Schreiben Dr. Ahus vom 22.12.06 (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.01.2007, 00:34 (vor 5320 Tagen) @ H. Lamarr

Hallo Frau Schall,

Frau Semmelweis in XXXXXXXXXX hatte mich vor Monaten verzweifelt um Hilfe gebeten, weil sie die Strahlung in ihrer Wohnung ganz verrückt macht. Ich hatte dann Sie, Frau Schall, als Vertreterin der Funkpause und des IZgMF weiterempfohlen für die Messung und Beurteilung der Strahlung bei Frau Semmelweis.

Vor einigen Tagen hat mich Frau Semmelweis wieder angerufen und mir berichtet, dass Sie Ihre Messergebnisse nicht an Frau Semmelweis weitergeben wollen, um zu verhindern, dass Frau Semmelweis mit einer Anzeige gegen den Wohnungsnachbarn mit DECT-Telefon vorgeht. Also bin ich heute nach München gefahren und habe gemessen. Im Gegensatz zu Ihrer Aussage gegenüber Frau Semmelweis, dass im Schlafzimmer fast keine Strahlung wäre, und nur in der Küchennische das DECT-Telefon des Nachbarn, liegt eindeutig eine gesundheitlich äußerst bedenkliche Strahlung auch im Schlafzimmer vor (siehe Anlage - Anm. Red.: siehe Protokoll unten).

Bitte beantworten Sie uns folgende Fragen:

1. Können Sie mir erklären, warum Sie bei der hochgradig elektrosensiblen Frau solche verharmlosende Aussagen machen, und sie damit noch weiter in die Verzweiflung treiben?
2. Wie schätzen Sie die Ergebnisse der Gesundheitsbefragungen mit begleitender Strahlungsmessung der Bamberger Ärzteinitiative ein?
3. Was sind in Ihren Augen geeignete Maßnahmen gegen DECT-Telefone?

Gruß
Berhard Ahus

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Protokoll Hochfrequenzmessung in Ihrer Wohnung am 22.12.06 11:00-11:30 Uhr

1. Umgebung:

- im Süden in ca. 500 m Entfernung*) (verdeckt durch Nachbarhaus) Fernsehturm mit vielen Sendeanlagen
- im Osten Mobilfunk-Sendeanlagen auf Dach XXXXXXXXXX Straße 2
- in angrenzender Wohnung (Nordwesten) Schnurlos-Telefon mit DECT-Technik
- in der Wohnung selbst: nur Schnurtelefon

2. Verwendetes Messgerät:

HF-Analyzer 58 B der Firma Gigahertz Solutions; Messbereich 800-3000 MHz, Toleranz 3 dBm

3. Messergebnisse (jeweils höchster Mittelwert/Spitzenwert in Mikrowatt/m²):

Wohnzimmer: 70 / 200
Küchennische: 10 / 800
Flur: 2 / 300
Bad: 3 / 220
Schlafzimmer: 30 / 60

an Wohnungstür zu Nachbar, Herrn XXXXXX: 60 / 6000
Am Fenster im Wohnzimmer (nach Süden, zum Fernsehturm) ist ein deutliches Pulssignal von ca. 10 Hz festzustellen (GPRS-EDGE?).

4. Beurteilung der Messergebnisse:

a) Das DECT-Telefon des Nachbarn ist klar zu erkennen (Faktor 100 zwischen Mittelwert und Spitzenwert, da nicht telefoniert wird, aber trotzdem eine sehr hohe Dauerstrahlung vorliegt)

b) BMW hat für alle Arbeitsstätten weltweit seit drei Jahren einen Maximalwert von 100 Mikrowatt/m² Spitzenwert vorgeschrieben für das firmeninterne DECT-Telefonsystem

c) Die Bamberger Ärzteinitiative hat bei ca. 2000 Personen an ca. 250 Mobilfunk-Senderstandorten festgestellt, dass die Menschen schon unterhalb von 5 Mikrowatt/m² Spitzenwert krank werden, wenn sie lange dieser Strahlung ausgesetzt sind (Referenz: Protokoll des Fachgesprächs zwischen Bundesamt für Strahlenschutz und Bamberger Ärzteinitiative am 02.08.06)

d) Der Vorsorgegrenzwert der Sanitätsdirektion des österreichischen Landes Salzburg wurde 2002 auf Mittelwerte von 10 Mikrowatt/m² im Außenbereich und 1 Mikrowatt/m² in Innenräumen festgelegt.

e) Ich selbst spüre - je nach Frequenz - Strahlungswerte von weniger als 1 Mikrowatt/m² Spitzenwert!

5. Schlussbemerkung:

Eine Abschaltung des DECT-Telefons beim Nachbarn würde die Strahlung in der Küche und im Wohnzimmer deutlich reduzieren. Allerdings ist die Grundbelastung durch Mobilfunksender und DVB-T von außen sehr hoch und liegt deutlich über den von Ärzten festgestellten Schwellenwerten für Gesundheitsschäden bei langfristiger Exposition.
Für Frau Semmelweis, die sehr sensibel auf diese Strahlung reagiert, kann nur ein Umzug in eine strahlungsarme Gegend empfohlen werden.

*) Nachtrag Admin vom 21.09.2011: Mit Google-Earth lassen sich Entfernungen sehr genau vermessen, statt der genannten 500 Meter sind es tatsächlich 1624 Meter.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Strategie, Funkpause, Fallschilderung, Druck, Alarmschläger, Psychotherapeut, Selbsthilfegruppe, Brief, Selbsthilfe, Fallbeispiel, Vorsorgegrenzwert


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