Buchner/Weiner: 5G die große Gefahr, Diskussion im EU-Parlament (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 07.04.2019, 14:53 (vor 252 Tagen)

"Prof. Dr. Klaus Buchner und Ulrich Weiner sprechen in einer Live Sendung im EU-Parlament zu den Gefahren von 5G" – so beginnt ein Beitrag auf der Website des angeblich "elektrosensiblen" Uli Weiner. Nanu, zwei einschlägig bekannte Schwurbler aus der Anti-Mobilfunk-Szene durften im EU-Parlament irrationale Ängste gegenüber 5G schüren? Das IZgMF ist der Behauptung nachgegangen.

Weiners Beitrag trägt den Titel "5G die große Gefahr – Diskussion im EU-Parlament". Damit erweckt er den prestigeträchtigen Eindruck, das EU-Parlament in Brüssel habe über die Gefahren des Mobilfunks diskutiert, und er sowie Klaus Buchner seien mit dabei gewesen. Das ist die Kunst, die Weiner gut beherrscht: Laien in die Irre führen. Mit seinem pompösen Einstieg verfolgt Weiner den Zweck, Appetit auf das folgende Video zu machen, das auch er in seinen Beitrag eingebunden hat:

Stets auf Selbstdarstellung bedacht, hat Weiner auf seiner Seite das Original des Videos so verändert, dass das Startbild jetzt ihn zeigt, statt das ursprüngliche Motiv. Ich habe deshalb oben nicht Weiners Kopie eingebunden, sondern das Original.

Schon die ersten Minuten des Videos offenbaren die Blendung: Nicht etwa das EU-Parlament diskutierte kontrovers Gefahren des Mobilfunks, sondern ein TV-Moderator des Kanals NRWtv (Dieter Hermans) befragt in einem "Open Studio" in der Eingangshalle des EU-Gebäudes in schickem Ambiente eine Stunde lang seine beiden einzigen Gäste Klaus Buchner und Uli Weiner.

Hermans ist ein Fersehmacher aus Aachen, der Kanal NRWtv (nicht zu verwechseln mit NRW.tv) ist nicht etwa ein öffentlich-rechtlicher ARD-Sender, sondern ein Regionalprogramm für den Raum Aachen, das auf YouTube und in einige Kabelnetze der Region eingespeist wird.

Das "Open Studio" in der Haupteingangshalle des EU-Parlaments gehört nicht NRWtv, sondern der EU. Journalisten dürfen es unentgeltlich nutzen, aber nur dann, wenn ein EU-Parlamentarier mit in der Runde sitzt. Deshalb war Klaus Buchner zwangsläufig mit von der Partie, ohne ihn wäre die Sendung an Ort und Stelle nicht möglich gewesen. Dies erklärt auch, warum Buchner und das "Open Studio" mehrmals im Programm von NRWtv auftauchen.

Warum in der "Sofarunde" die Gegenstimme fehlte

Laut Weiners Webseite hätten die ebenfalls eingeladenen Mobilfunknetzbetreiber kurzfristig ihre Teilnahme an der Sofarunde abgesagt. Sollte diese Auskunft überhaupt zutreffen, bei Weiner muss man immer vorsichtig sein, ist die Weigerung der Netzbetreiber ebenso nachvollziehbar wie die von Politikern der etablierten Parteien, sich mit AfD-Politikern an einen Tisch zu setzen. Nicht, dass es an Argumenten mangelt, sondern man möchte populistische Außenseiter nicht allein schon dadurch aufwerten, indem man sich freiwillig mit ihnen abgibt. Denn dies würde bei Zuschauern den falschen Eindruck erwecken, die Populisten wären ernst zu nehmende Gesprächspartner auf Augenhöhe. Da weder Buchner noch Weiner diesem Anspruch genügen, sagten die Netzbetreiber wohl in dem Moment ab, als sie erfuhren, mit wem sie sich das Sofa teilen sollten.

Diese Haltung der Netzbetreiber bringt Journalisten immer wieder in Not, gemischt besetzte Mobilfunk-Gesprächsrunden zu organisieren und es erklärt, warum in den Medien ausschließlich laienhafte selbsternannte Experten der Anti-Mobilfunk-Szene auftreten – qualitativ ebenbürtige Gesprächspartner hat die Szene nicht zu bieten, zumindest die deutschsprachige Szene nicht. Wohl oder übel müssen Journalisten sich deshalb allein mit Personal der fachlich dritten und vierten Garnitur zufrieden gaben. Gerne werden daher auch "Baubiologen" akquiriert, die Stimme der Elektrosmog-Mahner zu geben. Ein kapitaler Fehler der Redaktionen! Denn weil das Geschäft von "Baubiologen" und verwandten Gewerben umso besser blüht, je mehr irrationale Ängste gegenüber Elektrosmog die Bevölkerung plagen, sind von Leuten mit kommerziellen Interessen per se keine objektiven kompetenten Botschaften zu erwarten, sondern geschäftsfördernde und somit angstschürende. Kein Journalist käme auf die Idee bei Philip Morris International nachzufragen, ob Rauchen ungesund sei, "Baubiologen" u. ä. aber dürfen reihenweise in den Medien die Frage beantworten, ob Mobilfunk krank macht.

Da "Baubiologe" kein Ausbildungsberuf ist, sondern private "Institute" und dubiose Vereine dieses Berufsbild für privat finanzierte Umschulungsbegehren anbieten, kann es leicht sein, dass die Medien einen "Elektrosmog-Experten" zu Wort kommen lassen, der kurz zuvor Mauern hochgezogen, Obst verkauft oder Brötchen gebacken hat. Alles ehrenwerte Berufe, die mit Elektrosmog-Know-how jedoch nichts zu tun haben. In Deutschland gibt es schätzungsweise 1000 selbständige "Baubiologen" und die "Fortbilder" produzieren Jahr für Jahr weitere. Alle diese Leute müssen Umsatz machen, um existieren zu können. Ein Mittel zum Zweck ist es, irrationale Ängste gegenüber Elektrosmog nicht einschlafen zu lassen. Auch vermeintlich unbeteiligte Helfer können diesen, aus meiner Sicht unmoralischen Job erledigen.

Weiner genoss sichtlich die Strahlenhölle im EU-Parlament

Auf den Inhalt des Sofa-Gesprächs komme ich später zurück. Jetzt erstmal nur der Hinweis, dass Weiner selbst behauptet, ein sein Funklochrefugium passierendes Auto bereite ihm gesundheitliche Probleme, würde in dem vorbeifahrenden Wagen ein Handy benutzt. Diese behauptete aber nie bewiesene extreme "Elektrosensibilität" steht wieder einmal im Widerspruch zu seinem Auftritt im EU-Gebäude:

► Weiner trägt am Revers seines "Schutzanzugs" ein Mikrofon, mutmaßlich ein bei solchen Anlässen eingesetztes Funkmikrofon. Und das Kabel zum Sendemodul führt in den Anzug hinein. Bei Minute 15:53 ist in einer Totalen auf die Runde gut zu sehen, dass die Teilnehmer höchstwahrscheinlich nicht verkabelt waren.
► Alle EU-Gebäude werden mit offenen W-Lan-Netzen versorgt.
► Während des Gesprächs passierten hunderte von Besuchern – die wahrscheinlich ausnahmslos Smartphones mitführten – die Studioinsel in der Eingangshalle des EU-Parlamentsgebäudes.

