NTP-Studie (2018): Medienecho im November fiel aus (Forschung)

H. Lamarr @, München, Freitag, 09.11.2018, 22:00 (vor 374 Tagen) @ H. Lamarr

National Toxicology Program releases final reports on rat and mouse studies of radio frequency radiation like that used in 2G and 3G cell phone technologies.

Das Medienecho auf die Vorstellung der Abschlussberichte der NTP-Studie am 1. November 2018 blieb hierzulande komplett aus. Google News zeigte heute mit dem Suchbegriff "NTP Studie Mobilfunk" keinen einzigen aktuellen Treffer. Ungewöhnlich für eine 30 Mio. Dollar teure Studie zum Reizthema Mobilfunk.

In den USA ist es nicht viel anders und Louis Slesin (Microwave News) vermutet prompt, das NTP habe absichtlich dafür gesorgt, dass die Medien diese Woche ziellos an dem Thema vorbei gestolpert sind. Beispielweise indem, wie es ihm passiert sei, die Einladung zu einer Web-Pressekonferenz des NTP erst rd. drei Stunden vor der Veranstaltung bei ihm eingetroffen sei. Viel zu spät, um sich vernünftig vorbereiten zu können.

Den Verschwörungsverdacht von Slesin kann man teilen, das ausgefallene Medienecho in Deutschland erklärt er jedoch nicht. Aus meiner Sicht liegt das ermüdete Interesse der Medien daran, dass die Ergebnisse der NTP-Studie nicht am Stück publiziert wurden, sondern in drei Scheibchen, vielleicht um dreimal statt nur einmal in die Medien zu kommen:

- Mai 2016 Zwischenbericht
- Februar 2018 vorläufige Abschlussberichte
- November 2018 finale Abschlussberichte

Selber lange genug in Redaktionen gewesen behaupte ich: Vom Alltagsstress gehetzte Journalisten wurden damit überfordert. Ich könnte mir gut vorstellen, am 1. November huschte vielleicht sogar mal kurz so etwas wie mein Suchbegriff oben bei den Kollegen vorbei, die aber dachten "Schon wieder NTP! Da hatten wir doch neulich erst was gebracht ..." und stellten die entscheidende Weiche auf Ablage "P". Dazu muss man wissen: Manche Firmen/Agenturen versuchen Redaktionen alte Produkte als neu unterzujubeln, um deren Absatz noch einmal anzukurbeln. Das mögen Redaktionen, so sie den Schwindel bemerken, gar nicht gerne, weil sie gegenüber den Lesern wie Deppen dastehen. Ein erwischter Schwindler bekommt dann nicht selten einen "Publikationsmalus" aufgebrummt: Seine folgenden Presse-Informationen werden "zur Strafe" eine zeitlang nicht mehr berücksichtigt, um ihm sein unfaires Verhalten auszutreiben. NTP könnte (auch irrtümlich) mit so einem Malus belegt worden sein.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Medien-Echo, Slesin, NTP-Studie, Verschwörungsverdacht


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