Mai 2015: Spurensicherung am alten botanischen Institut (Medien)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 31.05.2015, 19:45 (vor 1655 Tagen) @ H. Lamarr

Wir werden wieder vorbei schauen, wenn die Vegetation voll im Saft ist.

Diese Versprechen haben wir am 25. Mai 2015 wahr gemacht. Auslöser war dieses umfassende 3-teilige Lamento der bekannten "Elektrosensiblen" Eva Weber, die das Befinden des "Wilden Weins" an den Fassaden des alten botanischen Instituts zu München am liebsten in die Schlagzeilen bringen würde. Die selbstdiagnostiziere "Elektrosensible" erregt sich über eine kurze Textpassage auf einer Webseite des BfS (dort bis zur Passage "Wilder Wein" herunter scrollen), die einen angeblich "verdeckten Link" zum IZgMF enthalten soll. Wer sich das vermeintliche Corpus Delicti anschaut, stellt fest, den Link gibt es, doch er ist nicht verdeckt, sondern genauso offen wie alle anderen Links auf dieser Seite. Das BfS hat die kurze Passage ohne Zutun und Wissen des IZgMF in die Seite eingefügt. Frau Weber erkennt darin eine unverdiente Aufwertung des IZgMF und intervenierte deshalb beim BfS, den Eintrag "zu überdenken". Ob dies bereits eine Denunziation ist, mag jeder für sich entscheiden. Tatsache ist: In einem weiteren Posting zu Ihrer fixen Idee ist Frau Weber bemüht, dem Pseudonym "Spatenpauli" eine Identität zu geben - eine Hilfestellung, damit auch Neulinge in der Anti-Mobilfunk-Szene die vielfältigen Anschuldigungen gegenüber Spatenpauli "richtig" zuordnen können. Für mich ein böser Kratzer im Image der "Sauberfrau", das Frau Weber gerne für sich reklamiert.

Unglücklicherweise macht Frau Weber, obwohl sie vom botanischen Garten nicht weit weg wohnt, lediglich viel Wind, ohne auch nur einen einzigen neuen Fakt zur Lösung des ursächlichen Problems beizubringen. Deshalb gingen meine Frau und ich noch einmal auf Spurensuche und ich meine, wir haben das Rätsel jetzt hinreichend plausibel gelöst.

Bei unserem diesjährigen Besuch des alten botanischen Instituts zeigt sich der Wein an der Nordfassade noch immer in beklagenswertem Zustand, ganz anders als sein üppiges Grün an der Südfassade. Gegen die schräge These, die Befeldung der Nordfassade mit EMF durch etwa 200 Meter entfernte Mobilfunkantennen schade dem Wein, gibt es eine ganze Reihe von glaubwürdigeren Gegenargumenten.

Blick auf Nord- und Südfassade: Der Westflügel der Nordfassade ist auch Ende Mai 2015 nur spärlich bewachsen (Bild links) im Vergleich zur Südfassade (rechts).

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Blick von der Straße auf den Westflügel der Nordfassade: Dem Grünzeug geht es ersichtlich gut, es wächst vor der Nordfassade und liegt deshalb etwa 20 m näher zu den Antennen. Warum sollte einzig und allein der Wilde Wein (im Hintergrund erkennbar) auf EMF reagieren?

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1. Anzahl Wurzelstöcke an Nord- und Südseite

Auf der Nordseite des Instituts entspringt nur ein einziger Weinstock dem Boden und zwar mit Blick aufs Hauptportal links davon. Ausgerechnet dieser Wein ist jedoch alles andere als verdorrt (Foto). Dass dort überhaupt etwas wächst ist überraschend, denn der Wein kommt aus asphaltiertem Boden, ich konnte keine Krume Erde dort erkennen.

Einziger Weinstock, der an der Nordfassade des alten botanischen Instituts entspringt: Das Gewächs gedeiht offensichtlich gut. Mobilfunkgegner werden einwenden, dieser Weinstock werde von vorgelagerten Bäumchen abgeschirmt. Leider hatten wir kein Messgerät dabei, um dies zu prüfen.