Weiner zeigte sich von alledem ebenso unbeeindruckt wie der Rest der Sofa-Besatzung, er grinste wie ein Schnitzel bis zum Schluss in die Kamera. Ich habe Weiner auch schon anders erlebt. Anlässlich eines Treffens organisierter Mobilfunkgegner, bei dem zu Beginn darum gebeten worden war alle Handys auszuschalten, präsentierte sich Teilnehmer Weiner, wegen angeblicher "Strahlenbelastung", nicht nur in seinem "Strahlenschutzanzug", sondern er schirmte Kopf und Gesicht mit der Schirmkapuze seines Anzugs vollständig. Im Video ist die Schirmkapuze am Kragen gut zu sehen, aufgesetzt hat Weiner sie diesmal nicht. Für mich eine abermalige Bekräftigung meiner Einschätzung, Weiner schwindelt seine "Elektrosensibilität" nur vor.

Hintergrund
1,5-Stunden-Schnelltest für Ulrich Weiner
Scheiner & Weiner auf Jesustrip?
Ausschluss von Uli Weiner aus der "Bürgerwelle"

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ödp, Selbstüberschätzung, Scharlatan, Buchner, Populismus, MdEP, Alarmist, 5G, Betreiber

Weiners Abgründe: Ein Video – zwei Versionen

H. Lamarr @, München, Sonntag, 07.04.2019, 16:34 (vor 252 Tagen) @ H. Lamarr

Wo Uli Weiner ist, sind Widersprüche oder Merkwürdigkeiten nicht weit. Von seinem Auftritt bei NRWtv gibt es auf YouTube zwei Versionen, eine bei NRWtv und eine auf dem Weiner-Kanal mit der irreführenden Bezeichnung "Funkwissen". Die beiden Screenshots unten zeigen von beiden Versionen dieselbe Szene bei Minute 15:55. Nun wäre zu erwarten, dass die Screenshots identisch sind, doch bei Weiners Version fehlt rechts unten das Logo des Senders.

Original von NRWtv auf NRWtv
[image]

Kopie von Uli Weiner auf Funkwissen
[image]

Im Begleittext zu Weiners Version heißt es auf YouTube:

Prof. Dr. Klaus Buchner und Ulrich Weiner sprechen in einer Live Sendung im EU-Parlament zu den Gefahren von 5G. Die eingeladenen Mobilfunkbetreiber haben kurzfristig abgesagt. Als einzige Partei stellt sich im Moment die ÖDP (Ökologisch Demokratische Partei) gegen den Aufbau von 5G. [...]

Auch hier erkenne ich, neben der plumpen Werbung zugunsten der ÖDP, den unbedingten Willen zur Täuschung. Ein Betrachter wird dazu verführt zu glauben, Quelle des Videos sei das EU-Parlament. Um die störende Spur zu der wenig prestigeträchtigen Quelle NRWtv zu verwischen, fehlt das Logo dieses Regionalprogrammanbietes.

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Weiner, Täuschung, Manipulation, Irreführung

Buchner & Weiner: zwei Populisten erklären im EU-Gebäude 5G

H. Lamarr @, München, Sonntag, 07.04.2019, 18:35 (vor 252 Tagen) @ H. Lamarr

Kommen wir jetzt zum Kern der Sache, dem Inhalt des Videos. Da ich kein Schmerzensgeld bekomme, habe ich mir nur einen Bruchteil des Gesprächs angesehen und nachfolgend dokumentiert. Schon dieses kleine Fragment des 1-Stündigen Gesprächs ist erschütternd. Dass keiner der drei Akteure semantisch/grammatikalisch sinnvolle Sätze zustande bringt, darüber kann man beim gesprochenen Wort noch hinwegsehen. Doch was Buchner und Weiner an angeblichen Fakten auftischen, ist billigster Populismus. Beide geben ihre persönliche Meinung, die sie sich irgendwo zusammengegoogelt haben, als Tatsachen aus. Buchner warnt, bei den geltenden 5G-Grenzwerten könne es Verbrennungen und Hautkrebs geben, Weiner versucht ICNIRP in ein schräges Licht zu rücken. Belege oder Hinweise auf Quellen – Fehlanzeige. Qualifiziert ist nichts, was die beiden vortragen, sie schöpfen aus der Gerüchteküche der Anti-Mobilfunk-Szene, behaupten, unterstellen und ignorieren den nachprüfbaren Stand des tatsächlichen Wissens. Was Klaus Buchner vorbringt halte ich für verantwortungslos und eines EU-Abgeordneten für indiskutabel unwürdig, Weiners Ausführungen halte ich für kindisch. Die Mühe, meine Einschätzung zu begründen mache ich mir diesmal nicht, ich habe dies hier im Forum oft genug gemacht. Wer es genau wissen will, muss hier nur nach Buchner oder Weiner suchen.

Moderator [Minute 12:26]: Wenn ich jetzt mal hingehe und mal so ein bisschen in die Frequenzanalyse reingehe, im Moment benutzen wir ja so, kann man sagen, den 2,6-GHz-Bereich. Ungefähr. Man will ja sozusagen auf den – erst mal 3,5er GHz auf gehen und dann später in den sogenannten 6- bis 100-GHz-Bereich. Da gibt es ja sogenannte Empfehlungen und Richtlinien der EU über die Voltzahlen, die über die Keulen gebündelt ankommen, und da habe ich mit Erschrecken bei meinen Recherchen festgestellt, dass diese dann plötzlich von sechs auf bis zu 120…200 Volt pro Meter hochgehen. Was sind das für Folgen?

Klaus Buchner: Die ICNIRP, also diese privatrechtliche Vereinigung, die hat das Dogma, dass die einzigen Gesundheitsschäden durch Funk von der Erwärmung des Gewebes kommen. Und unterhalb der Schwelle, wo das Gewebe erwärmt wird, gibt es angeblich nichts mehr. Wir haben tausende von Arbeiten wo das Gegenteil bewiesen ist – aber das behaupten die einfach so. Und jetzt ist das Interessante dabei, dass bei diesen hohen Frequenzen die Eindringtiefe in den Körper geringer wird, das heißt, die Energie wird in der äußeren Haut verbraten. Und da spielt dann die Erwärmung tatsächlich eine Rolle und die Erwärmung ist so groß bei den vorgeschlagenen Grenzwerten, dass da tatsächlich Verbrennungen entstehen können. Und das ist kritisch. Ich mein‘, Hautkrebs ist vorprogrammiert dann.

Moderator: Könnte man sich jetzt vorstellen – ich meine das ist ja eine EU-Empfehlung, die da ausgegeben wird –, könnte man sich vorstellen, wenn man jetzt die Gefahr wirklich analysiert hat, wenn mal längere Zeit dieser Betrieb ist, ich meine im Moment, dieser sage ich mal 700er-Bereich ist ja noch nicht so intensiv […] aber der nächste Bereich ist ja noch extremer, der dann in ein paar Jahren erreicht wird. Wie kann es sein, dass die EU solche Empfehlungen gibt dann?

Klaus Buchner: Der Gesundheitskommissar oder besser gesagt seine Gruppe hat offiziell verlauten lassen, das Vorsorgeprinzip, das bei uns eine der Grundregeln aller Gesetze ist, das Vorsorgeprinzip dürfte man hier nicht anwenden, das wäre zu viel verlangt. Die Vorsorge für die Gesundheit wäre zu viel verlangt – ich weiß nicht, wo da die Werte der EU bleiben.

Moderator: Ja, unter anderem habe ich auch gelesen, in medizinischen Untersuchungen, dass extrem durch diese Bestrahlung auch die Kalziumwerte runter gehen. Vielleicht kannst du da was sagen, Ulrich?

