Interview mit Klaus Scheidsteger (Allgemein)

KlaKla, Donnerstag, 21.02.2019, 09:26 (vor 184 Tagen)
bearbeitet von KlaKla, Donnerstag, 21.02.2019, 09:43

[Admin: Strang hierher verschoben am 21.02.2019, 17:12 Uhr. Absprung hier]

ARD - Gefahr durch Mobilfunkstrahlen? live-nach-neun vom 20.02.2019

Was hat Filmemacher Klaus Scheidsteger, von der KO-Ini zu sagen:

- Wir haben mittlerweile eine ganz breite Palette von konkreten Ergebnissen, das geht einmal von Schlafproblematiken bis hin zum Krebs
- Was die Wissenschaft gefunden hat, ist ein Wirkmechanismus der Zelle.
- Je häufiger man mit dem Handy telefoniert, desto großer ist die Gefahr dass unsere Zelle mit einem sogenannten oxidativen Stress reagiert.
- Oxidativ heißt z.B. rosten, die Zelle kann sich nicht selbst mehr reparieren :clap:
- Wir haben ganz hervorragende Verbraucherschutzorganisationen Diagnose-Funk und die Kompetenzinitiative (Ko-Ini)
- Die haben z.B. eine Datenbank, da kann sich jeder Verbraucher mal … dort sehen sie über 450 Studien die auch verständlich umsetzen, was die Wissenschaftler aus aller Welt gefunden hat
- Dr. Georg Carlo hat 6 Jahre für die Industrie geforscht er bekam dafür 28 Milionen Dollar
- Er wurde zum Whistleblower weil er Probleme gefunden hat …
- Dieser Georg Carlo wurde bedrängt, bedroht, sein Haus brannte
- Bedienungsanleitung der Deutschen Telekom steht drin, explizit wegen der Strahlung, bitte nicht in die Nähe des Kinderzimmers
- wenn sie in ihr Handymenü schauen, werden sie dort sehen, dass eingefordert wird vom Verbraucher, Mindestabstände bis zu 2,5 cm vom Körper einzuhalten
- Hinter den Kulissen gibt es Bestrebungen die Mikrowelle durch Licht abzulösen

Kommentar: Zu all dem, was der Filmemacher Klaus Scheidsteger da so vom Stapel lässt, gab es hier Diskussionen (klick Link). Der 5 min. Beitrag scheint mir eine Azubi Arbeit zu sein, reicht fürs Frühstückfernsehen. Scheidsteger nutzt dies, um kostengünstig Werbung zu machen für seine Mitstreiter. Besonders schön finde ich seinen Versuch, den Zuschauern oxidativen Stress zu erklären. Damit legt er seine "Kompetenz" zum Thema offen. Danke Klaus, das hast du wirklich gut gemacht! Meiner Meinung nach hast du deine Grenze weit überschritten, aber damit befindest du dich in bester Gesellschaft. Ich rate dir, Schuster bleib bei deinen Leisten. :wink:

Seriöse Quellen sind sicher keine Vereine, die durchzogen sind von Geschäftemachern, berenteten Wissenschaftlern über 70 und/oder selbst diagnostizierten Elektrochodern. Aber irgendwie muss der Klaus ja sein Geld verdienen. Im Kreis der Esoteriker lässt sich da sicher noch was machen. Und Azubis brauchen Übungsaufgaben. ;-)

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Meine Meinungsäußerung

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Ko-Ini, Scheidsteger, Filmemacher, Faktencheck, Kampagne, Interview, ARD, Viralmarketing

Interview mit Klaus Scheidsteger

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 21.02.2019, 16:42 (vor 184 Tagen) @ KlaKla

ARD - Gefahr durch Mobilfunkstrahlen? live-nach-neun vom 20.02.2019

Morgens um 9:00 auf nüchternem Magen sind diese 5 Minuten nur mit Mühe auszuhalten.

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Interview mit nervösem Klaus Scheidsteger

H. Lamarr @, München, Freitag, 22.02.2019, 13:39 (vor 183 Tagen) @ KlaKla

ARD - Gefahr durch Mobilfunkstrahlen? live-nach-neun vom 20.02.2019

Eine Erklärung, warum Klaus Scheidsteger ausgerechnet beim WDR landen konnte, gibt seine berufliche Karriere. Es sind zwar nur teils schräge Sekundärquellen (wie Rubikon), die Auskunft geben, doch diesen Quellen zufolge volontierte er beim WDR und eine Quelle sagt, er sei Reporter des WDR gewesen. Sollte dies zutreffen, könnte eine alte Seilschaft ihm behilflich gewesen sein, ins Frühstücksfernsehen des WDR zu kommen.

