Massenpsychosen: dissoziative Identitätsstörung (1973) (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 24.01.2022, 18:18 (vor 307 Tagen) @ H. Lamarr

Die dissoziative Identitätsstörung wirkt so unglaublich, dass manche immer noch an ihrer Existenz zweifeln. Dabei ist die Störung keineswegs selten: Schätzungen zufolge entwickelt sie etwa einer von 100, Frauen häufiger als Männer. Langsam enthüllen Forscher jedoch, wie die innere Spaltung entsteht.

Betroffene besitzen laut der aktuellen Version des Diagnostischen Manuals Psychischer Krankheiten (DSM-5) mindestens zwei, oft aber viel mehr Identitäten, zwischen denen sie meist unwillkürlich hin- und herwechseln. Dabei kommt es zu typischen Gedächtnislücken – denn die eine Innenperson, wie eine Teilpersönlichkeit auch genannt wird, kann sich nicht daran erinnern, was die andere getan hat. Viele Betroffene wissen bis zur Diagnose nicht einmal, dass sie sich ihren Körper mit anderen teilen.

Wer das schwer zu glauben findet, ist damit nicht allein. Selbst Teile der Fachwelt sind bis heute skeptisch. Ihre These: Die Medien haben das Krankheitsbild erschaffen. Dafür spreche der berühmte Fall Sybil – die Geschichte von Shirley Mason, einer Frau aus Minnesota mit angeblich 16 Persönlichkeiten. Nach Erscheinen des Bestsellers »Sybil« im Jahr 1973 meldeten sich tausende Amerikanerinnen und Amerikaner, die behaupteten, ihnen ginge es ähnlich wie der Protagonistin. In den 1980er Jahren, als die multiple Persönlichkeit erstmals zur offiziellen Diagnose wurde, wurden es zehntausende – es war ein Hype um eine Krankheit, von der die Öffentlichkeit nicht genug bekommen konnte. Heute spricht einiges dafür, dass hinter dem Fall Sybil ein großer Betrug steckt. Masons Psychiaterin hatte ihre Patientin offenbar zu entscheidenden Aussagen verleitet und vom Verkauf ihrer Geschichte profitiert.

Quelle: Zersprungene Seele

Kommentar: Ich sehe Parallelitäten zu "Elektrosensiblen". Einiges spricht dafür, auch deren Krankheitsbild ist auf dem Mist der Medien gewachsen. Neben den Schattenseiten von "Elektrosensibilität" hat dieses Krankheitsbild für nicht wenige Betroffene auch positive Seiten, sie sehen sich z.B. als auserwählte Elite, die früher als andere auf EMF-Exposition ansprechen und als sekundären Krankheitsgewinn Aufmerksamkeit sowie Zuwendung genießen. Und es gibt kommerzielles Interesse an "Elektrosensiblen". In deren Wirkungskreis sind häufig Baubiologen und niedergelassene Umweltmediziner anzutreffen. Vordergründig, um den Betroffenen zu helfen, zuweilen hintergründig, um in der Bevölkerung irrationale Ängste gegenüber EMF zu schüren und so die Nachfrage nach den angebotenen Dienstleistungen anzukurbeln.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Geschäftsmodell, EHS, Umweltmediziner, Psychologie, Baubiologen, Identitätsstörung, sekundären Krankheitsgewinn


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