NTP-Studie: Dr. Jekyll und Mr. Hyde (Forschung)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 06.11.2018, 14:43 (vor 376 Tagen) @ H. Lamarr

Die US-Food and Drug Administration (FDA) hat sich einer Meldung im Ärzteblatt zufolge vom Abschlussbericht der von ihr in Auftrag gegebenen Untersuchung zum Krebsrisiko durch "Handystrahlung" distanziert.

Wie konnte das passieren? Wir haben es hier im Forum bereits einmal angesprochen. Das NTP steckt in der Zwickmühle, einerseits mit der Ratten/Mäuse-Studie 30 Mio. Dollar verbraten zu haben (zum Vergleich: die 50 Studien des deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms kosteten alle zusammen 16 Mio. Euro), andererseits aber keine biologisch schädlichen Effekte unterhalb der ICNIRP-Grenzwerte vorweisen zu können. Damit stehen die Verantwortlichen vor dem Dilemma erklären zu müssen, warum trotz immensem finanziellen Aufwand dem Projekt praktisch keine substanziell neuen Erkenntnisse entsprungen sind. Die "eindeutigen Beweise" sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen, doch sie haben nur akademische Bedeutung, da sie bei Expositionen mehr oder weniger weit oberhalb der zulässigen Grenzwerte gefunden wurden. Der Eiertanz des NTP, Alarm zu schlagen und gleichzeitig ein wenig verschämt Entwarnung zu geben, erinnert an die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde und ist aus meiner Sicht als Rechtfertigungsversuch zu werten. Die FDA hat das klar erkannt und klargestellt. Die internationale Anti-Mobilfunk-Szene wird sich davon freilich nicht beirren lassen und in Hinterzimmern von Dorfwirtschaften ahnungslosen Bürgern das Märchen von den "eindeutigen Beweisen" weiter auftischen. Wären die Motive für diese Desinformation wenigstens halbwegs edel (z.B. ehrlicher Aufklärungsdrang) könnte man das Treiben der Szene tolerieren, doch es geht ihr um materiellen oder immateriellen Profit. Und das ist mMn nicht zu tolerieren.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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