EBI "Stop 5G": Manipulationsverdacht (I) (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 08.04.2023, 20:45 (vor 411 Tagen) @ H. Lamarr

Der Manipulationsverdacht gegenüber der Europäischen Bürgerinitiative "Stop 5G" fußt im Wesentlichen auf den Ereignissen der letzten fünf Tage des 366 Tage dauernden Sammelzeitraums. In diesen fünf Tagen schraubte die EBI die Anzahl ihrer Unterstützer von 57'399 um 25'388 auf 82'787 hoch. Dieser enorme Anstieg ist aus jedem Blickwinkel unplausibel. So erreichte die EBI im Februar 2023 ohne die letzten fünf Tage einen plausiblen Tagesdurchschnitt von 353 Unterstützungsbekundungen mit den letzten fünf Tagen schnellte dieser Wert auf 1'167 hoch. Dies ist mit Abstand der höchste Wert aller zwölf Monate des Sammelzeitraums (Bild 1).

Im letzten Monat des Sammelzeitraums war die EBI "Stop 5G" auffallend erfolgreich.
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Was könnte die Ursache für diesen auffälligen Anstieg sein?

Aus meiner Sicht steht die Ursache eindeutig fest. Spätestens Ende Januar war für jeden verständigen Menschen ersichtlich, die EBI "Stop 5G" wird das von der EU-Kommission vorgegebene Sammelziel von mindestens 1 Million Unterstützungsbekundungen nicht erreichen. Ende Januar hatte die EBI in den teilnehmenden 27 EU-Staaten insgesamt nur 48'939 Unterstützer gefunden.

Eine erfolgreiche EBI (min. 1 Mio. Unterstützungsbekundungen, davon in sieben Ländern eine Mindestanzahl) muss sich in jedem Land einer Prüfung der Unterstützungsbekundungen durch die nationalen Behörden unterziehen. Diese prüfen stichprobenartig, ob die Angaben eines Unterstützers (z.B. Adresse und Geburtsdatum) mit den Daten im amtlichen Melderegister übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, ist eine Unterstützungsbekundung ungültig und wird nicht gezählt. Die Anzahl ungültiger Stimmen der Stichprobe wird am Schluss abhängig von der Anzahl aller Stimmen in der jeweiligen Nation hochgerechnet und zum Abzug gebracht. Nicht geprüft wird übrigens, ob auf Papier eingereichte Unterstützungsbekundungen auch tatsächlich zum Anliegen der EBI abgegeben wurden oder zu etwas ganz anderem, z.B. zur Teilnahme am Grillfest eines Kleingartenvereins.

Schwindeln ohne Risiko

Die EBI "Stop 5G" aber ist nicht erfolgreich gewesen und deshalb entfällt bei ihr jede Prüfung der Unterstützungsbekundungen durch die nationalen Behörden. Sobald eine EBI erkennt, dass sie die von der EU-Kommission gesetzten Hürden mit Sicherheit nicht überspringen wird, ist der Manipulation Tür und Tor geöffnet. Denn weil keine Prüfung zu befürchten ist, lässt sich bevorzugt online das Eingabeformular mit frei erfundenen Personendaten füllen und absenden. Da das Sammelsystem der EU keine Quittungsbestätigung verlangt (E-Mail), müssen Schwindler nicht einmal umständlich eine Verfalls-E-Mail-Adresse beschaffen, sie können in aller Ruhe und unbehelligt z.B. beliebige Seiten eines Adressbuchs abarbeiten.

Organisatoren haben Chance verpasst

Die Manipulation einer EBI kann mit Wissen der EBI-Organisationsgruppe oder sogar auf deren Betreiben hin stattfinden, ebenso gut aber auch ohne Wissen der Organisatoren auf das Konto unbekannter Fanatiker gehen. Die Organisatoren der EBI "Stop 5G" hätten Gelegenheit gehabt ihre Integrität wenigstens mit einem Lippenbekenntnis zu belegen, indem sie sich öffentlich zweifelnd zu den letzten fünf Tagen ihres Sammelzeitraums geäußert hätten. Da dies nicht geschah, sehe ich sie im Kreis der Verdächtigen. Bestärkt wird dieser Verdacht durch den Umstand, dass sich die Organisatoren bereits am 22. Februar 2023 öffentlich von ihren Anhängern verabschiedet haben, sieben Tage vor Ende der Sammelfrist. Dies kann als Signal gewertet werden, dass die Organisatoren für alles, was in den Tagen nach ihrem frühen Abschied noch passiert ist, ihre Hände in Unschuld waschen möchten. Es gibt allerdings auch einen Aspekt, der, wenn auch nur sehr begrenzt, den eigentümlichen Anstieg der Unterstützung in den letzten Tagen mit halbwegs ehrlichem Handeln erklären könnte.

Wird fortgesetzt ...

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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