Diagnose-Funk kann auch schnell berichtigen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 22.03.2022, 14:30 (vor 321 Tagen) @ H. Lamarr

So grandios wie der Inhalt ist auch die Übersetzung durch Diagnose-Funk. Hier eine besonders entzückende Passage:

Das Mikrowellensyndrom wurde bereits in den 1970er Jahren von ehemaligen Wissenschaftlern aus dem Sowjetblock, die wissenschaftliche Studien durchgeführt haben, beschrieben. Bei der beruflichen Exposition gegenüber Mikrowellen gab es Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. [...]

Den Sowjetblock gibt es also nach wie vor (Putin arbeitet momentan tatsächlich an der Wiederherstellung desselben) und dort führen ehemalige Wissenschaftler wissenschaftliche Studien durch.

:confused:

Bei Fehlerberichtigungen bekanntlich sonst eher träge, kam Diagnose-Funk diesmal schnell in die Schuhe und trennte sich hurtig von den "ehemaligen Wissenschaftlern aus dem Sowjetblock". Der Verein orientiert sich offensichtlich mehr an der offensichtlichen Peinlichkeit eines Fehlers als an inhaltlich-sachlichen Irreführungen, die nicht jeder auf Anhieb erkennen kann.

Neu lautet die besagte Textpassage jetzt:

Das Mikrowellensyndrom wurde in den 1970er Jahren von Wissenschaftlern in der ehemaligen Sowjetunion beschrieben, die berufsbedingte Risiken durch nichtionisierende Strahlung untersuchten. Die sowjetischen Wissenschaftler beschrieben zahlreiche Symptome des Syndroms, darunter Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen, Tinnitus, Herzklopfen und Gedächtnisverlust.

Gut zu wissen: Interessanterweise hat die Textänderung nicht zu einer Aktualisierung des Veröffentlichungsdatums geführt, dieses steht nach wie vor auf 18.03.2022. Heißt: Bei unverändertem Datum eines Beitrags darf man sich bei Diagnose-Funk nicht darauf verlassen, dass auch der Beitrag unverändert geblieben ist!

Das IZgMF handhabt das strenger. Auf Textänderungen, die später als ca. zwei bis drei Stunden nach Veröffentlichung vorgenommen wurden, machen wir mit einem Edit-Hinweis aufmerksam. Davon ausgenommen sind wegen Belanglosigkeit orthografische Korrekturen. Auch wir mussten dies jedoch erst lernen. Der Autor "W. Kuhn" publizierte in den Flegeljahren des IZgMF bei uns einen Artikel mit Falschaussagen. Nachdem diese im RDW-Forum diskutiert wurden, änderte Kuhn mit unserer Hilfe seinen Text nachträglich, ohne dass wir dies kenntlich machten. Die Prügel, die wir dafür einstecken mussten war rechtens – und heilsam. Erst Jahre später, 2014, wurde uns klar, dass wir mit W. Kuhn einem geschickt agierenden Desinformanten auf den Leim gegangen sind und löschten alle seine Artikel von der IZgMF-Website.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Diagnose-Funk, Mikrowellensyndrom, Irreführung, Berichtigung


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