Ulrich Weiner [Minute 15:11]: Also wir haben Kalziumionen in den Zellen zum Beispiel, das ist eine ganz alte wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 91, die das das erste mal entdeckt hat, ich sag‘ mal eine Zebrafinkenstudie – eine Studie der Telekom – und da beginnt eigentlich die ganze Geschichte mit, wo wir jetzt ja bei 5G waren, es ging damals nämlich um 2G, man wollte ja Mobilfunk 1992 einführen, und Ende 91 kam diese Studie heraus, dass es eben Kalziumionenausstöße gibt. Und jetzt hatte die Industrie damals ein Problem eben, sie musste etwas, sie wollte etwa das Vorsorgeprinzip nicht wahrhaben und die Sender standen schon im Bau. So hat man dann in München diesen Verein gegründet, wo der Professor Buchner schon angeschnitten hat, der heißt, der hat einen schönen Namen Internationale Strahlenschutzkommission für nichtionisierende Strahlung aber e Punkt V Punkt – eingetragener Verein im Vereinsregister München. Und ich würde mal sagen, der hat eine gewisse in sich unabhängige Struktur – vielleicht flapsiger gesagt eine Sektenstruktur, nur Mitglieder, die da drin sind, können neue Mitglieder reinwählen – und man hat damals eben entschieden, um dieses Kalziumproblem, was ja wissenschaftlich durch mehrere Universitäten ging, in den Griff zu kriegen, dass man nur den Blick eben auf die Hitze macht. Also man sagt Mobilfunkstrahlung macht nur heiß und nicht krank. Das ist genauso wie wenn ich zu einem Atomkraftwerk gehe und nur noch Temperatur messe. Da habe ich kein Problem mit radioaktiver Strahlung, ich messe ja nur die Temperatur. [...]

Hintergrund
Nervenärztin spricht von verbrennungsartiger Hautveränderung
Begünstigt 5G Hautkrebs?
Kalzium und elektromagnetische Felder: Stand des Wissens
Mike Repacholi über die Geschichte der ICNIRP

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hirnverbrannt

Robert, Sonntag, 07.04.2019, 20:31 (vor 251 Tagen) @ H. Lamarr

Und da spielt dann die Erwärmung tatsächlich eine Rolle und die Erwärmung ist so groß bei den vorgeschlagenen Grenzwerten, dass da tatsächlich Verbrennungen entstehen können. Und das ist kritisch. Ich mein‘, Hautkrebs ist vorprogrammiert dann.

Verbrennungen durch eine Quelle mit ein paar 10 Watt in Entfernung von 50 Metern und mehr durch einen Sendemast??
Der Atomphysiker, wie er sich gerne selbst betitelt, sollte abdanken.
Als überzeugter Europäer hätte ich gerne kompetente Leute im Parlament.
Seinerzeit, als ich Student an der TUM war, hatte Buchner einen tollen Ruf als Matheprof.
Ich habe dann seinen Weg als Politiker verfolgt und seine Faktentreue lässt mich heute noch schaudern (Krypton 85 zum Beispiel).
Lustigerweise war die spätere Ehefrau eines Banknachbars an der Realschule mal ein paar Jahre Bundesvorsitzende der ÖDP.

Das ist genauso wie wenn ich zu einem Atomkraftwerk gehe und nur noch Temperatur messe. Da habe ich kein Problem mit radioaktiver Strahlung, ich messe ja nur die Temperatur. [...]

Ich war immer Scheisse in Mathe und Physik und bin total stolz darauf.

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Man kann zumindest noch als schlechtes Beispiel dienen.

Klaus Buchner verbreitet völligen Stuss

Alexander Lerchl @, Sonntag, 07.04.2019, 21:32 (vor 251 Tagen) @ H. Lamarr

Klaus Buchner: Und jetzt ist das Interessante dabei, dass bei diesen hohen Frequenzen die Eindringtiefe in den Körper geringer wird, das heißt, die Energie wird in der äußeren Haut verbraten. Und da spielt dann die Erwärmung tatsächlich eine Rolle und die Erwärmung ist so groß bei den vorgeschlagenen Grenzwerten, dass da tatsächlich Verbrennungen entstehen können. Und das ist kritisch. Ich mein‘, Hautkrebs ist vorprogrammiert dann.

Das ist ja ultra-peinlich und erzeugt starke Gefühle des Fremdschämens. Wie kann jemand, der einigermaßen bei Verstand ist, so einen ausgemachten Schwachsinn verbreiten? Wenn solche Leute uns als "Volksvertreter" in der EU vertreten, verstehe ich diejenigen, die da rauswollen, völlig. Unfassbar.

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Klaus Buchner, ÖDP, antwortet nicht auf Nachfrage

Alexander Lerchl @, Samstag, 27.04.2019, 21:24 (vor 231 Tagen) @ Alexander Lerchl

Klaus Buchner: Und jetzt ist das Interessante dabei, dass bei diesen hohen Frequenzen die Eindringtiefe in den Körper geringer wird, das heißt, die Energie wird in der äußeren Haut verbraten. Und da spielt dann die Erwärmung tatsächlich eine Rolle und die Erwärmung ist so groß bei den vorgeschlagenen Grenzwerten, dass da tatsächlich Verbrennungen entstehen können. Und das ist kritisch. Ich mein‘, Hautkrebs ist vorprogrammiert dann.

Das ist ja ultra-peinlich und erzeugt starke Gefühle des Fremdschämens. Wie kann jemand, der einigermaßen bei Verstand ist, so einen ausgemachten Schwachsinn verbreiten? Wenn solche Leute uns als "Volksvertreter" in der EU vertreten, verstehe ich diejenigen, die da rauswollen, völlig. Unfassbar.

Ich habe ihm per E-Mail geschrieben, am 17. April, aber bislang keine Antwort erhalten:

"Sehr geehrter Herr Kollege,
sehr geehrter Herr Professor Buchner,

wir kennen uns nicht persönlich, ich verfolge aber Ihre Äußerungen über die angeblichen Risiken des Mobilfunks mit Interesse und zunehmend Kopfschütteln. Falls Sie mich nicht kennen: ich war von 2009 – 2012 Vorsitzender des Ausschusses für Nichtionisierende Strahlung der SSK und bin in der Thematik Mobilfunk nicht ganz unbeleckt.

Umso mehr haben mich Ihre folgenden Äußerungen verwundert: „Die ICNIRP, also diese privatrechtliche Vereinigung, die hat das Dogma, dass die einzigen Gesundheitsschäden durch Funk von der Erwärmung des Gewebes kommen. Und unterhalb der Schwelle, wo das Gewebe erwärmt wird, gibt es angeblich nichts mehr. Wir haben tausende von Arbeiten wo das Gegenteil bewiesen ist – aber das behaupten die einfach so. Und jetzt ist das Interessante dabei, dass bei diesen hohen Frequenzen die Eindringtiefe in den Körper geringer wird, das heißt, die Energie wird in der äußeren Haut verbraten. Und da spielt dann die Erwärmung tatsächlich eine Rolle und die Erwärmung ist so groß bei den vorgeschlagenen Grenzwerten, dass da tatsächlich Verbrennungen entstehen können. Und das ist kritisch. Ich mein‘, Hautkrebs ist vorprogrammiert dann.“
Quelle: https://youtu.be/F5dr8-JpPOE ca. Minute 12:30

Sie haben als Volksvertreter, da sind wir uns sicher einig, Verantwortung. Und ich sehe Sie hier in der Verantwortung, einen – bitte entschuldigen Sie – völligen Unsinn zu verbreiten, für den es nicht die Spur einer wissenschaftlichen Basis gibt. Was veranlasst Sie dazu, solche Schauermärchen zu verbreiten, der die Bevölkerung verängstigen könnte?

