Fazit: Die Lust am Aufgreifen einer Falschmeldung (Berichtigungen)

H. Lamarr @, München, Freitag, 07.08.2015, 11:27 (vor 1697 Tagen) @ H. Lamarr

Ein Journalist stellte 2008 in mindestens drei Zeitungsartikeln eine Behauptung auf, an der jeder, der sich ein bisschen mit der Mobilfunkdebatte beschäftigt hat, hätte zweifeln müssen: Gemäß einer Studie des BfS wären in Deutschland 25'000 "Elektrosensible" auf der Flucht vor Mobilfunk, hieß es. Jedoch, ein ehemaliger Verwaltungsrichter, ein emeritierter Professor und eine Europaabgeordnete zweifelten nicht, sie verbreiteten 2009 und 2015 die fragwürdige Behauptung ungeprüft öffentlich weiter. Keiner der drei machte sich die Mühe, das von der Behauptung betroffene Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nach dem Wahrheitsgehalt zu fragen. Es wäre verantwortungsbewusstes Handeln gewesen, denn das BfS hätte die Behauptung als unzutreffend dementiert: Dem Amt ist weder die Anzahl von 25'000 auf der Flucht befindlichen "Elektrosensiblen" bekannt, noch weiß dort jemand etwas von einer 2008 angeblich unveröffentlichten Studie des BfS, aus der die Zahl stammen soll.

Budzinski, Breyer und Buchner haben eine Falschmeldung weiter verbreitet. Sie taten es bereitwillig, da die Falschmeldung ihre Vorbehalte gegen die Ungefährlichkeit der Mobilfunktechnik bedient und sie sich bestens zum Alarmieren eignet, weil die absurd hohe Zahl überzeugter "Elektrosensibler" einem seriösen Bundesamt in die Schuhe geschoben werden konnte.

Lügen ist nicht strafbar, solange niemand dadurch zu Schaden kommt. Dies gilt auch für das Schüren unbegründeter Ängste. Doch ist organisiert betriebene Angstmache gegen Elektrosmog wirklich nur ein Kavaliersdelikt, mit dem nicht wenige Bauernfänger dubiose Ziele verfolgen? Ich meine, nein. Zwar ist der Schaden, den die Angstmacher anrichten, in aller Regel gering und häufig finanzieller Natur, doch es gibt labile Menschen, die extrem heftig reagieren können. Niemand kann dies vorhersehen, sicher ausschließen lassen sich solche Überreaktionen daher nicht. Die Angstmacher scheint dieses Risiko jedoch nicht zu kümmern, sie ignorieren gemeldete Überreaktionen oder nehmen diese billigend inkauf und sehen sich in keiner Weise in der Verantwortung. Selbst dann nicht, wenn die Angstmache so gut funktioniert, dass sich ein überzeugter "Elektrosensibler" in einer ausweglosen Situation wähnt und den Freitod sucht. Ein anderes Beispiel (Fall Semmelweis) ist hier dokumentiert. Nur wenige reagieren so heftig auf die Desinformation der Angstmacher, doch niemand kennt genaue Zahlen, die Dunkelziffer ist vermutlich beträchtlich und mindestens ein Toter mahnt seit Frühjahr 2013 die organisierten Angstmacher zum Innehalten - bisher vergeblich.

Der Vorfall mit den angeblich 25'000 Strahlenflüchtlingen sieht für sich allein genommen unschön aus, mehr nicht. Doch dieser Vorfall ist nur einer von hunderten oder tausenden, die sich fortwährend im Dunstkreis der Anti-Mobilfunk-Szene beobachten lassen. Da steckt System dahinter, man muss nur sensibilisiert sein und genau hinsehen, um dies zu erkennen. Das kostet Zeit, die kaum jemand investieren will. Deshalb gibt es das IZgMF-Forum, das zahllose Machenschaften aus den dunklen Ecken der Anti-Mobilfunk-Szene dokumentiert hat. Zum Bergen dieses Schatzes benutzen Sie bitte die Suchfunktion.

Hintergrund
Wann bleiben Lügen folgenlos?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Angst, Desinformation, Semmelweis, Falschmeldung, Journalisten, Lüge, Suizid, Kritikresistent, emeritiert, Strahlenflüchtling, Alarmist, Budzinski, Breyer


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