Anti-Mobilfunk-Petition: Mein Problem soll das Eure sein (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 15.06.2015, 17:12 (vor 1616 Tagen) @ KlaKla

Nachdem die BI nichts an der getroffenen Entscheidung der Betreiber ändern konnte, legt Diana K. am 08.06.2015 ihre Petition auf.

Die Petition nennt folgende Begründung:

Die Mitglieder unserer Bürgerinitiative sowie Anwohner und Unterstützer befürchten (neben anderen Gefahren - Petition Bund) eine Zerstörung des Landschaftsbildes durch den geplanten hohen Mast udn dies in einem staatlich anerkannten Höhenluftkurort, für dessen Besuch die Touristen Kurtaxe entrichten müssen.

Das finde ich unaufrichtig von Frau K., die aus meiner Sicht ihre eigene individuell empfundene Notlage der Stadt Suhl überstülpen will, in der Hoffnung, dadurch ans Ziel zu kommen. Städtebauliche Gründe, wie in der Petition explizit genannt, spielen in Wahrheit keine wichtige Rolle, Frau K. fürchtet allein um ihre Gesundheit.

Begründung

Die tatsächlichen Motive von Frau K. lassen sich sehr schön in dem Thesenblatt der "BI Funkmast" nachlesen, der Frau K. vorsteht. Dort geht es ausschließlich um den Gesundheitsaspekt und ums Einwerben von Spenden, städtebauliche Gründe werden in diesem PDF vom März 2015 nicht genannt. Wer Frau K. infiziert hat ist am Spendenkonto erkennbar, das auf einen Regionalverband des BUND lautet. Vermutlich hat Frau K. gemerkt, mit den behaupteten Gesundheitsrisiken zieht sie den Kürzeren, und deshalb werden jetzt städtebauliche Gründe als Motiv in den Vordergrund geschoben.

Schaut man sich den geplanten Standort des Masten an, zeigt sich nicht nur eine funktechnisch optimale Lage, auch was Immissionen bei Anliegern anbelangt, könnte es nicht besser sein. Denn der Standort liegt neben einer alten Kirche auf einem kleinen unbewohnten Hügel (Bild). Die nächsten Häuser liegen mindestens 130 Meter weit weg und tiefer als der Standort. Ein Standort im Turm der schönen alten Kirche wäre ideal, ist aber offensichtlich nicht vorgesehen. Möglicherweise deshalb nicht, weil Mobilfunkgegner ungeschickterweise dafür gesorgt haben, dass im Turm evangelischer Kirchen keine Mobilfunksender eingebaut werden dürfen. Wie dem auch sei, der Standort auf dem Saalhügel ist in vielerlei Hinsicht optimal, wieso Frau K. dagegen anrennt kann nur damit zusammenhängen, dass sie sich aus Quellen informiert, die an qualifizierter Sachinformation wenig Interesse haben, an unqualifizierter Dramatisierung viel. Einzig und allein die Verschandelung des Saalhügels mit einem hässlichen Sendemast könnte man als Argument gelten lassen.

Neben der Kirche auf dem Saalhügel soll der Sendemast stehen
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Bild: Google Earth

Bei folgender Passage aus dem Petitionstext wird deutlich, dass Frau K. erstrangig daran denkt, ihr eigenes Anliegen durch zu bringen:

Wir verweisen darauf, dass sich im Umkreis von wenigen Kilometern bereits mehrere derartige Anliegen befinden, die aus unserer Sicht einen möglichen weiteren Bedarf bedienen bzw. ausgebaut werden könnten.

Die EMF-Datenbank der BNetzA zeigt, wie es vor Ort aussieht. Von Anlagen "im Umkreis" kann keine Rede sein, Goldlauter-Heidersbach wird allein vom Westen her versorgt, von den Mobilfunkanlagen im "Wohngebiet Nord".

Ein Standort in Goldlauter-Heidersbach ist erkennbar überfällig
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Bild: BNetzA

Der Ortsteil Goldlauter-Heidersbach, dort befindet sich der geplante Standort, ist bislang mobilfunktechnisch nicht erschlossen. Kein einziger Standort befindet sich dort, diese Ecke muss von anderen Standorten mitversorgt werden. Diesen anderen Standorten auch noch den weiteren Bedarf von Goldlauter-Heidersbach aufs Auge zu drücken ist von Frau K. mMn dissozial und egoistisch gedacht.

Schaut man sich den Petitionstext weiter an, wird deutlich: Frau K. beanstandet in erster Linie aus Ihrer Sicht verfahrenstechnische Mängel zu Lasten der Verwaltung der Stadt Suhl. Eine überzeugende Sachargumentation sieht anders aus.

Seit heute Vormittag haben die Petition fünf Unterstützer unterzeichnet, momentan steht der Zähler auf 100 Mitzeichner. Suhl hat rund 40'000 Einwohner. Schaut man sich die Liste der Mitzeichner an, fallen zwei Dinge auf:

Da diese Petition von Frau K. a) schädlich ist für alle Handynutzer in Goldlauter-Heidersbach, b) keinerlei Notwendigkeit einer Einflussnahme durch den Thüringer Landtag erkennen lässt und c) aus mMn egoistischem Antrieb heraus angezettelt wurde, sehe ich die Wahrscheinlichkeit, dass Frau K. damit Erfolg hat, bei Null Prozent.

Die Petition läuft seit 8. Juni und hat eine Laufzeit von sechs Wochen. Ein Quorum gibt es nicht, die Marke 1500 Mitzeichner bedeutet nur, dass es, wenn sie überschritten wird, eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss gibt. In dieser Verheißung dürfte das Motiv liegen, dass z.B. Mitzeichner aus Stuttgart sich für das Anliegen von Frau K. stark machen.

Hintergrund
Mobilfunk auf der Website der Stadt Suhl

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Egoismus, Sankt-Florian-Prinzip, Standortdatenbank, Petition, Standortbündelung, Dissozial, nützliche Idioten


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