NFP-57-Medienmitteilung findet sich folgende Passage:

Insgesamt hat die Forschung des NFP 57 keine alarmierenden, neuen Tatbestände zu Tage gefördert, welche eine Anpassung der gesetzlichen Bestimmungen oder ein Eingreifen seitens der Behörden notwendig erscheinen lassen würden. Mit einer Ausnahme: Bisher wurde der erhöhten Schutzbedürftigkeit von Föten im Bauch zu wenig Beachtung geschenkt, wie eine Modellierungsstudie gezeigt hat. Mit numerischen Techniken haben Niels Kuster und seine Kollegen von der IT’IS Stiftung simuliert, wie viel elektromagnetische Strahlung die ungeborenen Kinder im dritten, siebten und neunten Monat der Schwangerschaft erreicht. Dabei haben sie festgestellt, dass die Exposition eines Fötus über den für die Allgemeinbevölkerung gültigen Grenzwerten zu liegen kommt, wenn die werdende Mutter maximalen Arbeitsplatzexpositionswerten ausgesetzt ist. Um eine übermässige Exposition der ungeborenen Kinder zu vermeiden, sollten die Produktstandards von technischen Geräten am Arbeitsplatz, insbesondere von Induktionskochherden, angepasst werden.

Kommentar: Ich finde die obige Formulierung ausgesprochen unglücklich, weil verwirrend. Mir ist anhand des Textes nicht klar geworden, wovon hier überhaupt die Rede ist, von Handy-Immission (denkbar), Sendemasten-Immission (eher unwahrscheinlich) oder Kochfeld-Immission (wahrscheinlich). Und der alternierende Gebrauch der Begriffe "Allgemeinbevölkerung" und "Arbeitsplatzexpositionswerte" ist gut geeignet, diese Verwirrung noch zu steigern, denn für die Allgemeinbevölkerung gelten andere (strengere) Grenzwerte als bei beruflicher Exposition am Arbeitsplatz. Medienmitteilungen sollten eigentlich informieren, die obige Passage macht mMn das Gegenteil, sie verleitet zu Fehlinterpretationen. Vermutlich geht es hierbei um Kochfelder und nicht um Mobilfunk, dieses Video mit Niels Kuster bestätigt die Vermutung, jedoch nicht zweifelsfrei.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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