Arbeiten, die REFLEX bestätigen sollen.... (Allgemein)

Doris @, Samstag, 19.12.2009, 18:13 (vor 4131 Tagen) @ Sektor3

  • So tun, als ob ihre Ergebnisse bestätigt seien

Anscheinend durch diese beiden Arbeiten.

Exposition bei 1800 MHz-Hochfrequenz-Befeldung induziert oxidativen Schaden bei mitochondrialer DNA in primären kultivierten Neuronen.
Von: Xu S, Zhong M, Zhang L, Zhou Z, Zhang W, Wang Y, Wang X, Li M, Chen Y, Chen C, He M, Zhang G, Yu Z

Transienter DNA-Schaden, induziert durch hochfrequente elektromagnetische Felder (GSM, 1,8 GHz) in der menschlichen Trophoblasten Zelllinie HTR-8/SVneo, bewertet mit dem alkalischen Komet-Assay.
Von: Franzellitti S, Valbonesi P, Ciancaglini N, Biondi C, Contin A, Bersani F, Fabbri E

Zur Arbeit aus Bologna schreibt Roland Glaser im Newsletter 4/2009

DNA-Schäden in Trophoblasten-Kulturen bei gepulsten GSM-Feldern. In den letzten Jahren erschienen mehrere Arbeiten der Gruppe um Silvia Franzellitti aus Ravenna.
Man arbeitet dort mit Kulturen transformierter menschlicher Trophoblasten (HTR-8/SVneo). Das sind embryonale Zellen, die für die Einbettung des Eies in die Gebärmutterwand verantwortlich sind. Zunächst konzentrierte man sich auf den Einfluss der Felder auf die Expression verschiedener Proteine mit wechselhaften und unklaren Ergebnissen (siehe: Neues aus der Wissenschaft, Newsletter 2 und 3, 2009). In einer neuen Publikation wird über DNA-Änderungen im Komet-Assay berichtet. Bei gepulsten (217 Hz, 2 W/kg) GSM-Feldern (1,8 GHz), nicht hingegen bei ungepulsten, konnten bei längerer Exposition (16 und 24 Stunden) signifikante Änderungen gefunden werden. Die Autoren fragen sich selbst, warum nicht bereits nach 4 Stunden Exposition? Vielleicht ist nicht die DNA direkt betroffen sondern Reparaturprozesse?
2 Stunden nach der Exposition ist der Effekt wieder verschwunden. Änderungen der Zell-Vitalität traten in keinem Fall auf. Offen bleibt auch die Frage nach der besonderen Wirkung der gepulsten Felder. Obgleich summarische Temperaturmessungen durchgeführt wurden, sind mikrothermische Temperaturschwankungen (bei immerhin 2 W/kg SAR im Zeitmittel!) nicht auszuschließen.
In Einleitung und Diskussion geht man sehr unkritisch mit den Zitaten um. Wenn beispielsweise behauptet wird: „However, some laboratory investigations on non-thermal effects of HF-EMF provided positive findings (e.g., Refs. [11-13])“, dann bedeuten: 11 = Lai und Singh (1995) - nicht reproduzierbare Resultate, 12 = Maes et al. (1997), die eigentlich nichts gefunden haben, und 13 = Phillips, Singh und Lai (2009), die ohne neue Experimente ihre alten Sachen referieren! Auch die Rüdiger-Publikationen dienen (wenn auch mit gewissem Vorbehalt) als Kronzeugen. Der unbefangene Leser könnte tatsächlich den Eindruck gewinnen, DNA-Effekte seien mehrfach nachgewiesen.
Franzellitti S; Valbonesi P; Ciancaglini N; Biondi C; Contin A; Bersani F; Fabbri E: Transient DNA damage induced by high frequency electromagnetic fields (GSM 1.8 GHz) in the human trophoblast HTR_8/ SVneo cell line evaluated with the alkaline comet assay. Mutation Res., Fundamental and Molecular Mechanisms of Mutagenesis (Oct. 2009); in press.
Franzellitti et al. : Radiat. Res. (2008) 170, 488
Valbonesi, Franzellitti, et al.: Radiat. Res. (2008) 169, 270
Cervellati, Franceschetti, et al.: Reproductive Toxicology (2009) 28, 59

Zu der chinesischen Arbeit gibt es keine Bewertung. Allerdings was die beiden kritisierten Faktoren in der italienischen Arbeit betrifft (Reaktion nach 16 Stunden und nicht nach 4 Stunden und der SAR Wert von 2 W/kg könnten in dieser chinesischen Arbeit auch bemängelt werden.

Tags:
Glaser, Comet-Assay, Zhang, Franzellitti, Bersani, Singh, Reflex Bestätigung, Trophoblasten


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