Wo steht in Favres Studie etwas von "reproduzierbar" ? (Allgemein)

Kuddel, Sonntag, 22.05.2011, 15:49 (vor 4273 Tagen) @ Capricorn
bearbeitet von Kuddel, Sonntag, 22.05.2011, 16:09

Ich sehe da im Text des WIK keinen Widerspruch zu meinen Aussagen.
In der Studie gibt es keine Hinweise, daß z.B. das verzögerte Abklingen mehrfach beobachtet wurde.

Doch, sonst hätte das WIK das speziell angemerkt (oder die Studie gleich verworfen). Stattdessen schreibt es:

Nein, das WIK verfügt sehr wahrscheinlich nicht über mehr Informationen,als dem Studientext zu entnehmen ist, d.h. es hat lediglich routinemäßig Favres Studie zusammengefasst wiedergegeben (=Erfasst, in die WIK Datenbank aufgenommen)

"In fünf Stöcken wurden dazu 80 Tonaufnahmen über maximal 24 Stunden aufgezeichnet und bezüglich Tonhöhe (Frequenz in Hertz) und Lautstärke (Tonamplitude) ausgewertet. ... Die Experimente ergaben, dass die Arbeiterbienen unter dem Einfluss der aktiv kommunizierenden Handys nach 25 bis 40 Minuten damit begannen, höhere und zugleich stärkere Piepstöne zu produzieren."

Eine Angabe wie 2 bis 3 Minuten oder 25..40 Minuten ist im wissenschaftlichen Sinne als eine Toleranz zu werten, beziehungsweise als (Meß)-Ungenauigkeit.

=> Wäre das Ergebnis mehrfach gefunden worden, hätte Favre eine statistische Darstellung gewählt, bzw einen Mittelwert und eine Standardabweichung angegeben, so wie er es bei der Auswertung der "Pipes" auf Seite 6 getan hat :

[Favre] 430±103 ms (n=30 pipes)... 75±15 ms (Figure 4c; n=10))

=> Das hat er bei der Angabe der "Verzögerung" von 3 Minuten zu Bild 3a nicht getan und läßt die Schlußfolgerung zu, daß er das verzögerte Abklingen des Bienensummens nach Deaktivierung der Mobiltelefone nur sehr selten gefunden hat (womöglich nur einmal).

Im Gegensatz zur Zahl der "Sham" Durchläufe (10) und Zahl der "Standby" Durchläufe (8) ist auch beim WIK die Zahl der Durchläufe, in welchen Effekte gefunden wurden, nicht erwähnt.

Na wohl 80 minus 10 minus 8...

Das ist Ihr Wunschdenken, spiegelt sich aber nicht im Studientext wieder.
Bei 62 "positven" Ergebnissen hätte Favre eine statistische Darstellung der "Abkling-Verzögerung" gewählt, sprich Mittelwert, Standardabweichung und Anzahl der Versuchsdurchläufe (z.B. so: 150±50 s (N=62))
=> Hat er aber nicht.
Er hat lediglich grob geschätzte Zeitangeben benutzt, die Sie als Standard-Abweichung eines mehrfach positiven Ergebnisses fehlinterpretieren.

Selbst die Versuchsdauer zum Bild 3a wurde von Favre nur geschätzt:

[Favre] .. Mobile phone handsets in the hive were initially kept for a while (around 25 min)....
[Favre].. After about 15 additional minutes , the mobile phone handset communication was interrupted....
[Favre] The bees returned to a quiet state after 2 to 3 min

Folglich sind in diesem Kontext die zwei bis drei Minuten ebenso als ungenauer Schätzwert zu sehen und nicht als eine Standardabweichung.
Da Favre die Einschaltzeit der Mobiltelefone nur geschätzt hat, ist sogar denkbar, daß die 2..3 Minuten Verzögerung eine "Fehlschätzung" sind und es gar keine Verzögerung gab.

Die wagen zeitlich Angaben wie 2..3 Minuten und "25-40 Minuten sind m.M.n. durch die Ungenauigkeit der Ablesung in den dargestellten Diagrammen begründet.
In einem 45 Minuten-Plot kann man nur auf ca 1 Minute genau ablesen in einem 20 Stunden Plot nur auf ca 15 Minuten genau, deshalb schreibt Favre "25..45 Minuten".

...

Ok, nochmal:
Weil die "Frequenzen", die das Gerät aufgezeichnet hat, nicht allein von den Bienen stammen, sondern aus einem Gemisch aus den Bienengeräuschen und den durch die Eisntrahlung bedingten "Phantomgeräuschen".

Nein, nein. In Abbildung 3a ist die Zeitskala so, dass man auf 1 Minute genau ablesen kann, und die "Glockenkurve" zwischen den Zeitmarken 2 und 3 können Sie nie und nimmer alleine mit Einstrahlung (die ja dauernd wäre) erklären!

Mag ja sein, aber es handelt sich ja auch sehr wahrscheinlich nur um einen Einzelfall (weil keine statistische Werte-Angabe) , der aufgrund einer anderen Ursache (zufällig) entstanden sein könnte.

Ich halte Ihnen zugute, daß es an ihrem mangelnden Textverständis liegt.

Ich halte Ihnen zugute, daß es an ihrem mangelnden Bienenverständis liegt.

Ich gebe gerne zu, daß Sie von Bienen viel mehr verstehen, als ich.

K


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