Aus meiner Sicht hatte sich Scheidsteger für seinen Auftritt beim WDR sechs klare Ziele gesetzt, was er unbedingt los werden wollte. Keine leichte Aufgabe bei nur 5 Minuten Gesprächsdauer:

► Angst vor EMF schüren mit Stichwort Krebs.
► W-Lan als risikobehaftet stigmatisieren.
► Einen wissenschaftlichen Wirkmechanismus für Gesundheitsschäden behaupten.
► Werbung machen für Diagnose-Funk, die sogenannte Kompetenzinitiative und EMF-Data.
► George Carlo als Opfer einer Intrige inszenieren.
► VLC (Visible Light Communication) ins Gespräch bringen.

Besonders auffällig war die aufdringliche Werbung für die Anti-Mobilfunk-Vereine, Scheidsteger streute sie zusammenhanglos ins Gespräch ein, ohne dass danach gefragt wurde.

Seinen Interviewpartner Tim Schreder konnte Scheidsteger offensichtlich nicht überzeugen, der junge Mann signalisierte mehrfach Zweifel an der Darstellung seines Gesprächspartners. Scheidsteger machten diese Signale, so mein Eindruck, nervös. Bemerkenswert finde ich noch, dass Schreder offenbar unmittelbar vor der Sendung Scheidstegers populistischen Anti-Mobilfunk-Film "Thank You for Calling" serviert bekam, was augenscheinlich nicht die erhoffte Wirkung hatte.

Meine Frau hat auf der oben verlinkten WDR-Webseite mit dem Interview einen Kommentar geschrieben und wurde prompt ermahnt:

... bitte bleiben Sie sachlich - auch wenn Sie eine andere Meinung vertreten - und sehen von Vorwürfen der bewussten Falschinformation ab.

Aus meiner Sicht hat meine Frau sich nichts vorzuwerfen, bei nicht wenigen Debatten im Bundstag geht es weitaus schärfer zu. Und warum sollte sie von "Vorwürfen der bewussten Falschinformation" absehen, wenn eine kritische Auseinandersetzung mit Scheidstegers "Thank You for Calling" ergeben hat, dass genau diese Vorwürfe belegbar sind?

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Angst, Werbung, Seilschaft, Ko-Ini, Stigmatisierung, Carlo, WDR, Wirkmechanismus, Filmemacher, VLC, Ty4C, Kooperationspartner, Kampagne, Protagonist, Viralmarketing, Rubikon

"Live nach Neun" schweigt zu Scheidsteger-Interview

H. Lamarr @, München, Dienstag, 09.04.2019, 11:27 (vor 137 Tagen) @ H. Lamarr

Eine Erklärung, warum Klaus Scheidsteger ausgerechnet beim WDR landen konnte, gibt seine berufliche Karriere.

Da dies eine spekulative Vermutung ist, wollte ich es genau wissen und fragte bei der Redaktionsleitung der Sendung "Live nach Neun" nach, ob die Redaktion Scheidsteger aus freien Stücken eingeladen hat, oder ob der Auftritt auf andere Weise zustande gekommen sei. Diese Anfrage blieb unbeantwortet, ebenso die Nachfrage nach ein paar Tagen.

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"Live nach Neun" äußert sich zu Scheidsteger-Interview

H. Lamarr @, München, Freitag, 12.04.2019, 14:05 (vor 134 Tagen) @ H. Lamarr

Eine Erklärung, warum Klaus Scheidsteger ausgerechnet beim WDR landen konnte, gibt seine berufliche Karriere.

Da dies eine spekulative Vermutung ist, wollte ich es genau wissen und fragte bei der Redaktionsleitung der Sendung "Live nach Neun" nach, ob die Redaktion Scheidsteger aus freien Stücken eingeladen hat, oder ob der Auftritt auf andere Weise zustande gekommen sei. Diese Anfrage blieb unbeantwortet, ebenso die Nachfrage nach ein paar Tagen.

Am 9. April traf dann überraschend doch noch Antwort ein. Die Redaktionsleiterin schreibt, Live nach Neun wolle ganz bestimmt keine Ängste schüren. Klaus Scheidsteger sei ein Journalist, der sich mit Risiken der Mobilfunktechnik auseinandersetzt. Dieses Thema beschäftige zunehmend mehr Menschen in der Gesellschaft, daher habe ihn die Redaktion eingeladen. Das Interview sei nicht einseitig geführt worden, der Moderator habe auch die andere Position eingenommen.

Ja, das kann man so sehen. Meine Sicht aber ist eine andere.

Denn wäre es, zur Veranschaulichung überspitzt gesagt, in Ordnung, einen 49-Jährigen Vielredner wegen dessen kometenhaften Aufstieg in der Politik in die Sendung einzuladen, damit er dort vortragen kann: "Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa." Ein verdutzter Moderator könnte vielleicht noch dagegen einwenden "Also hören Sie mal, dies klingt ja geradezu so, als ob Sie die Juden als Faustpfand gegen das Ausland einsetzen möchten, um Ihre Ambitionen in Europa durchzusetzen", bevor das auf sechs Minuten angesetzte Gespräch eilends auf den beschäftigungspolitisch bedeutsamen Bau von Autobahnen abbiegt.

