Tock. Tock. Tock. Oder: Massenhysterie (Allgemein)

Doris @, Montag, 18.12.2006, 17:41 (vor 5894 Tagen) @ AnKa

(Das ist ja wohl ein Fall von Realsatire, oder?)

Grundsätzlich machen mich solche Geschichten schon nachdenklich, auch wenn sich mir gerade bei solchen Berichten die Nackenhaare sträuben. Aber für mich gilt, dass ich kein Urteil über Menschen und ihre Beschwerden bilden kann, wenn ich diese Menschen nicht kenne. Mich da so total auszulassen und meine Witze zu reißen, das ist einfach nicht meine Art.
Aber was mich an der Oberammergauer Sache doch sehr nachdenklich macht, ist die Tatsache, wie schnell diese Menschen unter ihrem angeblichen Leidensdruck sofort mit Veränderungen in ihrem Leben reagieren. Der Pfarrer schläft unter der Kanzel, selbst der Herr Funk geht mittlerweile in den Wald zum Schlafen. Das muss man sich mal vorstellen. Wer verlässt schon gerne bei diesem Wetter sein warmes Haus und sein eigenes Bett und nächtigt in einem Wohnmobil im Wald bzw. in einer kalten Kirche und das, obwohl die Beschwerden ja noch gar nicht so lange vorhanden sind.
Jeder der sich mit Mobilfunk beschäftigt und vor allen Dingen aktiv in einer BI tätig ist, kennt Menschen, die sich als elektrosensibel bezeichnen bzw. mit gewissen Beschwerden auf Mobilfunk reagieren. Aber gerade in meinem Umfeld ist auffallend, dass die Menschen zwar wahnsinnig jammern, weil sie angeblich wahnsinnig leiden, aber sie schaffen es nicht ihr persönliches Umfeld zu verlassen bzw. sie schaffen es sogar nicht einmal ihr DECT-Telefon abzustellen, obwohl sie angeblich einen unheimlichen Leidensdruck haben. Deshalb stimmt es mich schon sehr nachdenklich, wie schnell diese Menschen in Oberammergau zu solchen Veränderungen ihres persönlichen Umfeldes bereit sind.

Tags:
Leidensdruck


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