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Die verdorrten Reben am Ost- und Westflügel der Nordfassade, die einige Mobilfunkgegner so verzücken, entspringen nicht Wurzelstöcken entlang der Nordfassade, sondern je einem Wurzelstock an der Ost- und Westfassade. Deren Triebe wachsen um die Ecken (auch) auf die Nordfassade.

Auf der Südseite haben wir 26 große Weinstöcke gezählt (an manchen Stellen wachsen zusätzlich viele fingerdicke Stränge aus dem Boden). Allein schon dieses Verhältnis 26:1 könnte als Erklärung reichen, warum die Südfassade deutlich grüner ist als die Nordfassade. Auch auf der Südseite gibt es übrigens einige große kahle Stellen, an denen der Wein abgestorben ist.

Lage der Wein-Wurzelstöcke an den Fassaden des alten botanischen Instituts: Jeder rote Balken markiert die Lage mindestens eines kräftigen lebenden Wurzelstocks (stellenweise auch zwei und drei).

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2. Maroder Wurzelstock an Ecke West-/Nordfassade

Der Wurzelstock, der mit seinen Trieben den Westflügel der Nordfassade beschickt hat, befindet sich am Fuß der Westfassade dicht an der Ecke zur Nordfassade (Foto unten). In dem Artikel von Egerwald et al. zeigt Abb. 8b diese Teilfassade. Schaut man sich den gut erreichbaren Wurzelstock aus der Nähe an, lässt sich auch von Laien feststellen, er ist in einem desolaten Zustand:

Wurzelstock an der Ecke Nord-/Westfassade: Auch für Laien in Pflanzenkunde ist erkennbar, dieser Wurzelstock hat einige Probleme.

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3. Auch Ostfassade wird befeldet

Wäre an der EMF-These etwas dran, müsste auch die gesamte Ostfassade des Bauwerks kahl sein, denn auch sie wird von den 46 Antennen auf dem Eichamt direkt (Sichtverbindung) befeldet. Dass dies nicht frontal, sondern in spitzem Winkel geschieht, sollte dem Wein egal sein. Doch der Wein an der Ostfassade gedeiht von wenigen Stellen abgesehen prächtig (Foto).

Ostfassade des alten botanischen Instituts: Der Wein dort sieht gut aus, er bekommt volle Strahlung aus zwei Quellen: von der Sonne – und von den Antennen auf dem Eichamt.

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4. Testbaum unbeeindruckt

Der in diesem Posting verortete Testbaum (Malus orientalis) an der Ecke Nord-/Westfassade zeigt auf der stark befeldeten Hälfte keinerlei Beeinträchtigung im Vergleich zur schwach befeldeten Hälfte. Eher das Gegenteil ist der Fall, was daran liegen kann, dass die schwach befeldete Seite weniger Licht bekommt und die Zweige an einer Terrassenbrüstung scheuern. Insgesamt wirkt der Baum Ende Mai schwächlich, nähere Betrachtung zeigte erhebliche Spuren von Schädlingsbefall an den jungen Blättern.

5. Ein Funken Hoffnung für Frau Weber

Nur ein ungefähr fünf Quadratmeter großer grüner Fleck an der Nordfassade stützt möglicherweise die These von der Wein-Tötung durch Funkwellen. Dieser grüne Fleck befindet sich an der Ecke der Nordfassade zur Ostfassade ausgerechnet im Funkschatten eines vorgebauten Gebäudes (siehe Foto). Das wäre eine edle Aufgabe für Frau Weber, die Feldverteilung dort zu kartografieren, um den Verdacht zu erhärten. Da die Antennen von schräg oben einstrahlen, sehe ich den Hoffnungsfunken allerdings nur ganz schwach glimmen. Hinzu kommt: Kurioserweise ist das vorgebaute Gebäude kein harmloser Fahrradschuppen, sondern es beherbergt zwei große 500-kVA-Hochspannungstransformatoren ...

Blick auf den Ostflügel der Nordfassade: Dort, wo ein vorgebautes Gebäude (links im Bild) die Nordfassade gegenüber den Antennen abschattet, gedeiht grüner Wein. Außerhalb des Funkschattens herrscht Dürre. Ob ein Zusammenhang besteht müsste z.B. mit Messungen geprüft werden.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Game over, Eger, Waldmann-Selsam, Baumschäden, Aufwertung, München, Botanischen-Garten, Wein


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