Spitzenwert ! ( Wert für Anlagenvollauslastung) (Allgemein)

Kuddel, Montag, 16.12.2013, 01:04 (vor 2135 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Montag, 16.12.2013, 01:23

Gehe ich recht in der Annahme, dass auch die übrigen Messwerte (Mobilfunk-Immissionen), die das Gutachten nennt, ebenfalls Spitzenwerte sind?

Die Situation ist beim Mobilfunk wesentlich komplizierter, aufgrund von komplexeren Antennendiagrammen, u.U. mehreren Kanälen, üblicherweise keine Sichtverbindung.

In der BlmschV sind entsprechende Normen (EN50413 und EN50492) genannt, die bei der Messung angewendet werden müssen (sofern Herr Raithel gemäß BlmschV gemessen hat).
Die inhaltlichen Details kenne ich nicht, denn die Normen sind nur gegen Geld zu bekommen.

Wie schon ausgeführt, ist es für Spektrumanalysatoren "schwierig" bei TDMA-Signalen echte RMS Werte zu liefern, weil die Meßzeiten dann extrem lang werden, während die Feldstärkesituation während der Meßerfassung konstant bleiben muss.
Das steht im Konflikt mit der "Schwenkmethode", bei welcher sich die Feldstärkesituation innerhalb Bruchteilen einer Sekunde verändert.

Daher erlaubt die Methode nichts anderes als die Feldstärke während des Sendepulses zu bestimmen und meines Verständnisses nach verlangt die Blmschv sogar, daß die Feldstärken "worst case" unter (fiktiver) Vollauslastung angegeben werden sollen.

Wir haben hier ja mehrere Umstände, welche den Messwert aufgrund der "worst case" Betrachtung erhöhen:

Der Spektrum Analyzer liefert Werte für Vollauslastung (alle Zeitschlitze belegt), auch wenn dies real garnicht der Fall ist.
Die Schwenkmethode sucht gezielt nach Feldstärke-Maxima, während der Durchschnitt deutlich darunter liegen kann.
Manch einer rechnet auch noch die mögliche Meßtoleranz seiner Anordung (Analyzer, Antenne) auf die gemessenen Ergebnisse oben drauf, wie z.B.an diesem Beispiel des "EM-Instituts" (Wuschek) im Aufrag des Lfu Bayern nachzulesen ist.

Zitat: Bei derartigen Immissionsmessungen muss immer mit einer gerätebedingten Messunsicherheit von typisch ± 3 dB gerechnet werden . Zur Kompensation wurden alle Messwerte um diesen Unsicherheitsfaktor erhöht, d.h. die in diesem Bericht angegebenen Feldstärkewerte sind, gegenüber der vor Ort abgelesenen Anzeige des Messgerätes, zur Sicherheit um den Faktor 1,4 vergrößert worden.
...
Nach 26. BImSchV ist die bei höchster betrieblicher Anlagenauslastung entstehende Immission zu bestimmen.
...
Durch diese Korrekturen ist gewährleistet, dass in diesem Bericht möglichst die, am jeweils betrachteten Punkt erzeugbare Maximalimmission dargestellt ist. Die Messergebnisse beim GSM-Mobilfunk sind damit nicht mehr vom momentanen Gesprächsaufkommen abhängig.

K

Tags:
EM-Institut, Ulrich-Raithel, Antennendiagramm, Sichtverbindung, Wuschek, Messunsicherheit, Immissionsmessung


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