Hans-U. Jakob: Elektrosensible werden wie Verrückte behandelt (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 30.08.2015, 22:13 (vor 1509 Tagen) @ KlaKla

Die Medien lieben Figuren wie den "einbeinigen Pädophilen, der Kinder in Käfigen eingekerkert hält". Deshalb befragte das schweizerische Boulevardblatt 20 Minuten kürzlich auch keinen seriösen Experten zum Thema "Elektrosensibilität", sondern Poltergeist Hans-U. Jakob.

Doch der sonst so medienversessene Gigaherz-Präsident hält sein Interview, das er "20 Minuten" gegeben hat, geheim. Wobei das nicht ganz richtig ist, denn er bringt es (1 Tag später) durchaus auf seiner eigenen Website, tut dort aber so, als hätte es kein Interview mit "20 Minuten" gegeben. Stattdessen behauptet er, er würde ihm "am häufigsten gestellte Fragen" beantworten.

Warum dem Gigaherz-Präsidenten sein Interview so peinlich ist, dass er es am liebsten verschwinden lassen würde, ist zunächst nicht ersichtlich, ein Vergleich der beiden Texte offenbart jedoch zweifelsfrei, hier handelt es sich um ein und denselben Vorgang. Doch passagenweise unterscheiden die Texte, auf seiner eigenen Seite pöbelt Herr Jakob z.B. hemmungslos über das IZgMF, bei "20 Minuten" liest sich die gleiche Passage geradezu harmlos. Diese Abweichungen erklären mMn schlüssig, warum der Gigaherz-Präsident das Interview nicht erwähnt. Sein Text weicht so stark vom Interview ab, dass er ihn unmöglich als das Interview mit "20 Minuten" etikettieren kann. Auf seine Pöbeleien gegen das IZgMF wollte Jakob indes nicht verzichten, dafür sie dem bösen alten Mann zu wichtig.

Unklar ist lediglich, was denn nun Original-Jakob-Sprech ist. Entweder ist dies der Text auf der Gigaherz-Website und "20 Minuten" hat die schlimmsten Pöbeleien entfernt, oder es ist der Text der Boulevardzeitung und Jakob hat diesen Text nachträglich mit Pöbeleien verziert auf seine Seite gestellt.

Zur Veranschaulichung der Unterschiede zwischen beiden Texten hier ein Beispiel:

Textpassage aus "20 Minuten"

Herr Jakob, wie erleben Menschen in der Schweiz das Thema Elektrosensibilität?

Elektrosensible Menschen in der Schweiz, allgemein im deutschsprachigen Raum, getrauen sich nicht einmal mehr, öffentlich über ihre Beschwerden zu reden. Denn sie werden heutzutage von den Mobilfunkbetreibern nur noch gemobbt.

Das sind schwere Vorwürfe. Haben Sie dafür Beweise?

Es gibt in München eine Agentur mit dem Auftrag, die Leute, die sich über Eletrosmog beklagen, lächerlich zu machen und gar zu beschimpfen. Sie bringen es so weit, dass sie Strahlenopfer als psychisch krank abstempeln. Diese Menschen haben dann auf dem Arbeits- oder Wohnungsmarkt keine Chancen. Unser Verein hat die Zusammenarbeit dieser Mobbingagentur mit dem Bundesamt für Umwelt aufgedeckt. Wir haben sogar eine Beschwerde beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation eingereicht. Aber die haben die Beschwerde abgelehnt mit der Begründung, was da gelaufen sei, falle nicht unter Zusammenarbeit.

Entsprechende Textpassage auf Jakobs Website

Wäre eine solche oder ähnliche Entschädigung von der Schweizer Invalidenversicherung IV denkbar?

In der Schweiz werden Elektrosensible, die sich öffentlich als solche zu erkennen geben, in den Medien, vor allem im Internet gezielt und gut organisiert nach allen Regeln der Kunst gemobbt, lächerlich gemacht und als geistesgestört hingestellt, so dass ihnen im beruflichen Fortkommen oder bei der Wohnungssuche ganz ernsthafte Nachteile entstehen.
Und wer sich für Elektrosensible einsetzt, wird sofort mit Rufmordkampagnen eingedeckt, auf dass ihnen ihre „Flausen“ sofort vergehen

Wie denn das?

