Diagnose-Funk: Studienrecherchen, sogenannte (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 05.01.2016, 12:30 (vor 1432 Tagen) @ H. Lamarr

Eigenen Angaben zufolge gibt der Anti-Mobilfunk-Verein Diagnose-Funk seit 2015 pro Jahr vier sogenannte Studienrecherchen heraus, von denen jede den Verein etwa 1500 Euro kosten soll (Rezensionshonorare für die beteiligten Wissenschaftler, Satzkosten). Das Beispiel einer solchen "Studienrecherche" gibt es <hier> (PDF, 16 Seiten).

Dies wirft Fragen auf.

Über die Sinnfälligkeit strammer Mobilfunkgegner, die allein Alarmstudien sammeln und alles weglassen, was nach Entwarnung riecht, habe ich mich bereits in dem Posting www.mobilfunkstudien.org - Totgeburt von Diagnose-Funk ausgelassen.

Für Mobilfunkstudien zuständig ist bei Diagnose-Funk der gelernte Drucker Peter Hensinger. Die Frage der wissenschaftlichen Qualifikation stellt sich bei ihm nicht.

Wer aber sind nun die "beteiligten Wissenschaftler", denen Diagnose-Funk wegen fehlender Eigenkompetenz "Rezensionshonorare" zahlt? Nach welchen Kriterien sucht der Verein diese Wissenschaftler aus, welche Qualifikation haben sie, welche Interessen und wie ergebnisoffen sind sie? Darüber schweigt sich der Verein aus – ein Alarmsignal. Warum diese Intransparenz, gibt es etwas zu verheimlichen? Da die "Studienrecherchen" von Diagnose-Funk zusätzlich die "Studienbesprechungen" des sogenannten Fachinformationsdienstes "Elektrosmog-Report" verwursten, ist anzunehmen, dass hier eine Geschäftsverbindung existiert und die umstrittene Biologin Isabel Wilke (Redaktion Elektrosmog-Report) zu den "beteiligten Wissenschaftlern" zählt. Die "Studienrecherchen" des Vereins verkaufen damit alten Wein, zuvor veröffentlicht im monatlich erscheinenden kostenpflichtigen Elektrosmog-Report, in neuen Schläuchen (Studienrecherchen). Mehrfachverwertung von Content nennt man das in der Verlagsbranche.

Wer benötigt die dilettantischen "Studienrecherchen" eines Anti-Mobilfunk-Vereins, der im Vorstand durchweg mit fachlichen Laien besetzt ist? Die Zielgruppe ist dieselbe, die auch der "Elektrosmog-Report" im Visier hat: Personen/Firmen, die mit der Angst vor Elektrosmog Umsätze tätigen und zum Wecken/Schüren der Ängste frisches Studienmaterial gut gebrauchen können. Diese Zielgruppe ist in keiner Weise an ausgewogener Information interessiert, dies erklärt plausibel die verzerrte einseitige Ausrichtung der "Studienrecherchen". Zur Zielgruppe zählen z.B. Baubiologen, Heilpraktiker, Umweltmediziner und PR-Agenturen.

Weltweit gibt es viele seriöse Bewertungsgremien, die regelmäßig den Stand der Forschung in der Bioelektrik sichten und bewerten. Diese Wissenschaftler sichten warnende und entwarnende Studien, sortieren Junk-Science aus, wägen fachkundig gegeneinander ab und bewerten ergebnisoffen. Konsensbewertungen verhindern, dass Einzelmeinungen die Bewertung prägen. Die Namen der beteiligten Wissenschaftler werden offen gelegt, jeder kann sich über ihre Qualifikation, Interessenkonflikte und Kompetenzen informieren. Es ist das glatte Gegenteil zu der unerträglichen Intransparenz und Einseitigkeit des Vereins Diagnose-Funk.

Ergänzung 03.05.2019 Wissenschaftlicher Beirat EMF:Data
Dr. Gerd Oberfeld, Dr. Lennart Hardell, Dr. Igor Belyaev, Dr. med. habil. Karl Hecht.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Selbstüberschätzung, Kompetenz, Intransparenz, Ressort, Junk-Science, Mobilfunkstudien, Studiensammlung, Qualifikation, StudienReport, Drucker, Studienrecherche, EMF:Data


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