Mea Unda: Spekulation zu trickreichem Finale (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 10.06.2017, 21:34 (vor 957 Tagen) @ charles

Also wieder viel Geld im Eimer.

Nein, "Charles", ich glaube nicht, dass viel Geld im Eimer ist, denn aus meiner Sicht gibt es keinen Investor, der 300'000 Euro in das Projekt Mea Unda gesteckt hat!

Schauen Sie, das vorgestellte Geschäftsmodell ist so dubios, dass ich mir nicht vorstellen kann, jemand könne so dumm sein, eine solche Summe mit dem hohen Risiko eines Totalverlusts zu investieren. Weiterhin fällt auf, 21 der 22 Investoren stecken bescheidene Beträge in das Projekt (im Mittel rd. 1160 Euro) und wie durch ein Wunder taucht dann ein Großinvestor auf, der mit 300 kEuro Mea Unda aus der Klemme hilft.

Das glauben Sie doch selber nicht, oder?

Ich spekuliere mal wie es gelaufen sein könnte: Die 21 Kleininvestoren halte ich für echt, zusammen sind die bereit, 24'279 Euro in Mea Unda zu stecken. Doch die Fundingschwelle liegt bei 200'000 Euro, wird diese Schwelle nicht erreicht, muss Mea Unda die 24'279 Euro an die Kleininvestoren zurückzahlen. Für das Projekt eine höchst fatale Situation, die unerträglich lange, nämlich bis zwei Wochen vor Ablauf der Fundingphase anhielt. Fieberhaft wurde daher überlegt, wie sich der Kollaps und die Rückzahlung des Investments abwenden ließe. Die rettende Idee: Es wird ein Großinvestor aus dem Hut gezaubert, der 300'000 Euro einschießt und damit die verhängnisvolle Fundingschwelle locker überschreitet.

Dieser Großinvestor aber existiert gar nicht, es ist lediglich ein Pappkamerad, der allein dem Zweck dient, die Rückzahlung der 24'279 Euro zu vermeiden. Wie ich darauf komme? Nun, die Finanzierungsphase lief vom 2.12.2016 bis zum 9.6.2017, viel Zeit für einen Großinvestor, Zeichen zu setzen und in das Projekt einzusteigen. Der Krösus aber steigt erst 14 Tage vor Ablauf der Finanzierungsphase ein. Das wiederum ist kein Zufall: Der Geldgeber durfte keinen Tag früher auftauchen. Warum nicht? Weil jeder Investor nach seiner Finanzierungszusage 14 Tage Zeit hat, von seiner Zusage zurückzutreten. Und genau das war der Plan: Wenn die 300-kEuro-Zusage frühestens 14 Tage vor Fristablauf eingeht, kann der geheimnisvolle Finanzier 14 Tage später, unmittelbar nach Ablauf der Fundingphase von seiner Zusage zurücktreten, ohne dass dieser Rückschlag sich noch auf der Website des Fundingpartners in einer Unterschreitung der Fundingschwelle nach außen hin dokumentiert. Gut für Strohmänner: Diese Transaktion hätte keinen einzigen Cent Vermögen erfordert, denn es wurde gar kein Geld bewegt, sondern nur schnöder Mammon an- und wieder abgekündigt. Wäre der (Schein-)Finanzier hingegen z.B. 20 Tage vor Ablauf der Fundingphase eingestiegen, hätte er spätestens sechs Tage vor Ende wieder aussteigen müssen, mit höchst unangenehmen Folgen für Mea Unda: Der Online-Zähler des Fundings wäre von 324'279 Euro auf 24'279 Euro gefallen, für jedermann sichtbar weit unter der Fundingschwelle und Mea Unda hätte schmerzbehaftet auf diese "echten" 24'279 Euro verzichten müssen. Durch geschicktes Timing blieb Mea Unda solcher Unbill erspart und die GmbH kann nun wenigstens den kleinen Betrag einsacken. Soweit ich das Prozedere verstanden habe ist die Geschäftsführung der GmbH nicht verpflichtet, die 21 Kleininvestoren über einen Absprung des Großinvestors unmittelbar nach Ablauf der Fundingphase zu unterrichten.

Ob meine Spekulation mit harten Tatsachen untermauert wird oder die Mea Unda GmbH sie mit eindrucksvollen Bilanzen widerlegt, wir werden es erleben.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Geschäftsmodell, Mediziner, MEA Unda, Plank


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