Herr W.K. I - III (Forschung)

dlsasv @, Freitag, 17.11.2006, 16:20 (vor 5703 Tagen) @ M. Hahn

den Teil derjenigen Antworten, welcher voraussehbar ist, aber auch, ob die Studie im Falle eines für den Sponsor unbequemem Ergebnisses überhaupt an die Öffentlichkeit getragen wird (setzt voraus, dass der Wissenschaftler die Entscheidung über eine Veröffentlichung seiner Arbeiten vorab an seine Geldgeber abtritt. Das ist reichlich ungewöhnlich, wird aber hier gleichsam als Regelfall dargestellt.)

Selbst zu Zeiten des Forschungsrats Rauchen und Gesundheit lagen die Publikationsrechte nicht beim Sponsor, dennoch hielt man die Kontrollmöglichkeiten über die Publikation für ausreichend (Grüning 2006):
As suggested in the VdC president's explanation,(n88) control over publication of research results was also sought. A proposal that publication rights would rest with the sponsor(n78) was not ultimately included in the first set of bylaws,(n79) with an industry representative arguing that industry control of publication was already adequate: "the present conception [of the Forschungsrat] has the advantage that the research projects can be influenced to a larger extent and that the VdC can also exert at least an important influence on the publication of research results [quotation translated from the German]."(n76)

Auch beim Mobilfunk gibt es Beispiele für die (versuchte) Verhinderung von Veröffentlichungen: Semm oder Maier ('Die Ergebnisse einer Studie an N=15 Probanden wurden von der TELEKOM für eine Publikation nicht freigegeben') etwa. Wäre schon interessant zu wissen, wie das vertraglich geregelt war.

Die Frage, was es denn konkret mit dem "nachgewiesenermaßen bei der Pharmaindustrie" konkret auf sich hat, würde hier zu weit führen. Als kleiner Einstieg zum Nachdenken dient vielleicht das hier.

Was wollen Sie damit sagen? Dort steht nichts von einer Unterscheidung nach Sponsoring.

Je ausschliesslicher eine Studie durch die Mobilfunkbranche finanziert wurde, desto weniger signifikante biologische Effekte der Strahlung wurden gefunden, und je reiner eine Studie öffentlich finanziert wurde, desto mehr Effekte wurden gefunden.

So eindeutig ist es gar nicht: public/charity-Studien haben im Mittel 1,5 Effekte bei 10 untersuchten Effekten gefunden, mixed 3 bei 16. Auch wenn man sich die Schlussfolgerungen der Autoren anschaut: mixed-Autoren haben häufiger gefolgert, dass es einen Effekt gab.
Bleibt jedoch die Frage, wozu die mehr oder weniger gut verdeckten Lobbyvereine gezählt wurden. Hoffentlich fragt er bald und lässt es uns wissen...

Tags:
Effekt, Geld, VdC, Lobby, Semm, Grüning, Maier


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