Die Mobilfunk- und Stromnetzbetreiber beschäftigen in München unter dem Namen http://www.IZgMF.de und http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=index eine spezielle Auftrags-Mobbing und Auftrags-Rufmordagentur, die im ganzen deutschsprachigen Raum regelrecht Jagd auf Elektrosensible Menschen macht und diese unter Angabe von Namen und Adresse öffentlich verunglimpft. Vergleichbar mit der Hetze gegen die jüdische Bevölkerung in den Jahren 1934-1944.

Greifen denn da die Behörden nicht ein?

Nein, im Gegenteil, die Arbeit dieser kriminellen Organisation wird sogar noch unterstützt. Unser Verein hat kürzlich die Zusammenarbeit unseres Bundesamtes für Umwelt (BAFU) mit dieser Agentur, geführt von Stephan und Heidrun Schall in München, nachgewiesen und anschliessend beim Departement Umwelt, Verkehr und Energie eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht.
Frau Bundesrätin Leuthard wies die Beschwerde mit der Begründung ab, die stattgefundenen Kontakte erfüllten den Tatbestand einer „Zusammenarbeit“ nicht. http://www.gigaherz.ch/keine-ruhe-im-departement-umwelt-verkehr-kommunikation/

Wer aufmerksam hinschaut kann die schlechte Figur erkennen, die der Gigaherz-Präsident im 20-Minuten-Interview abgibt. Auch dies dürfte ein wichtiger Grund für ihn gewesen sein, dieses Interview nicht 1:1 auf seine Website zu übernehmen. Jakob weiß auf diverse Fragen keine Antworten, auf die er stolz sein kann. Beispiele:

Frage: Wie viele Menschen sind von der Elektrosensibilität betroffen?
Antwort: Es ist schwierig, eine Zahl zu nennen [es folgt Geschwalle].

Frage: Wo fängt überhaupt Elektrosensibilität an? Wie misst man das?
Antwort: Das ist ebenfalls schwierig zu sagen [es folgt Geschwalle].

Frage: Nehmen Ärzte die Betroffenen ernst?
Antwort: Es kommt auf den Arzt darauf an [es folgt Geschwalle].

Frage: Gibt es Menschen, die nur teilweise betroffen sind? Oder anders gefragt: Ist man auf alle Art von Eletrosmog empfindlich, wenn man elektrosensibel ist?
Antwort: Das ist unterschiedlich [...].

Gegenwärtig hat das Jakob-Interview auf der Website von "20 Minuten" beträchtliche 245 Kommentare. Der mit Abstand beliebteste erzählt diese Geschichte:

es gibt netzfreischalter, die erst strom abliefern wenn etwas eingesteckt ist. in 23 häusern wurden diese als test installiert. (und auch biokabel mit dickerer isolation) 2 monate danach sagten die bewohner es sei jetzt viel besser, keine kopfschmerzen usw... DER WITZ: es war eben nur ein test, die arbeiter haben lediglich die kabel erneuert, damit es so aussieht als ob.. doch biokabel und netzfreischalter haben sie keine verwendet!

Ich habe alle Kommentare überflogen und kann sagen: Gefühlt 98 Prozent machen deutlich, die Schweizer sind nicht so dumm, wie Herr Jakob und die Seinen hoffen, sie sehen "Elektrosensibilität" nicht weniger kritisch als Deutsche. Auffällig: Kein einziger der gesichteten Kommentare beschäftigt sich inhaltlich positiv mit den Ausführungen des Herrn Jakob, z.B. eine Danksagung für seinen "heroischen Einsatz". Deutlicher kann einem die "rote Karte" nicht gezeigt werden. Dies ist mMn der dritte und letzte Beweggrund, der schlüssig erklärt, warum der greise Gigaherz-Präsident noch nicht einmal einen Link auf sein jüngstes Interview setzen wollte.

Fazit: Diese Schuss des Ex-Elektrikers aus Schwarzenburg ging nach hinten los wie selten ein Schuss.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Spinner, Medien, Lügner, Querulant, Kriminelle, Sommerloch, 20 Minuten, Schutzpatron


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