Spannend wartend, mit kollegialen Grüßen

Alexander Lerchl"

Eben habe ich noch einmal nachgehakt. Will er nicht antworten? Kann er nicht antworten? Ist er mit Wahlkampf beschäftigt? Fragen über Fragen :-)

Jedenfalls habe ich mal dieselbe Frage bei abgeordnetenwatch.de gestellt. Mal schauen, was daraus wird ...

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Klaus Buchner, ÖDP, antwortet nicht auf Nachfrage

Robert, Samstag, 27.04.2019, 22:41 (vor 231 Tagen) @ Alexander Lerchl

Ja, das ist leider die Masche vom Herrn Buchner.

Ich bin selbst kein Freund von Kernkraft. Mir ist seinerzeit aufgestossen, dass er der Kernenergie neben den allseits bekannten Gefahren noch eine besondere Klimaschädlichkeit unterjubeln wollte.
Das mysteriöse Krypton 85 sei ein "Klimagift" und genauso schlimm wie CO2.
Da denkt sich der Physiker, die schädliche Wirkung von sogenannten Treibhausgasen sei doch die Absorption der IR Strahlung, die von der Erde abgestrahlt wird und somit nicht ins Universum entfleuchen kann.
Nach meinem Verständnis können Moleküle wie CO2, Methan etc über Molekülschwingungen und -rotationen Energie im Infrarotbereich absorbieren.
Aber ein reaktionsunwilliges Edelgas wie Krypton??
Um Zweifel auszuräumen, habe ich seinerzeit einen Klimaexperten irgendwo im Norden angeschrieben (könnte PIK Potsdam gewesen sein, ich weiss es nicht mehr).
Antwort: Klimatechnischer Effekt nicht bekannt, Kr85 nur in minimalsten Spuren unterwegs und nur dann interessant, wenn die Russen irgendwelche Sauereien machen.
Ich habe Buchner als "Atomphysiker"! seinerzeit auch direkt angeschrieben und um eine Erklärung gebeten, mit vollem Namen und Qualifikation. Keine Antwort.

Dazu noch eine Quelle in der Lokalpresse seinerzeit:
https://www.merkur.de/lokales/regionen/fordert-ausstieg-atomenergie-312256.html

Ein Schmankerl noch aus dem Artikel oben:
"Das englische Kraftwerk Sellafield gibt jedes Jahr halb so viel Radioaktivität an die Umgebung ab, wie beim Tschernobyl-Unglück insgesamt ausgetreten ist."


Hallo Herr Buchner!
Bitte geniessen Sie Ihre Pension. Überlassen Sie den Job in Brüssel Leuten, die noch klar denken.

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Klaus Buchner wurde wahrscheinlich von Niels Kuster inspiriert

H. Lamarr @, München, Samstag, 04.05.2019, 21:29 (vor 224 Tagen) @ Alexander Lerchl

Klaus Buchner: Und jetzt ist das Interessante dabei, dass bei diesen hohen Frequenzen die Eindringtiefe in den Körper geringer wird, das heißt, die Energie wird in der äußeren Haut verbraten. Und da spielt dann die Erwärmung tatsächlich eine Rolle und die Erwärmung ist so groß bei den vorgeschlagenen Grenzwerten, dass da tatsächlich Verbrennungen entstehen können. Und das ist kritisch. Ich mein‘, Hautkrebs ist vorprogrammiert dann.

Das ist ja ultra-peinlich und erzeugt starke Gefühle des Fremdschämens. Wie kann jemand, der einigermaßen bei Verstand ist, so einen ausgemachten Schwachsinn verbreiten? Wenn solche Leute uns als "Volksvertreter" in der EU vertreten, verstehe ich diejenigen, die da rauswollen, völlig. Unfassbar.

Ich habe ihm per E-Mail geschrieben, am 17. April, aber bislang keine Antwort erhalten:
[...]
Was veranlasst Sie dazu, solche Schauermärchen zu verbreiten, der die Bevölkerung verängstigen könnte?

Aller Voraussicht nach wurde Klaus Buchner inspiriert von Niels Kusters Studie "Systematic Derivation of Safety Limits for Time-Varying 5G Radiofrequency Exposure Based on Analytical Models and Thermal Dose". Aus Sicht von Kuster sei es bei Frequenzen größer 10 GHz möglich, dass 5G-Impulsspitzen zu kurzen Temperaturspitzen in der Haut von Menschen führen können. Daraus könnten bereits nach kurzer Einwirkzeit dauerhafte Gewebeschäden resultieren.

Buchner ist nicht der einzige, der auf Kusters 5G-Brand-Prognose abfährt. Auch eine Schweizer Nationalrätin (Nationalrat: große Kammer im Schweizer Parlament) tut das und sogar die Rauchbrandmelder von Diagnose-Funk haben inzwischen die Kuster-Studie für ihre Zwecke entdeckt. Alle drei sind jedoch offensichtlich mit der Interpretation der Studie überfordert.

Kriegt Buchner damit dennoch seinen Kopf aus der Schlinge? Wohl kaum. Denn a) gilt Kusters 5G-Brand-Prognose für Frequenzen über 10 GHz, die mit öffentlichem Mobilfunk vorläufig nichts zu tun haben werden und b) hat Niels Kuster mutmaßlich übersehen, dass ICNIRP die Empfehlungen von 1998 derzeit überarbeitet. Der Entwurf der neuen Empfehlungen, den auch Kuster kennen müsste, entzieht seinen Bedenken mit ziemlich hoher Sicherheit die Grundlage. Mehr dazu in diesem Posting.

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Klaus Buchner, ÖDP, antwortet mit völligem Stuss

Alexander Lerchl @, Montag, 06.05.2019, 20:55 (vor 222 Tagen) @ Alexander Lerchl

Spannend wartend, mit kollegialen Grüßen

Alexander Lerchl"

Eben habe ich noch einmal nachgehakt. Will er nicht antworten? Kann er nicht antworten? Ist er mit Wahlkampf beschäftigt? Fragen über Fragen :-)

Jedenfalls habe ich mal dieselbe Frage bei abgeordnetenwatch.de gestellt. Mal schauen, was daraus wird ...

Klaus Buchner hat geantwortet, für alle sichtbar auf der Website abgeordnetenwatch.de

Die Antwort ist so was von peinlich:

Sehr geehrter Herr Lerchl,

vielen Dank für Ihre Zuschrift.
Wie Sie selbst schreiben, waren Sie Vorsitzender des Ausschusses für Nichtionisierende Strahlung der Deutschen Strahlenschutzkommission (ICNIRP). Ich denke, Sie sind ein Fachmann. Deshalb bitte ich Sie, den wissenschaftlichen Hintergrund Ihrer Anmerkung darzustellen. Die ICNIRP argumentiert ja lediglich mit der thermischen Strahlung, deshalb wäre ich darüber hinaus über weitere wissenschaftliche Erkenntnisse dankbar. Sollten Sie über diese nicht verfügen, nehmen Sie bitte davon Abstand, meine Aussagen als "Unsinn" und "Schauermärchen" zu betiteln.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Klaus Buchner

Der Mann verbreitet völligen Blödsinn und, darauf angesprochen und zur Rede gestellt, fragt er nach Hintergründen für die Frage... :clap:

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Tags:
Unsinn, ödp, Buchner, Abgeordnetenwatch, MdEP, Demagoge, Wahlprüfstein

Klaus Buchner, ÖDP, antwortet mit völligem Stuss

H. Lamarr @, München, Montag, 06.05.2019, 23:32 (vor 222 Tagen) @ Alexander Lerchl

Die ICNIRP argumentiert ja lediglich mit der thermischen Strahlung, deshalb wäre ich darüber hinaus über weitere wissenschaftliche Erkenntnisse dankbar.

