ES haben sich verheddert in den Seilschaften (Elektrosensibilität)

Doris @, Sonntag, 14.06.2009, 17:38 (vor 3827 Tagen) @ Fee

"Mit Abschirmen hilft nur ein gewisses Mass" will ich sagen, dass man mit einer guten Abschirmung etwa 30 dB Strahlung wegkriegt und je nach Ausmass der Strahlung und persönlichem Schwellenwert der Beschwerden eine Abschirmung nicht genügend hilft.

Was glauben Sie, wieviele Betroffene ihren persönlichen Schwellenwert kennen? Wissen Sie, ab welchem Wert Sie reagieren?

Kann es nicht sein, dass es ES gibt, die diesen Schluss (den Sie oben darstellen) ziehen, wenn trotz Abschirmung die Symptome nicht abklingen? Dass bevor andere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, angenommen wird, selbst auf ganz niedrige Werte zu reagieren?

Ich hatte nur kurze Zeit in meinem Kritikerengagement diffuse Ängste vor sehr schwacher Strahlung und meine mittlerweile ziemlich gestärkt zu sein. Ein DECT-Telefon wollte und könnte ich trotzdem nicht mehr benutzen, da ich eine Erfahrung gemacht habe, die ich - egal wie realistisch ich die Sache angehe - wieder erwarten würde. Das ist insofern kein Problem, denn das kann ich selber für mich lösen und auf Schnurtelefon zurückgreifen.

Wir haben immer wieder mal die neuen DECT-Telefone im Haus, die wir für jemanden besorgen und dann vorher messen, so auch dieses Wochenende. Ich stelle - ziemlich überrascht - an mir fest, dass das Unterbewusstsein nach wie vor mit gewissem Unbehagen reagiert.. Mein Mann, der nie irgendwelche Reaktionen auf Funktechnik gezeigt hat, hat dieses Unbehagen gar nicht. Am stärksten tritt dieses Unbehagen auf, wenn unser Messgerät zu Messzwecken auf "laut" geschaltet ist. Der Körper reagiert, ob man will oder nicht. Auch dieses "nicht sehen - nicht riechen - nicht fühlen - spielt m.E. eine größere Rolle als man denkt (so wurde es uns ja am Anfang der Kritikerkarriere eingetrichtert). Man traut einfach nicht, was man nicht sehen/riechen/fühlen kann und nicht weiß, wieviel nun im Raum vorhanden ist.
Diese Ängste vor einer "Sache" entwickelt jemand jedoch nur, je nachdem wie er in mit einem Thema konfrontiert wurde und auch ob er selber eine eigene Erfahrung gemacht hat. Ich selber entwickle aufgrund meiner eigenen Erfahrungen jedoch erstrangig diese unterschwelligen Ängste/Abneigungen vor körpernahen Geräten und vor Dauerstrahler übrigens auch nur, wenn sie mir relativ nahe sind. Ich glaube, dass ich - und ich meine nicht nur ich - nicht mehr in der Lage wäre, objektiv zu beurteilen, ob ich reagiere, da ich immer mit einer unterschwelligen Erwartungshaltung an Funktechnik rangehen würde.

So habe ich heute das erste Mal WLAN zugeschaltet, da es auf der Terrasse nicht anders geht und ich horche ständig in mich rein, und habe noch nicht in Erfahrung gebracht, ob mein mulmiges Bauchgefühl oder mein Verstand siegen wird ;-)

Aus diesem Grund leuchtet mir der Nocebo-Effekt als Erklärung mehr als deutlich ein, was jedoch nicht bedeutet, dass es Elektrosensibilität gar nicht gibt.

Sicherlich kann ich mich nicht mit Ihnen vergleichen und möchte dies hier auch nicht ausdrücken, aber ich glaube meine Erfahrung und meine nach wie vor vorhandenen unterschwelligen Empfindungen gilt wohl für so manche "selbsternannte" ES, die aus verschiedenen Gründen das Ganze vermutlich nicht so kritisch hinterfragen und letztendlich immer wieder beim Funk landen.

Tags:
Erwartungshaltung, Kritkresistent


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