Was ich damit sagen will: Populisten eine Bühne zu bieten ist riskant, denn sie nutzen jede Gelegenheit, um ihre Botschaften der Bevölkerung einzuhämmern. Bei dem Scheidsteger-Interview hat der Moderator tatsächlich auch Gegenpositionen erwähnt, wie man sie vorbereitend schnell googeln kann. Doch das war zu wenig, um Scheidsteger in echte Bedrängnis zu bringen, der konnte sein Zeug weitgehend ungestört vortragen. Der Moderator hätte z.B. fragen können, warum Scheidsteger in seinen Filmen die Gegenposition nur schwach als unglaubwürdiges Alibi präsentiert, seine Gesinnungsfreunde hingegen als großartige starke Helden auftreten lässt. Oder, warum ausgerechnet ein Filmemacher sich berufen fühlt über etwas zu befinden, worüber ein Gruppe wissenschaftlicher Außenseiter seit mehr als 20 Jahren ergebnislos mit Vertretern der Mehrheit der Wissenschaftler streitet. Oder, wie er dazu kommt, bekannte Interessenvertreter wie George Carlo und Franz Adlkofer hoch zu jubeln, obwohl deren Westen stark fleckig sind. Oder, ob er noch mit den Firmen Memon und Gabriel-Tech zusammenarbeitet. Oder auch nur, ob er sich für "elektrosensibel" hält.

Alle diese Fragen konnte der Moderator nicht stellen, weil er sich mit dem Treiben der Anti-Mobilfunk-Szene nicht auskennt. Doch dass Scheidsteger ein Populist ist, das lässt sich aus meiner Sicht für Journalisten mühelos an seinen Werken erkennen. Wie aus dem Interview deutlich wird, haben die Redaktion und der Filmemacher sein Werk "Thank You for Calling" vor der Sendung gemeinsam angesehen, die Redaktion war also im Bilde, mit wem sie es zu tun hat. Der Fehler der Redaktion, den Filmemacher überhaupt eingeladen zu haben, war zu diesem Zeitpunkt mutmaßlich nicht mehr zu korrigieren gewesen.

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Klaus Scheidsteger über oxidativen Stress

H. Lamarr @, München, Freitag, 22.02.2019, 15:35 (vor 183 Tagen) @ KlaKla

Besonders schön finde ich seinen Versuch, den Zuschauern oxidativen Stress zu erklären. Damit legt er seine "Kompetenz" zum Thema offen.

Ja, die unter Rost leidenden Zellen sind schon eindrucksvoll. Leider ist das www auch bei diesem Thema verseucht mit vielen Websites, deren Kompetenz ein Laie nicht beurteilen kann. Leichter ist die Einordnung bei der Seuche der kommerziellen Sites, die Antioxidantien verkaufen möchten, und oxidativen Stress deshalb ungeniert dramatisieren.

Da ich über oxidativen Stress nicht mehr weiß als der Filmemacher, kann ich ihm nicht kompetent widersprechen. Wikipedia berichtet nach meiner Einschätzung jedoch so objektiv über das Thema, dass man der Darstellung vertrauen kann. Und gemäß Wikipedia ist die Wissenschaft noch weit davon entfernt, oxidativem Stress als Verursacher diverser Krankheitszustände den wissenschaftlich gesicherten Segen zu erteilen. Das liest sich dort ganz anders als das, was Klaus Scheidsteger ab 00:50 min. vorbringt: "Was die Wissenschaft gefunden hat ist ein Wirkmechanismus der Zelle." Bei Scheidsteger ist es eine feststehende Tatsache, bei Wikipedia nur eine in Betracht gezogene Möglichkeit mit fatalen Therapieaussichten:

Trotz zahlreicher Korrelationen von oxidativem Stress mit verschiedenen Krankheitszuständen konnte noch kein gesicherter Zusammenhang bewiesen werden. Insbesondere existiert keine auf der Behandlung von oxidativem Stress beruhende und evidenzbasierte Therapie. Vielmehr trifft das Gegenteil zu: Mehrere Metaanalysen kamen zu dem Schluss, dass die dem oxidativen Stress entgegenwirkende Gabe von Antioxidantien (besonders von beta-Carotin, Vitamin A und Vitamin E) beim Menschen die Entstehung von Krankheiten einschließlich Krebs fördert.

Einen fragwürdigen Sachverhalt kurzerhand in eine feststehend Tatsache zu verwandeln, die nicht mehr hinterfragt werden muss, diesen Trick hat kürzlich auch der "Mediensprecher" eines Schweizer Anti-Mobilfunk-Vereins benutzt, um Desinformation über die Anzahl "Elektrosensibler" in der Schweizer Bevölkerung zu verbreiten.

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Vitamine, Oxidativer-Stress, Trick, Wirkmechanismus, Kommerz, Filmemacher

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