Wusste ich noch gar nicht, dass ICNIRP lediglich mit "thermischer Strahlung" argumentiert, ich dachte bisher, sie argumentiere mit thermischen (f > 1 MHz) und Nerven-/Muskelreizungseffekten (f < 1 MHz) elektromagnetischer Felder von 0 bis 300 GHz. Er scheint die von ihm befürchteten Hautverbrennungen durch 5G-Funkfelder bei den athermischen Effekten anzusiedeln, die ICNIRP angeblich ja völlig fremd sind :lookaround:.

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Klaus Buchner, ÖDP, kennt den Unterschied nicht ...

Alexander Lerchl @, Dienstag, 07.05.2019, 19:17 (vor 221 Tagen) @ Alexander Lerchl

Klaus Buchner hat geantwortet, für alle sichtbar auf der Website abgeordnetenwatch.de

Die Antwort ist so was von peinlich:

Sehr geehrter Herr Lerchl,

vielen Dank für Ihre Zuschrift.
Wie Sie selbst schreiben, waren Sie Vorsitzender des Ausschusses für Nichtionisierende Strahlung der Deutschen Strahlenschutzkommission (ICNIRP). Ich denke, Sie sind ein Fachmann. Deshalb bitte ich Sie, den wissenschaftlichen Hintergrund Ihrer Anmerkung darzustellen. Die ICNIRP argumentiert ja lediglich mit der thermischen Strahlung, deshalb wäre ich darüber hinaus über weitere wissenschaftliche Erkenntnisse dankbar. Sollten Sie über diese nicht verfügen, nehmen Sie bitte davon Abstand, meine Aussagen als "Unsinn" und "Schauermärchen" zu betiteln.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Klaus Buchner

Der Mann verbreitet völligen Blödsinn und, darauf angesprochen und zur Rede gestellt, fragt er nach Hintergründen für die Frage... :clap:

Und er nennt das Kürzel ICNIRP für die Strahlenschutzkommission :no: :waving:

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Klaus Buchner, ÖDP, antwortet mit völligem Stuss

Robert, Donnerstag, 09.05.2019, 00:16 (vor 220 Tagen) @ Alexander Lerchl

vielen Dank für Ihre Zuschrift.
Wie Sie selbst schreiben, waren Sie Vorsitzender des Ausschusses für Nichtionisierende Strahlung der Deutschen Strahlenschutzkommission (ICNIRP). Ich denke, Sie sind ein Fachmann. Deshalb bitte ich Sie, den wissenschaftlichen Hintergrund Ihrer Anmerkung darzustellen. Die ICNIRP argumentiert ja lediglich mit der thermischen Strahlung, deshalb wäre ich darüber hinaus über weitere wissenschaftliche Erkenntnisse dankbar. Sollten Sie über diese nicht verfügen, nehmen Sie bitte davon Abstand, meine Aussagen als "Unsinn" und "Schauermärchen" zu betiteln.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Klaus Buchner

Der Mann verbreitet völligen Blödsinn und, darauf angesprochen und zur Rede gestellt, fragt er nach Hintergründen für die Frage... :clap:

Die Antwort oben macht einen schon irgendwie sprachlos...

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Niemand ist unnütz.
Man kann zumindest noch als schlechtes Beispiel dienen.

Klaus Buchner, ÖDP, antwortet mit völligem Stuss

KlaKla, Donnerstag, 09.05.2019, 06:36 (vor 220 Tagen) @ Robert

vielen Dank für Ihre Zuschrift.
Wie Sie selbst schreiben, waren Sie Vorsitzender des Ausschusses für Nichtionisierende Strahlung der Deutschen Strahlenschutzkommission (ICNIRP). Ich denke, Sie sind ein Fachmann. Deshalb bitte ich Sie, den wissenschaftlichen Hintergrund Ihrer Anmerkung darzustellen. Die ICNIRP argumentiert ja lediglich mit der thermischen Strahlung, deshalb wäre ich darüber hinaus über weitere wissenschaftliche Erkenntnisse dankbar. Sollten Sie über diese nicht verfügen, nehmen Sie bitte davon Abstand, meine Aussagen als "Unsinn" und "Schauermärchen" zu betiteln.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Klaus Buchner

Der Mann verbreitet völligen Blödsinn und, darauf angesprochen und zur Rede gestellt, fragt er nach Hintergründen für die Frage... :clap:

Die Antwort oben macht einen schon irgendwie sprachlos...

Er ist ein 78 jähriger Populist, der sich mit Adenauer auf eine Stufe stellt. :no:
Sein Interesse liegt mMn nur daran Geld in die Kasse der ÖDP zu spühlen. Egal wie.
Statt Eigenleistung nur Copy Paste. Verantwortungslos, nicht wählbar.

Hintergrund
ödp - Populismus statt verantwortungsvolle Politik
Eine unglückliche Verbrüderung
Klaus Buchners Einkünfte: 44'385 Euro pro Monat (brutto)

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Meine Meinungsäußerung

Pfeift der EU-Gesundheitskommissar wirklich auf Vorsorge?

H. Lamarr @, München, Sonntag, 07.04.2019, 21:47 (vor 251 Tagen) @ H. Lamarr

Die verantwortungslose Arbeitsweise von Schwurblern ist an der folgenden Passage aus dem Video schön erkennbar:

Moderator: Könnte man sich jetzt vorstellen – ich meine das ist ja eine EU-Empfehlung, die da ausgegeben wird –, könnte man sich vorstellen, wenn man jetzt die Gefahr wirklich analysiert hat, wenn mal längere Zeit dieser Betrieb ist, ich meine im Moment, dieser sage ich mal 700er-Bereich ist ja noch nicht so intensiv […] aber der nächste Bereich ist ja noch extremer, der dann in ein paar Jahren erreicht wird. Wie kann es sein, dass die EU solche Empfehlungen gibt dann?

Klaus Buchner: Der Gesundheitskommissar oder besser gesagt seine Gruppe hat offiziell verlauten lassen, das Vorsorgeprinzip, das bei uns eine der Grundregeln aller Gesetze ist, das Vorsorgeprinzip dürfte man hier nicht anwenden, das wäre zu viel verlangt. Die Vorsorge für die Gesundheit wäre zu viel verlangt – ich weiß nicht, wo da die Werte der EU bleiben.

Schauen wir uns einmal genauer an, was Klaus Buchner zur Frage des Moderators zu sagen hat.

Der Gesundheitskommissar oder besser gesagt seine Gruppe hat offiziell verlauten lassen, [...]

An dieser Behauptung stimmt schon einmal nichts. Richtig ist: EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hat sich überhaupt nicht zum Thema "5G und Vorsorgeprinzip" geäußert, sondern er hat seinen Kabinettschef Arūnas Vinciunas gebeten, einen Brief aus Skandinavien zu beantworten. Also schrieb Vinciunas einen persönlichen Brief an Lennart Hardell und Rainer Nyberg, den beiden Urhebern eines fachlich nicht astreinen Appells gegen 5G, der an Andriukaitis adressiert war. Buchner pumpt diesen persönlichen Brief zur offiziellen Verlautbarung des Ressorts Andriukaitis auf. Ob Hardell und Nyberg überhaupt autorisiert waren, die Antwort Vinciunas' zu veröffentlichen sei dahingestellt, jedenfalls steht sein Brief für jedermann offen zugänglich im Netz.

