Tock. Tock. Tock. Oder: Massenhysterie (Allgemein)

Doris @, Mittwoch, 20.12.2006, 23:26 (vor 5832 Tagen) @ M. Hahn

Es wird immer gesagt, gerade habe ich es wieder in einem -Entschuldigung- blödsinnigen Text des Dr. Haas gelesen, das mit der HF-Empfindlichkeit lasse sich gar nicht "innerhalb der üblichen statistischen Signifikanz reproduzieren" sei ein flüchtiges Phänomen, so komplex und wandelbar wie schon ein einzelner Mensch und zudem so unterschiedlich wie wir Menschen untereinander sind.

Ich denke, dass die HF-Empfindlichkeit bisher einfach noch nicht genügend erforscht ist. Auch in diesem Forum ist das ja immer wieder Thema.

Es geht in Dr. Schorpps Bericht um "gewöhnliche" GSM-Sender. Wir alle wissen aus unserem eigenen Umfeld, dass Deutschland zwar relativ gleichmäßig von solchen Sendern, nicht aber von einer solchen Massen-Unverträglichkeit überzogen ist.

Das sehe ich auch so.
Aber vielleicht muss man auch berücksichtigen, dass es kein spezifisches Krankheitsbild für Elektrosensibilität gibt und deshalb auch von vielen keinen Zusammenhang zwischen ihren Beschwerden und dem Einfluss von HF bzw. NF überhaupt in ERwägung gezogen wird.

Ist es da nicht sonderbar, dass gleichzeitig drei Häuser mit drei Familien in unmittelbarer Nachbarschaft "befallen" sind ?[/b]

Da muss ich ihnen Recht geben, diese Fragen stelle ich mir selbstverständlich auch.

Was haben die Häuser bzw. das dort herrschende Feld, gemeinsam, dass sie von vielen anderen unterscheidet? Hier wird Schorpp auffällig unscharf. Redet von "hochfrequenzmäßig ungünstiger Bergkuppe", "Chaos der HF-Signale", "elektromagnetischem Wirrwarr durch sich überlagernde Vielfachreflexionen". Herr Doktor der Physik, vielleicht einfach mal EIN Messwert statt solchem Käse? Wenn Sie den Fall schon im Bundesamt für Strahlenschutz anbringen wollen.

Auch das fällt mir immer wieder auf, dass die ES in unseren Reihen zwar alle mit Messgeräten ausgestattet sind, aber WErte nennen sie selten bzw. nie. Der am stärksten Betroffene hat neben mehreren Messgeräten auch einen Spekrumanalyzer. Aber irgendwie halten sie sich alle bedeckt mit Werten. Aber wenn es stimmt, was diese Menschen von sich behaupten, dann reagieren sie ja auf die geringsten Feldstärken. Aber das kann ich auch nur so annehmen, das kann ich ja nicht widerlegen und solange die Elektrosensibilität nicht wirklich erforscht ist, wird das auch sonst niemand widerlegen können.

Aber da mir wie gesagt, der Fall persönlich bekannt ist, kann ich ihnen auch sagen, dass es dort tatsächlich Leute gibt, die ihre Häuser verkauft haben und weggezogen sind. Das macht man doch nicht einfach so.

Und wie haben wir es mit den "Baum-Kasuistiken"? Das wäre jetzt auch ernst zu nehmen? Nicht wirklich, oder? Aber lassen wir Schorpp, sie sprachen ja auch von Berichten aus erster Hand.

Die Baum-Kasuistiken kenne ich auch aus erster Hand. Der Mann macht seit 2 - 3 JAhren unzählige Photos von Bäumen vom Pflanzen bis zum "Sterben". Er dokumentiert den Zeitraum, wann Sender gesetzt werden und ab wann diese Bäume dann "sterben". Er setzt sogar parallel selber junge Bäume, die nicht im Hauptstrahl liegen und vergleicht diese untereinander. Ich habe allerdings nur die unzähligen Photos gesehen und ein Photo denke ich ist wieder was anderes, als solche Sachen wirklich über Jahre hinweg genau zu beobachten und zu dokumentieren. Fakt ist, dass erst vor kurzem bei uns in der ZEitung zu lesen war, dass der deutsche Wald so krank ist, wie man das nie geglaubt hat.
Das war jetzt einfach nur eine Schilderung, was ich dazu für eine Meinung habe, das weiß ich noch nicht. Sagen wir mal so, ich habe das gehört und registriert und schaue mir seitdem die Bäume anders an. Aber eine wirkliche Meinung dazu habe ich nicht.

Ich will aber noch mal zurück kommen auf die Kinder. Wenn man das hört... es ist ein Elend. Auch wenn ich selbst drei habe, oder gerade deswegen, will ich mal folgenden nüchternen Gedanken äußern: Bis zur Pubertät sind Kinder in ihren Wertvorstellungen sehr stark auf die Eltern fixiert. Sie brauchen und suchen Schutz bei den Eltern.

Ihre Ausführungen zu dem Thema waren sehr gut und man merkt einfach, dass Sie Kinder haben. Aber der Haken an der Geschichte ist, das waren zu dem Zeitpunkt keine kleinen Kinder mehr. Der Wunsch oder sogar die Anordnung in den Keller zu ziehen, wurde sicherlich von den Eltern getroffen. Aber als die Kinder älter wurden, lehnten sie sich eben gegen diese Entscheidung auf und gingen in ihre Zimmer zurück, weil sie (wortwörtlich) "nicht wie die Ratten in einem Keller hausen wollen". Und sie gingen freiwillig in den Keller zurück, weil sie in ihren Zimmern nicht schlafen konnten.
Ich bin Ihnen in einem voraus. Ich habe zwei Söhne, einer davon ist 18 Jahre und kam früh in die Pubertät und steckt immer noch etwas drin. Kleine Kinder sind auf ihre Eltern fixiert und die können sie in der Tat beeinflussen. Aber gerade in der Pubertät ist es so, dass die Kinder oft total gegen die ELtern stellen und genau das tun, was sie nicht wollen. Kinder in der Pubertät wollen nicht mehr den Eltern gefallen, sie wollen anders sein. Deshalb verstehe ich auch die Reaktion, dass diese Kinder vom Keller wieder "normal" in ihrem Zimmer leben wollten. Aus meiner Erfahrung mit einem pubertierenden Sohn gehört sehr viel dazu, wenn dann eingeräumt wird, es geht doch nicht, ich kann in meinem Zimmer nicht schlafen. Bei meinem Sohn müsste der Leidensdruck schon wahnsinnig groß sein um sowas einzuräumen.

In allen anderen Ausführungen bin ich nicht unbedingt uneins mit Ihnen. Da kann man sich natürlich untereinander "anstecken". Aber trotzdem, es gibt immer wieder solche Sachen und nachdenklich macht mich das trotzdem.

mfg
Doris


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