EBI "Stop 5G": Teilnahmeverlauf bis 11.03.2022 (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 12.03.2022, 17:24 (vor 110 Tagen) @ H. Lamarr

Prognosen für Endstand am 01.03.2023
Stand 09.03.2022: 300'000 Unterstützer [Admin: Prognose berichtigt am 10.03.2022]

Die EBI hat mit dramatischen Einbußen beim täglichen Zuwachs zu kämpfen. Stand 11. März 2022 lautet die jüngste Prognose für den Endstand am 1. März 2023 deshalb nicht mehr 300'000 Unterstützer, sondern nur noch rd. 240'000. Mit diesem Endstand hätte die EBI ihr Ziel weit verfehlt.

Teilnahmeverlauf an der europäischen Bürgerinitiative "Stop 5G" (Stand: 11.03.2022).
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Am zweiten Tag der Sammlung erreichte die EBI mit 1949 neu hinzu gewonnenen Unterstützern ihren bisherigen Höchstwert, am elften Tag der Sammlung waren es nur noch 194 (bisher Tiefststand).

Warum schrumpft der Zuwachs so stark?

Der starke Schwund lässt sich gut erklären. Die bislang gesammelten rd. 9000 Unterstützer hat sich die EBI aus den Sammelbecken organisierter Mobilfunkgegner geholt. Mit Aufrufen zur Stimmenabgabe in ihren Netzwerken wurde dieses Reservoir zum Start der EBI gezielt abgerufen. Nun aber, elf Tage nach dem Start ist dieses Reservoire weitgehend ausgeschöpft. Man kann daraus grob abschätzen, dass es in der EU rd. 10'000 organisierte Mobilfunkgegner gibt. Die Größenordnung dieser Anzahl steht in Einklang mit vielen anderen Abschätzungen, die in den vergangenen Jahren hier im Forum abgegeben wurden.

Und nun?

Will die EBI ihre Ziele erreichen, muss es ihr gelingen, die Bevölkerung in der EU zu mobilisieren. Ab jetzt ist also Knochenarbeit angesagt, das heißt, Tapeziertische aus dem Keller holen, an Publikumsbrennpunkten aufbauen, "Informationsmaterial" auslegen und Passanten gezielt ansprechen. Das übliche also. Weil dies erfahrungsgemäß nicht ausreichen wird, 1 Mio. Menschen zu überzeugen, werden wir allerlei weitere öffentliche "Aktionen" der Szene erleben. Und in Summe werden diese Aktionen den deprimierenden Verlauf des Zuwachses oben in der Grafik schon bald stoppen und umkehren, was bei einem Tageszuwachs von zuletzt nur rd. 200 Unterstützern allerdings auch keine Kunst ist.

Ob die Aktionen der EBI den erhofften Zulauf bringen werden weiß heute niemand, in Anbetracht widriger Umstände (Corona, Ukraine-Krieg) und verschrobener Ziele sowie Argumente der EBI halte ich gegenwärtig ein Scheitern für wahrscheinlicher als einen Erfolg. Aber: Da meine Prognosen auf linearer Regression beruhen, sind sie anfällig für nichtlineare unvorhersehbare Ereignisse. Das Beispiel für so ein Ereignis ist die träge dahin siechende Bundestagspetition von Eduard Meßmer gewesen, die urplötzlich anzog und innerhalb weniger Tage mehr als 50'000 Mitzeichner mobilisierte. Die Gründe für den unerwarteten plötzlichen Anstieg sind bis heute ungeklärt, mutmaßlich geht der Aufschwung auf das Konto von Staatsverdrossenen, in deren Kreisen die inhaltlich dröge Petition nur deshalb beworben wurde, um dem Staat einen Denkzettel zu verpassen. Sollte es den 10'000 organisierten Mobilfunkgegnern in der EU also gelingen, befristet Bündnisse mit anderen Splittergruppen zu schließen (Spinner, Querdenker, politische Splitterparteien, Staatsfeinde, EU-Gegner), wäre ein überraschender Erfolg der EBI möglicherweise in Reichweite.

Wie unberechenbar der Zuspruch zu EBIs sein kann zeigt das Beispiel der EBI "Stop Finning". Nur rd. 70 Tage vor Ablauf der Sammelfrist fehlten dieser EBI noch sage und schreibe 620'000 Unterstützer, um die 1-Mio.-Marke zu überschreiten. Ein Scheitern schien sicher. Am Ende aber stand der Zähler bei 1'202'122. Der Überhang von gut 200'000 Unterstützern ist von Bedeutung, weil bei der nationalen Prüfung der Unterstützer angeblich zehn bis 20 Prozent als ungültig verworfen werden.

Profiteure gewinnen so oder so

Aus meiner Sicht muss die EBI "Stop 5G" jedoch keineswegs die 1-Mio.-Hürde nehmen, um erfolgreich zu sein. Denn die Prüfung vieler zurückliegender Aktionen organisierter Mobilfunkgegner hat einen roten Faden sichtbar gemacht, der sich durch alle Aktionen zieht: Der Weg ist das Ziel. Soll heißen: Es kommt weniger darauf an, am Ende ein gestecktes Ziel zu erreichen, als auf das publikumswirksame TamTam auf dem Weg zu dem wahrscheinlich ohnehin unerreichbaren Ziel. Meines Wissens hat in den vergangenen 20 Jahren ausnahmslos jede lautstark verwurstete Aktion organisierter Mobilfunkgegner das gesteckte Ziel nicht erreicht. Mit dem aktionsbegleitenden TamTam werden allerdings bislang Unbeteiligte erfolgreich mit irrationalen Ängsten gegenüber EMF infiziert. Und darin sehe ich das wahre Ziel. Denn davon profitiert eine ganze Reihe von Branchen, deren Geschäftsmodelle auf derartigen Ängsten beruhen. Für diese Branchen ist die EBI "Stop 5G" ein Segen, eine kostenlose EU-weit angelegte Marketingaktion, die vom politischen Erfolg der EBI völlig unabhängig ist. Für den kommerziellen Kollateralerfolg der EBI spielt es auch keine Rolle, ob die Organisatoren der EBI den Karren der Profiteure wissentlich (im Auftrag) ziehen, oder unwissentlich.

Ein Indiz, ob mein Verdacht zutrifft, könnte am persönlichen Einsatz von Szenegrößen erkennbar werden. Stellen auch sie sich unermüdlich hinter Tapeziertische und versuchen im Nahkampf Unterstützer zu akquirieren, oder überlassen sie diese unbequeme Aufgabe lieber ihren "nützlichen Idioten" und sprechen stattdessen bequem über Video zum Volk oder dreschen auf irgendwelchen temperierten Podien altbekannte Phrasen? Wir werden es in den kommenden 353 Tagen sehen :-).

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Lobbyarbeit, Profiteur, AZK, Splitterpartei, Reichsbürger, Kampagne, Unterschriftensammlung, Meßmer, Querdenker, EBI, Stop (((5G)))


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