[...] das Vorsorgeprinzip, das bei uns eine der Grundregeln aller Gesetze ist, das Vorsorgeprinzip dürfte man hier nicht anwenden, das wäre zu viel verlangt. [...]

Dass das Vorsorgeprinzip bei uns selbstverständlich nicht Grundregel aller Gesetze ist, muss eigentlich nicht weiter erörtert werden, wer Zweifel hat kann hier nachtanken.

Jetzt aber geht es endlich ans Eingemachte. Der besagte Brief aus Brüssel hat zwei Seiten, auf denen Vinciunas zunächst ausführlich erläutert, worauf sich die gegenwärtige Risikobeurteilung der EU in Bezug auf EMF stützt. Erst im letzten Absatz äußert sich Vinciunas kurz zu der Forderung von Hardell und Nyberg, das Vorsorgeprinzip walten zu lassen und die Einführung von 5G vorsorglich zu stoppen:

The recourse to the EU's Precautionary Principle to stop the distribution of 5G products appears too drastic a measure. We first need to see how this new technology will be applied and how the scientific evidence will evolve. Please rest assured that the Commission will keep abreast of future developments in view of safeguarding the health of the European citizens at the highest level possible and in line with its mandate.

[Deutsch: Mit Rückgriff auf das Vorsorgeprinzip der EU die Verbreitung der 5G-Technik stoppen zu wollen, wäre wohl eine zu drastische Maßnahme. Wir müssen zuerst sehen, wie diese neue Technik angewendet wird und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse sich herausbilden werden. Seien Sie versichert, die Kommission wird die künftigen Entwicklungen im Auge behalten, um die Gesundheit von Europas Bürgern auf höchstem Niveau und im Einklang mit ihrem erteilten Mandat zu gewährleisten.]

Kernsatz der Äußerung ist der erste Satz, mit dem sich Vinciunas gegen die Forderung Hardells und Nybergs ausspricht, 5G unter Zuhilfenahme des Vorsorgeprinzips zu stoppen. Eine aus meiner Sicht sachlich uneingeschränkt gerechtfertigte Entgegnung, denn was gegenwärtig an 5G in der Versteigerung ist, ist gut genug erforscht, um gesundheitlich negative Auswirkungen mit so hoher Sicherheit auszuschließen, dass der unmittelbar bevorstehende 5G-Rollout – und darum geht es ja bei der momentanen 5G-Hysterie – eben gerade kein verantwortungsloses Lotteriespiel mit der Gesundheit der Erdbevölkerung ist. Bevor Frequenzen jenseits von 30 GHz frei gegeben werden, wo noch Forschungsbedarf besteht, ist auch die Forschung so weit, grünes, gelbes oder rotes Licht zu geben.

Buchner dampft dies alles zu seiner populistischen Verdrehung ein, das Ressort Gesundheit der EU halte Gesundheitsvorsorge beim Mobilfunk für überflüssig. Kein Wort davon, dass die EU lediglich einer mangelhaft begründeten Forderung von Hardell und Nyberg nicht stattgeben möchte. Der ÖDP-Mann untergräbt mit seiner Verdrehung das Vertrauen der Bürger in die Kompetenz und in die Entscheidungsgrundlagen der EU. Ein alter Trick von Mobilfunkgegnern, den das IZgMF 2011 am Beispiel eines ähnlich verlogenen Angriffs auf die Kompetenz des Bundesamts für Strahlenschutz dokumentiert hat.

[...] Die Vorsorge für die Gesundheit wäre zu viel verlangt – ich weiß nicht, wo da die Werte der EU bleiben.

Mein lieber Klaus, bevor du dich um die Werte der EU sorgst, kehre erst einmal vor deiner Tür und frage dich als sonntäglicher Kirchengänger, wie du deine populistische Hetze gegen Mobilfunk – mit der du viele ahnungslose Menschen ängstigst, die über Funk noch weniger wissen als du, – mit deinem christlichen Glauben in Einklang bringst. Hast du denn aus dem Freitod von Pfarrer H. gar nichts gelernt? [Hinweis: Wer nicht weiß, wovon ich rede: Pfarrer H. steckte sich in einem bayerischen Dorf bei fanatischen Mobilfunkgegnern mit "Elektrosensibilität" an. Der Wahn, schwache Funkfelder schmerzhaft spüren zu können wurde bei ihm so stark, dass er sich später anlässlich der Einführung von LTE das Leben nahm. Einige Mobilfunkgegner, die den Pfarrer mit in den verhängnisvollen Wahn getrieben hatten, steckten daraufhin betroffen zurück, Klaus Buchner kondolierte – und macht weiter als wenn nichts geschehen sei.]

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ödp, Buchner, Risikobewertung, Populismus, MdEP, Vorsorgeprinzip, 5G, Antwort, Nyberg, Andriukaitis, Vinciunas

Weiner, ICNIRP-Struktur gleicht einer Sektenstruktur

KlaKla, Montag, 08.04.2019, 07:48 (vor 251 Tagen) @ H. Lamarr

Ulrich Weiner [Minute 15:11]: Also wir haben Kalziumionen in den Zellen zum Beispiel, das ist eine ganz alte wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 91, die das das erste mal entdeckt hat, ich sag‘ mal eine Zebrafinkenstudie – eine Studie der Telekom ...

So hat man dann in München diesen Verein gegründet, wo der Professor Buchner schon angeschnitten hat, der heißt, der hat einen schönen Namen Internationale Strahlenschutzkommission für nichtionisierende Strahlung aber e Punkt V Punkt – eingetragener Verein im Vereinsregister München. Und ich würde mal sagen, der hat eine gewisse in sich unabhängige Struktur – vielleicht flapsiger gesagt eine Sektenstruktur, nur Mitglieder, die da drin sind, können neue Mitglieder reinwählen [...]

Weiner muss es wissen, seit 2008 kooperiert er mit Ivo Sasek von der Anti-Zensur-Koalition (AZK). Eine religiöse Sekte aus der Schweiz. Sasek bereitete Mobilfunkgegnern gerne eine Bühne. Mit Weiner organisierte er eine Demo in Stuttgart und später machte er daraus einen Film. Weitere Mobilfunkgegner, die bei ihm auf der Bühne standen, sind Anke Kern, Dr. Joachim Mutter, Dr. Ch. Scheiner (†). Zu Ivo Sasek gehört auch KlagemauerTV und Jugend-tv.net

Hintergrund:
Manipulation erkennen (I)
Manipulation erkennen (II)
Kargo-Kult-Wissenschaft ist Pseudowissenschaft

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Sekte, Entwertung, Weiner, Fachkompetenz, ICNIRP-Kritiker, Polarisierung

Faktencheck: Zebrafinkenstudie

H. Lamarr @, München, Montag, 08.04.2019, 15:24 (vor 251 Tagen) @ H. Lamarr

Ulrich Weiner [Minute 15:11]: Also wir haben Kalziumionen in den Zellen zum Beispiel, das ist eine ganz alte wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 91, die das das erste mal entdeckt hat, ich sag‘ mal eine Zebrafinkenstudie – eine Studie der Telekom – und da beginnt eigentlich die ganze Geschichte mit, wo wir jetzt ja bei 5G waren, es ging damals nämlich um 2G, man wollte ja Mobilfunk 1992 einführen, und Ende 91 kam diese Studie heraus, dass es eben Kalziumionenausstöße gibt.

