Sogenanntes Qualitätssiegel "green electromagnetics" (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 05.06.2017, 18:10 (vor 774 Tagen) @ H. Lamarr

Die MEA Unda GmbH, Salzburg, will neue wirksame Weg der Elektrosmog-Vorsorge gehen und braucht dazu Geld. Viel Geld. Da die Banken offensichtlich wenig Interesse zeigen versucht das Unternehmen über Crowdfundig an mindestens 200'000 Euro und maximal 1,4 Mio. Euro Kapital heran zu kommen.

Auf der Website des Crowdfunding-Anbieters findet sich über Mea Unda folgende Passage:

Die Strategie von MEA Unda wird durch einen eigenen Geschäftsbereich abgerundet, der sich vor allem mit der Zertifizierung von Arbeitsplätzen, Räumen, Gebäuden und geeigneten Produkten für ein wirksames EMV-Management beschäftigt und die Vergabe des Qualitätssiegels „green electromagnetics“ durchführt.
Damit garantieren wir einen optimalen Schutz vor elektromagnetischen Einflüssen auf Mensch und Natur und belegen durch Vorher-/Nachher-Messungen die Wirksamkeit aller durchgeführten Maßnahmen.

Das sogenannte Qualitätssiegel "green electromagnetics" machte erstmals und bislang letztmals 2014 groß von sich reden, als es im "Weissen Rössel am Wolfgangsee" (PDF, 2 Seiten) öffentlich verliehen wurde. Listigerweise hatte Frau Plank zuvor das Hotel baubiologisch "saniert", so dass einer der drei Preisträger ebenfalls das "Weisse Rössel" war. Der Reigen der sich gegenseitig Feiernden ist damit aber noch nicht zuende. Denn weil über die Herkunft des angeblich "begehrten" Siegels "green electromagnetics" stets nur vage berichtet wird, habe ich mich auf die Suche nach dem Urheber gemacht und bin, jetzt schließt sich der Kreis, prompt wieder bei Frau Plank gelandet. Die findige Medizinerin beantragte am 31. Juli 2015 die Markenrechte (Bildmarke) an "green electromagnetics" und erhielt diese am 16. Februar 2016 für zehn Jahre zugesprochen. Da als Eigner die inzwischen in Insolvenz gegangene "Dr. Plank GmbH" genannt wird, ist die Verwendung der Marke durch Mea Unda wahrscheinlich nur dann rechtlich zulässig, wenn diese Gesellschaft Rechtsnachfolger der insolventen GmbH ist.

Das Geschäftsmodell von Frau Plank erinnert an Baron Münchhausen, wie er sich selbst am Schopf packte und aus einem Sumpf zog.

Die Salzburgerin lässt zuerst durch eine ihrer Unternehmungen die "baubiologische Sanierung" des Hotels "Weissen Rössel am Wolfgangsee" durchführen, nur um anschließend demselben Kunden öffentlichkeistswirksam das Plank-Siegel "green electromagnetics" zu überreichen. Die Medizinerin und das Hotel spekulierten augenscheinlich mit medialer Aufmerksamkeit (Werbewirkung), die, wenn auch in stark begrenztem Umfang, tatsächlich einsetzte. In Deutschland betätigte sich u.a. Zahnarzt Claus Scheingraber als überdrehtes Sprachrohr für die Show der Dr. Plank. Scheingraber lobte die bedeutungslose Auszeichnung zum "Oscar für elektromagnetische Gesundheitsprävention" hoch. Das ist ziemlich peinlich. Doch er musste dies anstandshalber tun, denn auch er erhielt von der Salzburgerin einen Preis am Wolfgangsee verliehen.

Hintergrund
Der EVA-Award für Dr. dent Claus Scheingraber

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Eigenwerbung, Moldan, Scheingraber, Qualitätssiegel, Hotel, Plank, Award


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