Diagnose-Funk will entstehendes Vakuum füllen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 29.11.2017, 23:10 (vor 564 Tagen) @ KlaKla

Diagnose-Funk strebt an, lt. Magazin Kompakt IV/2017, eine neue Datenbank der Forschungslage, die Gesundheitsgefahr durch Mobilfunk bestätigt, aufzubauen.

Auch du meine Güte, diese Dilettanten wollen tatsächlich das Vakuum füllen, das sich durch die Lähmung des EMF-Portals ausbreitet. Diagnose-Funk Geschäftsführer Uwe Dinger lässt im Vorwort des Magazins wissen:

Wir müssen unsere Aufklärungs-Möglichkeiten dringend erweitern. Zu dem soliden Fundament an Informationen, die wir bereits bereitstellen, kommt in Kürze eine neue Mobilfunkstudien-Datenbank hinzu [...] Die Forschungslage, die wir beständig aufarbeiten, bestätigt die Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk.
– Mit einer neuen Datenbank, die dieses Jahr noch an den Start gehen soll, dokumentieren wir den Stand der Forschung in neuer Qualität.
– Kontinuierliche Auswertung der Studienlage und eine internationale Vernetzung.

Was der Chef des Kinderpostamts da verkündet ist aus meiner Sicht schlimm, denn eine Schar selbsternannter Experten fällt jetzt mit zuvor selektierten und inkompetent interpretierten Studien über Leute her, die noch weniger Sachverstand in EMF-Fragen aufzuweisen haben, als die Diagnose-Funk-Truppe. Angestrebtes Ziel der Desinformationsinitiative sind aller Voraussicht nach wehrlose Entscheidungsträger, also Politiker in allen Schichten des Politbetriebes.

Den organisierten Mobilfunkgegnern stellen sich heute nur noch Mini-Bürgerwehren wie das IZgMF in den Weg, die dicken Brummer (FGF, WIK, IZMF) haben sich alle freiwillig zurückgezogen, eben weil Mobilfunkgegner als harmlose Pappnasen identifiziert wurden, die sich gerne in Kinderpostämtern in Szene setzen und sich dort gegenseitig leere Formulare abstempeln. Doch Dinger wollte das Pappnasen-Image schon vor zehn Jahren los werden und strebte schon damals nach Höherem. Am 2. Oktober 2005 ließ er sich einmal in die Karten gucken, als er in den Kommentaren zu einem IZgMF-Beitrag schrieb:

Bei einer weitergehenden Vernetzung und Organisation braucht es eine klare Trennung zwischen dem "Kampf" gegen einzelne Antennenprojekte und übergeordneten Zielen (wie z.B. Grenzwertfrage). Bestehende Strukturen, Persönlichkeiten, Webseiten die die bisherigen "Leistungs- und Informationsträger" waren, werden dies auch künftig sein. Es braucht entsprechende Koordination, Zielsetzung, Organisation und Engagement der richtigen Leute(Initiativkomitee der entsprechenden "Fachkräfte"). Aber wenn, dann bitte in kleinem Rahmen. Eine "professionelle Form" der Wissens- und Informationsvermittlung, gepaart mit entsprechenden Zielsetzungen sollte auf politisch, gesetzlicher Ebene gefunden werden sollte. Ich würde mich nie, wie im Titel,"gegen Mobilfunk" positionieren. Bitte keine Extrempositionen beziehen und vertreten. - Zu Zielsetzungen und Organistaion kann Bestehendes übernommen werden. - Beispiel von Organisation: In Basel wurde am 21.09.2005 in Zusammenarbeit von Quartiervereinen, IGs und Unabhängigen die "Basler Mobilfunk Kommission" geschaffen. Diese setzt sich auf kantonaler Ebene mit den entstandenen Problemen auseinander, ohne sich direkt mit den speziellen Antennenproblemen in den Quartieren auseinandersetzen zu müssen. Diese Kommission führt weitergehende Gespräche mit dem Kanton und den Betreiberfirmen. Sie kann und wird aber auch Bindeglied zu bereits stattfindenen Gesprächen mit anderen Vereinigungen auf Bundesebene sein.

Das ist jetzt zwölf Jahre her, damals beriet Dinger noch als "Dipl.-Astrologe" in der Schweiz orientierungslose Mitbürger. Mittlerweile lebt er gut davon, hauptamtlicher Mobilfunkkritiker zu sein. Und tatsächlich gefunden hat er eine "professionelle Form" der Websitegestaltung, die Dinger-Websites sind allesamt schön anzuschauen und sie wirken seriös. Doch damit ist auch schon Schluss. Denn der schön verpackte Inhalt riecht, er ist zu Desinformation verdorbene Scheininformation. Allerdings riecht den Gestank nur, wer dafür Rezeptoren in der Nase hat. Laien in EMF-Streitfragen haben diese Rezeptoren nicht, wer ein bisschen mehr weiß hat sie – meistens. Und deshalb kommt der Verein Diagnose-Funk mit seiner anrüchigen klassischen Panikmache seit langem nicht mehr vom Fleck und muss nach neuen Wegen suchen, endlich den ersehnten Einfluss zu bekommen. Doch bislang hat es Dinger nicht geschafft, Diagnose-Funk vom Stigma des Pappnasen-Vereins zu befreien, was mMn erstrangig daran liegt, dass Minus x Minus zwar Plus ergibt, aus zwei, vier, acht oder 16 Pappnasen des Vereins aber noch lange kein ernst zu nehmender Mobilfunkgegner entsteht. Das größte Problem der Anti-Mobilfunk-Szene ist nach wie vor ihr Personal. Solange sich an dieser Stelle nichts tut, kann Uwe Dinger großspurig ankündigen was er will, FGF, WIK, IZMF wird er nicht wieder lebendig machen. Etwas in dieser Art sollte aber passieren, damit Diagnose-Funk sich als den Windeln entwachsen sehen darf.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Astrologe, Kinderpost, Falschmeldung, Einflussnahme, Panikmache, Cyber-Mobbing, Dinger, Dilettanten, EMF:Data


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