"Gäbe es eine pathologische Wirkungen elektromagnetischer Felder (EMF) auf die Kalziumfunktionen im Körper, es wäre in Anbetracht der globalen Verbreitung des Mobilfunks eine Katastrophe. Bislang gibt es dafür jedoch keine Anhaltspunkte, auch wenn zuweilen das Gegenteil behauptet wird." So steht es im Vorspann zu Dr. Rattos (Pseudonym einer kompetenten Biologin) Beitrag Kalzium und EMF: Stand des Wissens aus dem Jahr 2010.

Warum Weiner Kalziumionen in Zusammenhang mit dem Stichwort "Zebrafinkenstudie" bringt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Die einzige Zebrafinkenstudie, die unter Mobilfunkgegnern Karriere gemacht hat, ist die von Peter Semm. Zu Semm gibt es im www einige befremdliche Fundstellen mit persönlichen Äußerungen von ihm, die ein Wissenschaftler üblicherweise unterlässt und die ihn als Mobilfunkkritiker identifizieren. Ob das, was da kolportiert wird alles der Wahrheit entspricht und ob Semms Äußerungen qualifiziert sind, werden wir wohl nicht mehr erfahren.

Eine, wenn auch nicht besonders kompetente Quelle, verortet jedenfalls Semms Zebrafinkenstudie frühestens im Jahr 1994 und nicht im Jahr 1991:

Relevant sind auch die Studien von Professor Peter Semm vom Zoologischen Institut der Universität Frankfurt. Dem Neurobiologen erging es nicht besser als Klitzing. Nachdem er auf einem Kongress der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über den Einfluss elektromagnetischer Felder auf Vögel berichtet hatte, meldete sich die Telekom bei ihm und bot ihm an, für sie zu forschen. Da sein Heisenberg-Stipendium auslief, nahm Semm das Angebot 1994 an. Er bestrahlte Tauben mit gepulsten Mobilfunk-Frequenzen und untersuchte die Melatonin - Produktion. Anhand halbstündlicher Blutproben konnte er nachweisen, dass die nächtliche Produktion des Hormons unterdrückt wurde. »Es kam zu einem deutlich messbaren Einfluss«, so Semm. Er bestrahlte außerdem Zebrafinken mit einer Leistungsflussdichte weit unterhalb des Grenzwertes für Handys. Normalerweise ändern Zellen von Zebrafinken, die Licht, Farben oder Bewegung wahrnehmen, die Frequenz ihrer Nervenimpulse um bis zu zehn Prozent. Dagegen reagierten die Nervenzellen der Zebrafinken völlig unerwartet mit einer Abweichung um 60 Prozent.

Die "Bürgerwelle" verortet die Semm-Studie sogar im Jahr 1996, Vögel wurden dabei einer in der Natur normalerweise nicht auftretenden Leistungsflussdichte von 1 W/m² (Spitzenwert 5 W/m²) ausgesetzt. Diese Studie findet sich auch im EMF-Portal.

Da die Ergebnisse der Semm-Studie alles andere als spektakulär sind, erschließt sich mir nicht, was Uli Weiner mit ihrer Nennung eigentlich bezweckt, außer dass er mir eine ABM schenken wollte. Da das D1-Netz am 1. Juli 1992 in Deutschland in Regelbetrieb ging, ist Weiners Konstrukt aus meiner Sicht hinreichend widerlegt, sofern sein Gerede, weil wirr, überhaupt widerlegt werden kann.

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Freispruch: Kein Funkmikro für Uli Weiner

H. Lamarr @, München, Montag, 08.04.2019, 15:37 (vor 251 Tagen) @ H. Lamarr

► Weiner trägt am Revers seines "Schutzanzugs" ein Mikrofon, mutmaßlich ein bei solchen Anlässen eingesetztes Funkmikrofon. Und das Kabel zum Sendemodul führt in den Anzug hinein. Bei Minute 15:53 ist in einer Totalen auf die Runde gut zu sehen, dass die Teilnehmer höchstwahrscheinlich nicht verkabelt waren.

Meine Vermutung hat sich als falsch herausgestellt. Wie mir NRWtv auf Anfrage mitteilte, trugen die Teilnehmer der Gesprächsrunde keine Funk-, sondern Kabelmikrofone. Der elektrische Anschluss befindet sich, von vorne nicht sichtbar, im Tisch vor den Teilnehmern.

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Telekom und 1&1 gaben NRWtv einen Korb

H. Lamarr @, München, Montag, 08.04.2019, 16:25 (vor 251 Tagen) @ H. Lamarr

Warum in der "Sofarunde" die Gegenstimme fehlte

Laut Weiners Webseite hätten die ebenfalls eingeladenen Mobilfunknetzbetreiber kurzfristig ihre Teilnahme an der Sofarunde abgesagt. Sollte diese Auskunft überhaupt zutreffen, bei Weiner muss man immer vorsichtig sein, ist die Weigerung der Netzbetreiber ebenso nachvollziehbar wie die von Politikern der etablierten Parteien, sich mit AfD-Politikern an einen Tisch zu setzen. Nicht, dass es an Argumenten mangelt, sondern man möchte populistische Außenseiter nicht allein schon dadurch aufwerten, indem man sich freiwillig mit ihnen abgibt. Denn dies würde bei Zuschauern den falschen Eindruck erwecken, die Populisten wären ernst zu nehmende Gesprächspartner auf Augenhöhe. Da weder Buchner noch Weiner diesem Anspruch genügen, sagten die Netzbetreiber wohl in dem Moment ab, als sie erfuhren, mit wem sie sich das Sofa teilen sollten.

Moderator [Minute 11:12]: Wir haben auch die deutsche Telekom und auch 1&1 eingeladen – sie sehen, die beiden Plätze sind leer – wir sitzen nur mit drei Mann hier. Das heißt im Endeffekt, man hat sich gescheut in dieser Diskussionsrunde mit einzusteigen, weil es sehr wahrscheinlich große Nachteile gibt.

Wie oben ausgeführt, liegt Moderator Dieter Hermans mit seiner Situationsbewertung meiner Einschätzung nach weit neben der Spur.

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Uli Weiner: Schlaganfälle bei Kindern und Babys

H. Lamarr @, München, Montag, 08.04.2019, 20:25 (vor 250 Tagen) @ H. Lamarr

Ab Minute 34:17 schiebt Uli Weiner noch schnell Schlaganfällen bei Kindern und Babys ins Gespräch ein. Schrecklich. Die armen Kinder. Sehen Sie selbst, es dauert nur 20 Sekunden:

Diese Leier hatten wir schon 2011. Damals war es der Mediziner Braun-von Gladiß, der sich mit der Schreckensmeldung profilieren wollte, selbstverständlich war Funk auch damals der Hauptverdächtige. Allerdings sollte man wissen, dass Mediziner im allgemeinen über die biologische Wirkung von Funkwellen nicht mehr wissen, als ihre Patienten. Eine 2005 durchgeführte Studie zum Thema in Österreich wurde vom Studienleiter so kommentiert:

Es ist eher einzigartig, dass es einen derartig weit verbreiteten Widerspruch zwischen den Meinungen von Ärzten und der anerkannten nationalen und internationalen Risikobewertung gibt. Angesichts der Häufigkeit der Begegnung mit dieser Thematik zeigen die Ergebnisse einen dringenden Handlungsbedarf auf.

