Zwei Sendemasten in 15 und 30 Meter Entfernung (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 04.07.2017, 15:16 (vor 836 Tagen) @ KlaKla

Leider hat die Gemeinde das Gutachten bis heute nicht online gestellt.
Mich verwundert es doch sehr, das am Seniorenzentrum welches in der Ollinger Str. 13 ist eine Grenzwertausschöpfung von 34% sein soll jedoch am Kindergarten am Mareisring, Bucklberg lediglich 0,1-0,4%.

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Deine Verwunderung beruht auf einer unscharfen Formulierung der Journalistin, die den Artikel verfasst hat. Denn gemessen wurde nicht "am Seniorenzentrum" (das es dort tatsächlich gibt), wie sie schreibt, sondern am Pflegeheim der Vitalis GmbH in der Münchener Straße 10. Dieses Heim ist ein viergeschossiges Gebäude, das unmittelbar neben den Emissionsquellen liegt. Das folgende Bild zeigt den Gebäudekomplex Münchener Straße 12 mit zwei Sendemasten (ein Mast ist als Kamin getarnt), das höhere Pflegeheim wird von diesen Gebäuden verdeckt, es beginnt nur wenige Meter links dahinter.

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Wer sich den Standort in Google Maps ansieht erkennt die Lage der beiden Gebäude zueinander besser.

Meine Frau hat in einem Gespräch mit der örtlichen Bauverwaltung noch mehr erfahren. So wurde auf der Not-Außentreppe des Pflegeheims in etwa auf gleicher Höhe zu diversen Antennen der beiden Sendemasten gemessen. Der kleinere Mast mit acht Antennen ist 14,5 Meter von der Treppe entfernt (und nicht acht bis zehn Meter, wie der Gesprächspartner meiner Frau in der Bauverwaltung schätzte), der größere ist 30 Meter von der Treppe entfernt (17 Antennen in der Kaminattrappe). Dies erklärt den ungewöhnlich hohen Messwert, in dem möglicherweise noch die Hochrechnung auf Volllast der Antennen steckt. Im Inneren des Pflegeheims wurde anscheinend nicht gemessen (anhand der Gebäudedämpfung ließe sich der Wert hinter der Außenmauer jedoch relativ leicht berechnen, Anm. Spatenpauli).

Gemessen wurde laut Bauverwaltung oben auf der Treppe, um zu zeigen, dass selbst unter derart ungünstigen Umständen die Grenzwerte eingehalten werden. Die Verwaltung selbst stuft diesen Messort als unrealistisch ein. Nach der demnächst erwarteten Umrüstung der beiden Standorte auf LTE (GSM wird möglicherweise entfallen) soll zum Vergleich noch einmal gemessen werden, dann aber am Erdboden, wo sich auch Menschen aufhalten.

Noch nicht entschieden wurde darüber, ob die aktuelle Messung (kein Gutachten!) der Firma Anbus Analytik auf der Website der Gemeinde publiziert wird oder nicht. Bemerkenswert finde ich: Die Messung wurde nicht über das Bayerische FEE-2-Projekt finanziert. Zu umständlich sei das Verfahren, hieß es. Möglich wäre dies gewesen, da die Firma Anbus Analytik im Gegensatz zum sogenannten "Umweltinstitut München" für Fee-2-Messungen akkreditiert ist. So aber hat die Gemeinde die Messung kurzerhand selbst bezahlt.

Anno 2003 hatte eine Bürgerinitiative schon einmal im Nahfeld der Kaminattrappe messen lassen und hat bescheidene 32 µW/m² gemeldet bekommen, die von einem Mediziner leider ziemlich unqualifiziert öffentlich kommentiert wurden. Wer ohne Augenzwinkern EMF-Messwerte mit bedeutungslosen baubiologischen Richtwerten vergleicht ist mMn nicht qualifiziert, in der Debatte öffentlich mitzureden.

Hintergrund
Folgeprojekt zur Förderung der Erfassung elektromagnetischer Felder (FEE-2-Projekt)
Hauptstrahlrichtung von Mobilfunksendern mit IZgMF-Winkelscheibe sichtbar machen

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Anfrage, Medien, Missverständnis, Klarstellung, Journalisten, Grenzwertausschöpfung, Feldkirchen-Westerham, Gebäudedämpfung


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