40 Meter hoher Bahnhofsmast vs. 4-Meter-Immissionsebene (Allgemein)

Kuddel, Montag, 06.01.2014, 20:44 (vor 2113 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Montag, 06.01.2014, 21:13

Erst einmal wäre anzumerken, daß diese Prognosen von einer Vollauslastung ausgehen.
Laut Bericht 6 Kanäle mit insgesamt 120 Watt Leistung pro Sektor.

Aber wann tritt eine solche Vollauslastung auf ?
Tagsüber, wenn Kinder in der Schule und Mami und Papi auf der Arbeit sind ?
Oder etwa Abends und Nachts, wenn die Bewohner zu hause sind ?
Wer hat schonmal erlebt, daß er kein Gespräch aufbauen konnte (=Vollauslastung) ?

Eine typische Antenne hat ca 17dBi (Faktor 50) Gewinn, d.h. die fiktive, isotrope Strahlungsleistung beträgt ca 6000 Watt

- in einer Entfernung von 160 Meter
- bei direkter Sicht auf den Mast
- exakt im Zentrum der Hauptkeule eines Sektors
- unter Vollauslastung
- ausserhalb von Gebäuden

....ist eine Leistungsflußdichte von nicht mehr als P/(4*Pi*d²) = 0,018W/m2 zu erwarten.
Umgerechnet in Feldstärke sind das 2,65 V/m.

Das Umweltinstitut "prognostiziert" 2,8V/m. (0,021W/m²)
Es geht also ebenfalls von dem oben genannten "worst case" aus
- mitten in der Hauptkeule
- Vollauslastung,
- direkte Sicht
- außerhalb von Gebäuden

- Bewuchs und Bebauung ?!?

Man könnte mutmaßen, das Umweltinstitut berücksichtigt nur die nackte Gelände-Topographie, aber nicht die Bepflanzung /Bebauung, denn sonst müßte die "Prognose" in 4m Höhe ja aufgrund der Gebäude-Abschattungen und Bepflanzung deutlich geringer ausfallen, als in meiner überschlägigen Berechnung*).

Ich denke, wenn sowieso keine Bepflanzung/Bebauung berücksichtigt wird, dann macht es in einer Entfernung von 160m kaum einen Unterschied, ob man die Feldstärke in 4m oder 12 m Höhe angibt, weil der vertikale Öffnungswinkel (5...10 °) in dieser Entfernung bereits 160m *sin(5°...10°) = 14m...28m Höhe ausmacht.

Der Punkt ist, daß durch Bebauung und Bewuchs die prognostizierten Werte bei 4m Höhe nochmals deutlich geringer sein würden, als vom Umweltinstitut "prognostiziert".

Wenn man "real" misst, werden aufgrund
- keine Vollauslastung,
- Bebauung, Bewuchs
- nicht "ideal" im Mitte der Hauptkeule
mit Sicherheit nur Bruchteile der Prognosewerte erreicht.
Schätzungsweise keine 4 mW/m² (außerhalb des Gebäudes) bzw < 0,4mW/m² im Gebäude (oberster Stock !).

Das ist m.M.n lächerlich wenig.

Ich wohne selbst im Dachgeschoss in nur 70m Entfernung zu einer umfangreich bestückten Mobilfunkanlage .

K

Nachtrag von 23:22 Uhr *) Irrtum meinerseits: In dem Wusel war ich in der falschen Graphik / Leistungstabelle. Der "BahnhofsMast" trägt Sender mit einer wesentlich höheren Gesamtleistung und Gebäude-Beschattung hat das UWI berücksichtigt. Den Schattenwurf sieht man auch in den Falschfarbenplots. Die Ähnlichkeit des von mir abgeschätzten Feldstärkewertes beruhte also auf purem Zufall.

Tags:
Vollauslastung, Prognose, Abschattung, Prognosewert, Immissionsebene


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