Was die Teilnehmer des IZgMF-Forums 2011 an Material zusammengetragen haben, verwies schon den Mediziner Braun-von Gladiß mit seiner These in die Schranken, noch viel mehr identifiziert es das Gerede von Uli Weiner als plumpen Versuch, Ängste bei Eltern zu schüren. Kuriosum an Rande: 2017 vermuteten Autoren einer Studie, niederfrequente gepulste elektromagnetische Felder könnten sogar nützlich seien bei der Behandlung nach einem ischämischen Schlaganfall.

Game over. Next Player.

Die Szene mit den Schlaganfällen habe ich mir noch rausgesucht, weil diese am wenigsten Arbeit bereitet. Wollte man den Quatsch, den die beiden "Experten" in der Gesprächsstunde vorgetragen haben komplett widerlegen, es ergäbe ein Buch. Das aber sind Schwurbler nicht wert. Beim sporadischen Hopsen durch das Video habe ich keine Stelle angetroffen, bei der ich den beiden vorbehaltlos hätte zustimmen können.

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Desinformation, Falschmeldung, Schlaganfall, Faktencheck, Fake-News

Klaus Buchner sieht Vögel auf Winterschlafflug, Bienen auf Koks

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 17.04.2019, 14:55 (vor 242 Tagen) @ H. Lamarr

Was passiert, wenn jemand, der Physik studierte, dann aber 33 Jahre lang bis zu seinem Ruhestand an der TU-München Mathematik unterrichtet hat, sich über den Orientierungssinn von Bienen und Vögel unter Einwirkung von Mobilfunkfeldern äußert? Sehen und staunen Sie selbst! Das IZgMF hat einen erfahrenen Vogelforscher gebeten, die Behauptungen Buchners zu kommentieren, zu lesen ist seine Entgegnung im Anschluss an den folgenden Interviewauszug.

Moderator [Minute 35:24]: Was passiert bei den Bienen, wenn die in diese Bestrahlung kommen?

Buchner: Das lässt sich ganz einfach erklären, ist übrigens nicht nur bei den Bienen, sondern zum Beispiel bei den Vögeln. Die haben Zellen, die Eisen enthalten, und dieses Eisen richtet sich – oder versucht sich nach dem Erdmagnetfeld auszurichten und macht dann einen leichten Druck auf die Nervenzellen. So orientieren sich die Vögel zum Beispiel beim Winterschlafflug und wenn sie zurückkommen. Die Bienen haben Ähnliches, auch die orientieren sich am Erdmagnetfeld, jetzt wenn Mobilfunkstrahlung dazu kommt fangen diese Zellen an zu vibrieren und die Tiere verlieren völlig die Orientierung. Die finden nicht mehr heim, die fliegen weg, kommen in ein Strahlungsfeld verlieren die Orientierung und verenden weil sie nicht mehr heim finden. Jetzt gibt ja diese bekannten Experimente die man leicht selber machen kann. Man legt ein Handy angeschaltet in einen Bienenstock. Die Tiere spielen verrückt da drin. Also wenn man das im Film sieht, das ist wie wenn die alle irgendwo Rauschgift genommen hätten. Die können sich nicht mehr orientieren. Bei Menschen haben wir auch diese Zellen aber es ist zumindest nicht bekannt, dass das ähnliche Wirkung hätte.

Der Beginn von Buchners Antwort ist unabsichtlich vielsagend. Denn bei Populisten ist typischerweise immer alles "einfach", auch wenn es tatsächlich alles andere als einfach ist.

Vogelexperte Schmaljohann über die Orientierung von Zugvögeln

Ich bat Privatdozent Dr. Heiko Schmaljohann vom Institut für Vogelforschung, Wilhelmshaven, den besagten Ausschnitt des Videos fürs IZgMF kurz zu kommentieren. Schmaljohann erforscht gegenwärtig in einem internationalen Gemeinschaftsprojekt auf Helgoland die Orientierung frei fliegender Zugvögel unter Einfluss von Elektrosmog. Der Wissenschaftler sagt, ihm sei keine wissenschaftliche Studie bekannt, die zeigen würde, Vögel könnten sich unter Mobilfunkeinwirkung im Freiland nicht orientieren. Zwar gäbe es eine Studie, die zeige, Singvögel, die unter Käfigbedingungen Elektrosmog ausgesetzt wurden, seien orientierungslos geworden, da sie das Magnetfeld nicht mehr wahrnehmen konnten. Doch ob dies auch bei frei fliegenden Vögel so ist, wisse man noch nicht. Denn Zugvögel benutzten unterschiedliche Kompasssysteme (Sonne, Sterne, Magnetfeld, polarisiertes Licht), um sich zu orientieren; für die Navigation auch eine Art gespeicherte Landkarte. Fehlt die Information eines der Kompasssysteme, werden die anderen für die Orientierung/Navigation genutzt. Zur Zeit gehe man davon aus, dass Elektrosmog möglicherweise nur bis ca. 80 MHz einen negativen Einfluss auf den Radikalpaarmechanismus zur Wahrnehmung des Erdmagnetfelds hat. Die künftige Erforschung dieses Mechanismus' werde hoffentlich Klarheit darüber schaffen.

Soweit die Ausführungen des Sachverständigen, die die Ausführungen des Mathematikers in keiner Weise stützen. Zumal Mobilfunk ab 700 MHz und mehr stattfindet, also rund eine Zehnerpotenzen über der gegenwärtig von Vogelexperten angenommen Elektrosmog-Wirkgrenze von 80 MHz liegt.

Das Märchen von den Bienen, die unter EMF-Einwirkung wie auf Koks sind

Was die angeblich "bekannten Experimente" mit einem Mobiltelefon in einem Bienstock angeht, die man "leicht selber machen" könne, und die bei Bienen zu einem Verhalten führen würden, als wären die Insekten auf Koks, kann ich aus eigener Kraft entgegnen. Buchner bezieht sich dabei auf die dilettantisch durchgeführten Experimente des Schweizer Mobilfunkgegners Daniel Favre. Wie die Replikation des Favre-Experiments durch das IZgMF gezeigt hat, ist der Versuch, wenn man diesen ordentlich machen möchte, alles andere als "leicht selber zu machen". Was es dazu zu sagen gibt ist <hier> nachzulesen. Anzumerken ist, dass das technisch weitaus professioneller als das Original durchgeführte Wiederholungsexperiment des IZgMF die Behauptung Favres nicht bestätigen konnte, Bienen würden unter Funkeinwirkung in das sogenannte "Worker Piping" verfallen. Wie alle Populisten lässt Buchner diese für ihn unerfreuliche Erkenntnis unter den Tisch fallen, er selektiert streng allein das, was seine schräge These stützt, Mobilfunk sei schädlich für Mensch, Flora und Fauna. Mich würde es nicht wundern, würde Buchner künftig auch noch matte Autolacke dem Mobilfunk andichten.

In wenigen Wochen will Buchner als Spitzenkandidat der ÖDP erneut ins Europaparlament gewählt werden und er wird dieses Ziel aller Voraussicht nach auch erreichen. Für die ÖDP ist dies wichtig, für die Bevölkerung nicht. Auf meine Stimme aber wird er verzichten müssen, unbelehrbare Populisten gehören aus meiner Sicht aufs Abstellgleis – und nicht in die Parlamente.

Hintergrund
Klaus Buchners Einkünfte: 44'385 Euro pro Monat (brutto)
Lehrgang Populismus: Buchner über 25'000 Strahlenflüchtlinge
"Atomphysiker" Buchner spricht über "Mobilfunkbelastung"

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Tags:
ödp, Buchner, Erdmagnetfeld, Wahlkampf, Magnetsinn, Populist, Fachkompetenz, Zugvögel, Sinnesorgan

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