Elektrosensibilität: Die Waage der (inneren) Justitia (Elektrosensibilität)

Schmetterling @, Samstag, 10.09.2011, 13:12 (vor 4161 Tagen) @ Kuddel

Nehmen wir einmal an, Elektrosensible seien Phobiker, die eine ungeheure Angst haben, nicht vor großen Plätzen, Menschenmassen oder Spinnen, sondern vor Funkwellen. ...

So `a Schmarr`n !

Als "Schmarrn" würde ich das pauschal nicht abtun wollen.
Spatenpauli hätte allerdings nicht pauschal verallgemeinernd "Elektrosensible" schreiben sollen (und damit alle in einen Topf werfen), sondern z.B.

"nehmen wir an, unter den Elektrosensiblen gibt es den einen oder anderen Phobiker, der ..."

Da steht meine Pauschalierung gegen die spatenpaulis.

Meiner Meinung nach ist es bei einem weitaus größeren Anteil der "Elektrosensiblen" so, daß man glaubt "elektrosensibel" zu sein, weil man immer beim Verspüren von Symptomen eine "Elektrosmogquelle" findet und einen Zusammenhang zwischen Symptomen und Elektrosmog für plausibel hält.

Verstärkt werden könnte dieser Eindruck dadurch, daß ein Entfernen von der "Quelle" zu einer Linderung oder dem Verschwinden der Symptome führt.

Objektiv gesehen ist dieser subjektive Eindruck aber nicht mit einem Beweis gleichzusetzen, da es keine Verblindung gibt. Schließlich hält man ja an einen Zusammenhang für möglich und "weiß", daß man sich von der Elektrosmogquelle entfernt.

D.h. hier könnte ein Placeboeffekt vorhanden sein.

Es ist eigentlich unmöglich, Ihnen darauf eine überzeugende Antwort zu geben. Ich habe lange darüber nachgedacht.

Deshalb nur eine Anekdote. Ich hatte ein paar Wochen lang einen kaputten Zahn und der Zahnarzt war in Urlaub. Der Zahn hat dann weh getan, wenn ich bspw. ein Gummibärchen gegessen habe und nur dann, wenn ich genau draufgebissen habe. Hab ich das Gummibärchen in die andere Mundecke geschoben, war der Zahnschmerz weg.

Genau darüber könnte ich jetzt mit Ihnen über einen Placeboeffekt diskutieren. In dem Beispiel gibt es nämlich auch keine Verblindung.

Hätte ich jetzt zu meinem Zahnarzt sagen sollen: "Du, ich habe das nicht mit einer Verblindung getestet, vielleicht habe ich nur einen Placeboeffekt am Zahn, weil ich gehört habe, dass es so was wie Zahnschmerzen gibt..."

Verstehen Sie, wie ich`s meine??? ;-)

Hinzu kommt, daß man in der Regel überhaupt nicht auf den umgekehrten Sachverhalt achtet, obwohl dieser für einen objektiven Beweis ebenso wichtig wäre.

Denn verspürt der "Betroffene" kein Symptom, achtet er in der Regel auch nicht auf etwaige Elektrosmogquellen, auch wenn diese vorhanden sind.


Oh, doch! Und das habe ich früher auch mit Sicherheit geschrieben. Was glauben Sie, wie oft ich hinterfragt habe: "Warum hier und warum dort nicht?" Tausende male. Warum unter diesen Strom-Drähten und unter diesen nicht? Warum in dieser Situation und warum in dieser nicht?

Warum konnte ich z.B. (das hatte ich mal geschrieben) auf dem Weg zur Drogerie die letzten ca. 100 fast nicht mehr laufen (ich bin bestimmt nicht gebrechlich!), das war kurz vor dem Regen, und als ich wieder die Straße betreten hatte, da hatte es angefangen zu regnen, hab ich nichts mehr gemerkt. Keine Probleme mehr! Warum?

Im fortgeschrittenen Stadium, wenn sich die innere Überzeugung gefestigt hat, werden solche Situationen, die zu einem "Anti-Beweis" führen könnten, sogar bewußt vermieden.

Prinzipiell haben Sie recht...
Aber ausgerechnet bei mir sind Sie da an der völlig falschen Adresse.

Das subjektive Empfinden der "Elektrosensiblen" ist also sehr einseitig geeicht, da man den Anscheinsbeweis für einen Zusammenhang wahrnimmt, aber den "Anti-Beweis", der einen Zusammenhang in Frage stellen würde, überhaupt nicht erkennt, bewußt ignoriert oder sogar absichtlich vermeidet.

Das stellen Sie sich so vor, haben Sie mit (echten!) Betroffenen je darüber geredet?

Ich bestreite in keiner Weise, dass es Menschen gibt, die sich Krankheiten, Befindlichkeitsstörungen oder ähnliches einreden lassen und auch dann fest daran glauben. Nur, ob man sich dann ausgerechnet SO etwas aussucht? Etwas, wo man eigentlich mit niemanden darüber reden kann, ohne in die Psychoecke gestellt zu werden?

"Last but not least" könnte es tatsächlich den einen oder anderen geben, der tatsächlich von starken Elektrosmogquellen unterhalb erlaubter Grenzwerte beeinflußt wird.

Ich persönlich halte es aber für extrem unwahrscheinlich, daß dies bei Feld-Intensitäten möglich ist, die mehr als Faktor 100 unter jenen Werten liegen, die bei "Gesunden" keinerlei Symptome auslösen.

Ich kann bestimmt mehr als ein Tausendfaches einer allergieauslösenden Substanz vertragen als ein Allergiker.
Warum gibt sich die Wissenschaft keine Mühe, das Wirkprinzip bei zuviel E-smog herauszufinden?

K


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