Diagnose-Funk unterschlägt Smartphone-Risiko im Sonar-Report (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 14.03.2014, 00:37 (vor 2095 Tagen) @ H. Lamarr

Die Zeichen der Zeit sind nicht zu übersehen, Mobilfunkgegner müssen sich neu positionieren, um nicht vollends in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Den Anfang machte 2010 der BUND, Rheinland-Pfalz, der sein jährliches "Mobilfunksymposium" nach neun Jahren zu einem "Umwelt- und Mobilfunksymposium" aufbohren musste, um noch Leute nach Mainz zu locken. 2013 folgte Diagnose-Funk diesem Schritt und veranstaltete einen Kongress, bei dem die beschworenen EMF-Gesundheitsrisiken beinahe schon eine Außenseiterolle spielten, während Vorträge über die Risiken des Medienkonsums für Kinder - bis zu diesem Zeitpunkt kein zentrales Thema für Diagnose-Funk - ungewöhnlich stark vertreten waren. Der Grund liegt auf der Hand: Keiner will mehr das Dauerlamento über krankmachenden Mobilfunk hören, Diagnose-Funk hatte Sorge, sich in Stuttgart 2013 genauso zu blamieren wie 2012 in München am Odeonsplatz.

Aus meiner Sicht war dies lediglich ein taktischer Zug des Vereins, um nicht abermals vor leeren Rängen spielen zu müssen. Und ausgerechnet der Sonar-Report von Swiss Re liefert dafür einen Beleg. Denn auf Seite 12 (PDF-Seite 13) nennt der Report noch ein weiteres Risiko, das mit Mobilfunk zu tun hat, das Diagnose-Funk jedoch nicht die Bohne interessierte. Es geht dabei um ein mittelgroßes Risiko, das die Versicherer in ein bis drei Jahren treffen könnte: Haftungsfälle wegen unsicherer Smartphones. Denn Smartphones seien generell unsicherer als PCs. Das könnte zu einem ernsten Problem werden, wenn sich das positiv bewertete (weil fortschrittliche) Bezahlen mit Smartphones in großem Stil durchsetzt und auf den Geräten gespeicherte persönliche Daten leicht zu entwenden sind.

Wäre es Diagnose-Funk mit der vorgeblichen Blickwinkelerweiterung ernst gewesen, dieses Smartphone-Risiko hätte in der Pressemitteilung von Jörn Gutbier mit hinein gehört. Wer es mit keiner Silbe erwähnt und sich allein über ein vermeintliches Gesundheitsrisiko auslässt, der macht deutlich wo er hin will. Das ist jetzt nicht der große Brüller, passt aber nahtlos zu dem Verdacht, der Verein sei ein Werkzeug der Branchen, die von möglichst ungebrochener Angst vor Elektrosmog profitieren. Denn diesen Branchen sind die Sicherheitsrisiken von Smartphones völlig egal, denn sie haben nichts mit Abschirmung, Heilung oder Messung zu tun.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
BUND, Unseriös, Mobilfunksymposium, Verbraucherorganisation, Einflussnahme, Amateur, Kommerz, Smartphone, Unbelehrbaren, Phantomrisiko, Sonar-Report, Medienkonsum, Spezlwirtschaft


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