5G-Anhörung: Die Ur-Katastrophe der deutschen Mobilfunkgegner (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 24.09.2019, 12:06 (vor 72 Tagen) @ H. Lamarr

Aus meiner Sicht wäre diese Anhörung die Ur-Katastrophe der deutschen Mobilfunkgegner, hätte sie nicht 2019 stattgefunden, 27 Jahre nach dem Start des GSM-Regelbetriebs in Deutschland. Denn der unglaublich schlecht vorbereitete Petent und sein Sprechblasen produzierender Beistand gaben eine denkbar schlechte Figur ab. Sollte Zeit dafür frei zu schaufeln sein, will ich die Höhepunkte ihres Versagens hier im Strang dokumentieren.

Obwohl die fragenden Abgeordneten keine Detailkenntnisse über Argumente und Gegenargumente der Mobilfunkdebatte zeigten, gelang es selbst dieser Runde mühelos, die beiden Mobilfunkgegner arg in die Enge zu treiben. Jeder kann sich ausrechnen, was passiert wäre, wären die beiden auf Experten/Fragesteller mit tiefergehenden Kenntnissen gestoßen. Das Phänomen, dass Mobilfunkgegner der Auseinandersetzung mit kompetenten Meinungsgegnern aus dem Weg gehen, der Auftritt der beiden Gegner anlässlich der Anhörung macht es verständlich. Und deshalb bin ich höchst zuversichtlich: Nach dieser desolaten Vorstellung des Petenten wird der Petitionsausschuss die Petition von Eduard Meßmer schon gestern als erledigt abgehakt und der Ablage P anvertraut haben.

Das Verfahren dieser Anhörung zeigt mMn vier gute Ansätze, wie mit der Landplage organisierter Mobilfunkgegner und mit ihren Außenseiterstandpunkten umzugehen ist.

Anhörungen statt "Informationsveranstaltungen": Organisierte Mobilfunkgegner nutzen sogenannte "Informationsveranstaltungen" gerne, um dort ungestört ihre verschroben Thesen, Faktenverdrehungen und Unterstellungen auszubreiten. Anhörungen nehmen ihnen diese PR-Plattform, stattdessen müssen sie sich unbequemen bohrenden Fragen stellen. Der fehlende Tiefgang ihrer Behauptungen wird auf diese Weise schnell deutlich, das spart Zeit ein und jede Menge unnötige Kosten obendrein.
Begrenzung der Redezeit: Mobilfunkgegner schwallen gerne mit langen substanzschwachen Monologen, um die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer einzuschläfern. Die Begrenzung der Redezeit macht die Substanzschwäche offensichtlich.
10-zu-2-Regel: Die Anhörung zeigte sehr schön die Wirksamkeit dieser Regel. Da Mobilfunkgegner wissenschaftliche und gesellschaftliche Außenseiterstandpunkte vertreten, sollte sich dies auch im Kräfteverhältnis bei öffentlichen Veranstaltungen widerspiegeln. Im Klartext: Einem Referenten der Mobilfunkgegner sind auf Veranstaltungen stets mehrere Referenten gegenüber zu stellen, die gegensätzliche Standpunkte gut vertreten können. Alles andere wäre eine unverdiente Aufwertung von Mobilfunkgegnern und es wäre riskant, trifft ein einziger fachlich unterbelichteter jedoch rhetorisch geschickter Gegner auf einen kundigen jedoch spröden Meinungsgegner.
Keine Heimspiele: Öffentliche Auftritte organisierter Mobilfunkgegner sind in aller Regel Heimspiele, ihre Referenten können sich der Unterstützung des Publikums sicher sein. Dies schafft häufig eine aggressive Atmosphäre gegenüber Referenten, die Gegenstandpunkte vertreten. Die Anhörung zeigte, wie mit restriktiven Ermahnungen durch den Veranstaltungsleiter das Publikum diszipliniert werden kann. Meßmer, der am vergangenen Sonntag vor dem Reichstagsgebäude 600 Anti-5G-Demonstranten noch lauthals auf die Parole "Stopp 5G" einpeitschte, während der Anhörung im Hohen Haus zeigte er sich lammfromm.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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