Studiendesign ./. Geschäftsmodell (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 08.05.2012, 12:48 (vor 2746 Tagen) @ kureck

Mir ist nicht ganz klar wie das Studiendesign aussehen soll.

Dazu mehr hier.

Randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert. Klingt ja schon mal ganz vernünftig.

Stimmt, "klingt". Das Schlagwort "doppelblind" macht sich immer gut, wie es bei dem beschriebenen Studiendesign wirksam werden und Verfälschungen verhindern soll, ist nun wiederum mir in keiner Weise klar.

Und von P. Hensinger und Dr. Niessen haben wir ja erst kürzlich gelernt, wie es möglich ist, exorbitant hohe Immissionen zu messen, wenn man denn drauf abzielt, möglichst hohe Werte zu bekommen. Das werden auch die Truppen von Dr. Plank hinkriegen.

Eine einzigartige Österreich-Lösung zur Finanzierung dieser sogenannten Studie ist mMn die Durchführung durch ein kommerzielles Unternehmen und die Umlage der Kosten auf die Probanden.

So ganz neu ist diese Idee allerdings nicht, in einem unserer hiesigen "Wurstblätter" wurden vor ein paar Monaten ebenfalls Probanden gesucht, mit angeblich auf 100 begrenzter Teilnehmerzahl. Es ging um den Test eines neuen Produkts für Leute, die, wenn sie ihr Badezimmer betreten, der dortige Waage einen Stoßseufzer entlocken. Auch da war die Teilnahme an der "Studie" kostenpflichtig. Die "Begrenzung" der Teilnehmerzahl war wahrscheinlich nur ein Trick, um die Begehrlichkeit zu erhöhen, merkt ja keiner, wenn er der 543-ste Proband ist.

Nein, aus meiner Sicht ist die Plank/Mosgöller-Studie keine Studie, sondern die Umsetzung eines neuen und ziemlich dreisten Geschäftsmodells, um Elektrosmog-Bedenkenträger erstmal um knapp 800 Euro zu erleichtern. Dabei ist das, wie bei unserem Herrn Eisenreich nur die Ouvertüre, das teuer erkaufte Gutachten weiß dann sicherlich noch Abhilfemaßnahmen, etwa die von Baubiologen so sehr geschätzte Schirmung von Räumen und Häusern oder eine "Feldoptimierung" nach Dr. Plank :no:. Und wenn die Elektroinstallation komplett erneuert werden soll, nun, dann stehen eben die Jungs von Herrn Josef Witke freundestrahlend mit der Hilti bereit. Es gibt immer was zu tun.

Dass sich Prof. Mosgöller auf so eine mMn windige Sache einlässt kann ich nicht nachvollziehen, sie dürfte seinem Ruf als Wissenschaftler nicht gut tun.

Interessant finde ich, dass das neue Geschäftsmodell nahtlos von dem taufrischen "Leitfaden zum Senderbau" unterstützt wird. Kompliment, das läuft in der Alpenrepublik wirklich wie geschmiert.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Geschäftsmodell, Esoterik, Seilschaft, Probanden, Studiendesign, Österreich


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